Noch bis Ende 2030 fördert das Land NRW im Rahmen des Förderprogramms “Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft” (KRiS) öffentliche und private Maßnahmen zur Entsiegelung von Flächen und den nachhaltigen Umgang mit Regenwasser durch Nutzung, Speicherung oder Abgabe ins Grundwasser. Ziel ist es, das Stadtklima allgemein zu verbessern und mögliche Überflutungen durch Stark- und Dauerregen zu verringern. Die Stadt Bochum hat drei Gestaltungsräume ausgewiesen, in denen Baumaßnahmen wie beispielsweise die Entsiegelung von Flächen, Rigolen-Versickerung sowie Dach- und Fassadenbegrünung mit bis zu 90 % der Kosten bezuschusst werden.
Der Gestaltungsraum Wattenscheid im Bochumer Westen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt. Einst geprägt von der Montanindustrie, ist das Gebiet nahe der Stadtgrenze zu Essen und Gelsenkirchen heute ein moderner Gewerbe- und Dienstleistungsstandort sowie lebenswertes Wohnviertel.
Als Gestaltungsraum für die naturnahen Umbaumaßnahmen wurde der Bereich zwischen Lohrheidestadion im Nordwesten und dem Schulzentrum Westenfeld im Südosten ausgewählt. Die ca. 146 Hektar große Fläche befindet sich im Einzugsgebiet der Emscher. Die Entwässerung erfolgt in den Wattenscheider Bach. Gut zwei Drittel der Gesamtfläche des Gestaltungsraums sind als befestigte/versiegelte Flächen an die Mischwasserkanalisation angeschlossen. Rund 21 Hektar befestigte Flächen wurden in der Vergangenheit bereits von dieser abgekoppelt bzw. in ein anderes Entwässerungs-System für Regenwasser überführt.
Verbau von Rigolen und Baumrigolen
Bei der Neugestaltung des August-Bebel-Platzes wird eine naturnahe Regenwasser-bewirtschaftung umgesetzt. Neben der Entsiegelung von Flächen sollen unter anderem Rigolen und Baumrigolen verbaut werden, damit das Regenwasser versickern und gespeichert werden kann.
Dem Prinzip der Schwammstadt folgt auch die Neugestaltung der Friedrich-Ebert-Straße August-Bebel-Platzes. Die vierspurige Verkehrsachse mit zusätzlichen Stadtbahngleisen soll so umgestaltet werden, dass das Regenwasser in den Wattenscheider Bach abfließen kann. Des Weiteren sind die wassersensible Umgestaltung der Straße „An der Papenburg“ sowie Plätze des Wattenscheider Rathauses geplant. Entsiegelt werden sollen die Flächen auf dem ehemaligen Betriebshofgelände.
KRiS fördert private und öffentliche Maßnahmen im Rahmen des Programms für die Klimaanpassung mit bis zu 60 %. Da der Gestaltungsraum Wattenscheid im Einzugsgebiet der Emschergenossenschaft liegt, bezuschusst diese den nachhaltigen Umgang mit Regenwasser mit bis zu zusätzlichen 30 %.