Anonyme Spurensicherung

ASS - Spurensicherung nach sexueller Gewalt ohne Anzeige

Viele Strafverfahren gegen sexualisierte Gewalt werden aus Mangel an Beweisen eingestellt. Spätestens seit der weltweiten #Metoo-Debatte und der damit verbundenen insgesamt schwierigen juristischen Auseinandersetzung wird deutlich, dass gerichtsfeste Beweise über die eigene Aussage notwendig sind, um die persönliche Glaubwürdigkeit zu untermauern und auch noch nach bis zu zehn Jahren Zugriff auf die Spuren zu haben. Menschen, denen sexualisierte Gewalt widerfahren ist, können in den aufgelisteten Kliniken um eine Anonyme Spurensicherung bitten.

Die Anonyme Spurensicherung ermöglicht das Sichern von Spuren nach einer Vergewaltigung, ohne dass die betroffene Person sofort Anzeige erstatten muss. Somit ist die rechtssichere ärztliche Dokumentation von Verletzungen, ohne die Notwendigkeit einer sofortigen Anzeigenerstattung garantiert. Die Betroffenen haben dann die Möglichkeit, sich in Ruhe zu überlegen, ob sie Anzeige erstatten möchten oder nicht. Die Spuren werden bis zu 10 Jahre für einen möglichen Gerichtsprozess aufbewahrt.

Wie ist der Ablauf?
Sie suchen eines der genannten Krankenhäuser auf.
Wenn Sie keine Anzeige erstatten möchten, bitten Sie um eine anonyme Spurensicherung.
Der ärztliche Untersuchungsbericht mit Ihren Daten verbleibt im Krankenhaus. Die gesicherten Spuren werden anonym im Institut für Rechtsmedizin gelagert.
Wenn Sie zu einem späteren Zeitpunkt eine Anzeige erstatten, weisen Sie die Polizei darauf hin, dass die Tatspuren anonym gesichert wurden. Die Polizei kümmert sich dann um die notwendigen Schritte.
Erfolgt keine Anzeige, werden die Spuren nach zehn Jahren vernichtet.
Wenn Sie sich über dieses Verfahren informieren möchten oder generell Beratung, Hilfe oder Unterstützung benötigen, wenden Sie sich bitte an die angegebenen Beratungsstellen.

Weitere Informationen:

Flyer zur Kampage

ASS- Film Bochum (Kinospot)

Übersicht der bundesweiten ASS-Projekte

Krankenhäuser in der Region

St. Elisabeth-Hospital
Bleichstraße 15, 44787 Bochum
Telefon 0234 / 509 80

WIR-Walk in Ruhr
Zentrum für sexuelle Gesundheit und Medizin
Große Beckstraße 12, 44787 Bochum
Telefon 0234 / 509 8930

Augusta-Krankenanstalt
Bergstraße 26, 44791 Bochum
Telefon 0234 / 517 0

St. Josef-Hospital – Kinderklinik – (für Jugendliche)
Alexandrinenstraße 5, 44791 Bochum
Telefon 0234 / 509 2631

Katholisches Marienhospital
Hölkeskampring 40, 44623 Herne
Telefon 02323 / 499 0

Evangelisches Krankenhaus
Wiescherstraße 24, 44623 Herne
Telefon 02323 / 498 0

St. Anna Hospital
Hospitalstraße 19, 44649 Herne (Wanne-Eickel)
Telefon 02325 / 986 0

Marien-Hospital
Marienplatz 2, 58452 Witten
Telefon 02302 / 173 0

Beratungsangebote

Pro Familia Bochum
Bongardstraße 25, 44787 Bochum
Telefon 0234 / 12 32 0

Wildwasser Bochum
Auf den Scheffeln 34, 44894 Bochum
Telefon 0234 / 29 76 66

Schattenlicht
Beratungs- und Kontaktstelle für Frauen und
Mädchen
Straßburger Straße 39, 44623 Herne
Telefon 02323 / 98 11 98

Pro Familia „Horizonte“
Annenstraße 120, 58453 Witten
Telefon 02302 / 69 89 35

Wissenswert:
Die Mitteilungspflicht der Ärzte und Ärztinnen an die Krankenkassen über drittverursachte Gesundheitsschäden bei häuslicher und sexualisierter Gewalt bei erwachsenen Patienten ist seit März 2017 an deren ausdrückliche Einwilligung gebunden.
Damit wird eine Befunddokumentation auch über Krankenkarte möglich, ohne die Daten und Angaben über Verursacher*innen an die Krankenkasse mitzuteilen.