Lyrenstraße

Erläuterungen

Nähere Beschreibung des Objektes:
Bauherr:    Zeche Holland
Architekt:  Josef Franke

Wesentliche charakteristische Merkmale:
Für die 1854 abgeteufte Zeche Holland in Bochum-Wattenscheid entstand 1922 nach Plänen des namhaften Architekten Josef Franke direkt vor dem Haupttor und in architektonischer Beziehung zu ihr die Beamtensiedlung. Die Häuser gruppieren sich nicht nur in Beziehung zur Zeche Holland, sondern auch - wohl als romantische Verklärung des Wohnumfeldes gemeint - um das 1798 errichtete sogenannte Renteihaus Lyrenstraße 20, für das die Steine des 1795 abgerissene Adelssitzes Haus Lyren verwendet worden sind. Im Zuge der Entwicklung der Beamtensiedlung scheint auch dieses Renteihaus überformt worden zu sein, es ist also durch Baukonzepte und Gestaltung fester Bestandteil der Siedlung. Denkmalwert sind die Häuser und Grundstücke - hier insbesondere auch der Platz hinter den Häusern Lyrenstraße 30 - 34 und den o.a. Hausnummern; das Doppelhaus Lohrheidestraße 2 und Ückendorfer Straße 81 ist von dem größeren Teil der Beamtensiedlung durch eine Straßeneinmündung räumlich getrennt Nicht denkmalwert sind im Bereich dieser Siedlung Einbauten aus der Zeit nach 1930, so etwa die im rückwärtigen Gelände des Renteihauses Lyrenstr. 20 erbauten Lagergebäude.

Die Beamtensiedlung der Zeche Holland ist im oben beschriebenen Umfang bedeutend für die Stadt Bochum, weil sie die bergbaugeschichtliche Entwicklung des bis 1975 selbstständigen Stadtteils Wattenscheid bezeugt und an einem wichtigen und zentralen Platz anschaulich macht. Bedeutend ist die Beamtensiedlung zu dem insbesondere im Hinblick auf ihre unmittelbare Nachbarschaft zur denkmalwerten Zeche Holland auch für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse, weil sie als Teil des geschichtlich gewachsenen Zusammenhang zwischen Arbeiten und Wohnen diese Verhältnisse besonders gut anschaulich macht. Für ihre Erhaltung und Nutzung liegen wissenschaftliche, hier architekturgeschichtliche Gründe vor, weil die Siedlung als Bestandteil des Gesamtwerkes des Architekten Josef Franke aus Gelsenkirchen seine gestalterische Entwicklung bezeugt. Außerdem stellt die Verwendung des ehemaligen Renteihauses als Mittelpunkt der Beamtensiedlung ein heute nicht mehr oft vorhandenes Zeugnis schonenden Umgangs mit älterer Bausubstanz im Industriegebiet dar.

Sozialgeschichtlich interessant ist die höhere Ausstattung der Beamtensiedlung durch die Verwendung des Renteihauses, aber auch durch die anspruchsvolle Architektur der Siedlungshäuser sowie ihre städtebaulich qualitätvolle Anordnung. Für ihren Denkmalwert macht die Siedlung aber auch heute noch städtebauliche Gründe geltend. Der Bezug zu den Gebäuden der Zeche Holland ist erkennbar geblieben und durch ihre Lage an einer wichtigen Straßen prägt und charakterisiert die Beamtensiedlung das Erscheinungsbild der Umgebung.