Noch bis Ende 2030 fördert das Land NRW im Rahmen des Förderprogramms “Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft” (KRiS) öffentliche und private Maßnahmen zur Entsiegelung von Flächen und den nachhaltigen Umgang mit Regenwasser durch Nutzung, Speicherung oder Abgabe ins Grundwasser. Ziel ist es, das Stadtklima allgemein zu verbessern und mögliche Überflutungen durch Stark- und Dauerregen zu verringern. Die Stadt Bochum hat drei Gestaltungsräume ausgewiesen, in den Baumaßnahmen wie beispielsweise die Entsiegelung von Flächen, Rigolen-Versickerung sowie Dach- und Fassadenbegrünung mit bis zu 90 % der Kosten bezuschusst werden.
Als Gestaltungsraum Innenstadt Süd-West wurde das Gebiet zwischen Alleestraße und Oskar-Hoffmann-Straße, westlich der Achse Rathaus/Bahnhof im Zentrum, ausgewiesen. Die ca. 203 Hektar große Fläche befindet sich im Einzugsgebiet der Emscher. Die Entwässerung erfolgt in den Marbach.
Umgestaltung nach dem Prinzip der Schwammstadt
Mehr als 70 % der Gesamtfläche im Gestaltungsraum sind als befestigte/versiegelte Flächen an die Mischwasserkanalisation angeschlossen. Dem Prinzip der Schwammstadt folgend, plant die Stadt Bochum die wassersensible, naturnahe Umgestaltung der westlichen Cityachse (Alleestraße), so dass Regenwasser versickern kann bzw. durch ein neues Regenwassersystems in den Marbach abgeleitet wird. Die Maßnahme erfolgt in mehreren Bauabschnitten.
Die Bauarbeiten haben bereits im Bereich zwischen Westring und Bessemerstraße begonnen. Ergänzend zur Mischwasserkanalisation wird hier ein neues Entwässerungs-System mit Mulden-Rigolen-Versickerung errichtet. Zu den dezentralen Speicherelementen, die durch einen Drainagekanal verbunden sind, gehören unter anderem Baum- und Muldenrigolen. Gehwege und private vordere Dachflächen werden durch die Maßnahme von der Mischwasserkanalisation abgekoppelt und Teile der Innenstadt direkt an den Marbach angebunden. Ein Regenrückhaltebecken mit anschließendem Regenklärbecken wurde bereits an der unteren Stahlindustrie gebaut.
KRiS fördert private und öffentliche Maßnahmen im Rahmen des Programms für die Klimaanpassung mit bis zu 60 %. Da der Gestaltungsraum Innenstadt Süd-West im Einzugsgebiet der Emschergenossenschaft liegt, bezuschusst diese den nachhaltigen Umgang mit Regenwasser mit bis zu zusätzlichen 30 %.