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Aktuelle Ausstellungen im Stadtarchiv - Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte

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Bitte beachten:

Ab Oktober bleiben die Ausstellungen des Bochumer Zentrums für Stadtgeschichte freitags bis auf weiteres geschlossen.

Neue Ausstellung

"Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand"

United States Holocaust Memorial Museum,
Wanderausstellung
10. Oktober bis 10. November 2020

Nach der Annexion Österreichs sehen Anwohner zu, wie österreichische Nationalsozialisten Juden zwingen, den Bürgersteig zu schrubben. Wien, März 1938. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
Nach der Annexion Österreichs sehen Anwohner zu, wie österreichische Nationalsozialisten Juden zwingen, den Bürgersteig zu schrubben. Wien, März 1938. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Quelle: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes)

"Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand" befasst sich mit einer der zentralen Fragen zum Holocaust: Wie war der Holocaust möglich? Die zentrale Rolle von Adolf Hitler und anderer nationalsozialistischer Führer ist unbestreitbar, aber sie waren von unzähligen anderen abhängig. Welche Rolle spielten die gewöhnlichen Menschen? Warum haben so Viele die Verbrechen der Nationalsozialisten unterstützt oder geschwiegen? Warum haben so Wenige den opfern geholfen?

Die Erkenntnis, dass der Holocaust möglich wurde, weil Menschen in Deutschland und ganz Europa aus verschiedenen Gründen motiviert waren, dem Völkermord zuzustimmen oder daran mitzuwirken, ist entscheidend, um Lehren aus dem Holocaust zu ziehen.

Der Holocaust erinnert uns daran, dass das Undenkbare immer möglich ist. Es erinnert uns auch daran, dass Individuen mehr Macht haben, als sie vielleicht wissen -- zum Guten oder zum Schlechten. Das Museum hofft, dass diese Ausstellung dazu inspiriert, über eigene Einflussmöglichkeiten für eine bessere Zukunft nachzudenken .

„Hitler und andere nationalsozialistische Führer hätten den Holocaust nicht alleine verüben können”, erklärt Timothy Kaiser, stellvertretender Direktor des Levine Instituts für Holocaust Erziehung am Museum. „Einige waren Nachbarn stellt die Frage nach den unzähligen anderen, die den Holocaust mit ermöglichten, aber auch nach den Menschen, die Widerstand leisteten und Andere retteten. Besucher können eigene Annahmen hinterfragen und überlegen, wie der Einzelne etwas bewirken kann.”

Diese Ausstellung wurde gefördert durch das William Levine Family Institute des United States Holocaust Memorial Museums mit Unterstützungu. a. von der David Berg Foundation, der Oliver Stanton Foundation, der William & Sheila Konar Foundation, der Blanche and Irving Laurie Foundation, der Benjamin and Seema Pulier Charitable Foundation, Sy and Laurie Sternberg, und dem Lester Robbins and Sheila Johnson Robbins Traveling and Special Exhibitions Fund established in 1990.

Das United States Holocaust Memorial Museum ist ein lebendiger Ort der Erinnerung an den Holocaust und inspiriert sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Führungskräfte weltweit, sich dem Hass entgegenzustellen, Völkermord zu verhindern und sich für die Menschenwürde einzusetzen. Seine weitreichenden Bildungsprogramme und seine weltweite Wirkung werden durch großzügige Spenden ermöglicht.

Ansicht eines Teils der Ausstellung "Unsere Heimat, unsere Liebe" (Quelle: Stadt Bochum)

Unter Koordination des Fanprojekt Bochum konzipierte die Arbeitsgruppe „1938 nur damit es jeder weiß“ die Ausstellung „Unsere Heimat, unsere Liebe“. Die Ausstellung thematisiert die NS-Vergangenheit der Stadt Bochum, die Gründung des VfL Bochum 1848  sowie die Geschichte des letzten Fußballmeisters im jüdischen Verbund, Schild Bochum.

„Unsere Heimat, unsere Liebe“ wurde u. a. mit Mitteln des Bundesprogramms „Farbe bekennen - Demokratie leben“ finanziert. Über 20 Fans des VfL Bochum 1848 wirkten bei der inhaltlichen und grafischen Gestaltung der Ausstellung mit. Sie besteht aus 20 Ausstellungstafeln, drei doppelseitig bedruckten Messewänden, Wahlplakat-Exponaten sowie zwei Videobeiträgen.

Ab dem 6. Oktober 2020 wird die Ausstellung im Stadtarchiv Bochum präsentiert. Im kommenden Bochumer Jubiläumsjahr 2021 soll „Unsere Heimat, unsere Liebe“ ab dem Februar als Wanderausstellung an möglichst zahlreichen gut frequentierten Orten und Lokalitäten in Bochum präsentiert werden. Die Ausstellung adressiert insbesondere junge Bochumer*innen.

Das Konzept der Erinnerungsorte aufgreifend werden geschichtsträchtige Orte in Bochum unter anderem via Verwendung von QR-Codes vorgestellt. Der Fußballsport wird als Aufhänger für historisch-politische Bildung genutzt. „Unsere Heimat, unsere Liebe“ erläutert, warum es sich beim Ruhrstadion um einen Erinnerungsort handelt, wann und wie der VfL gegründet wurde und wer der letzte Fußballmeister im jüdischen Verband wurde - und welches Schicksal die Mitglieder der Meistermannschaft kurz darauf bereits erleiden mussten. Es wird die Bedeutung der Gauhauptstadt Bochum für das NS-Regime skizziert sowie über den alltäglichen Antisemitismus in unserer Stadt von 1933 bis 1945 informiert. Das Herzstück der Ausstellung, drei Messewände in Form des VfL-Logos angeordnet, transferiert die Thematik in die Gegenwart und fordert zur kritischen Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Rassismus in der heutigen Gesellschaft auf. Hier wird insbesondere der Aspekt der Verbreitung von „Hate Speech“ und „Fake News“ über das Internet fokussiert.

Die Konzeption der Ausstellung ist Teil der Erinnerungsarbeit des Fanprojekt Bochum. Die Partizipation von jungen und erwachsenen Fans des VfL Bochum 1848 ist elementarer Bestandteil der Etablierung einer aktiven Erinnerungskultur in Bochum. Diese Form der Erinnerungsarbeit soll junge Menschen zum Nachdenken anregen und dazu befähigen, Narrative der Geschichtsschreibung kritisch zu reflektieren.

So kann Erinnerung auch zur Verwandlung in positive Werte - aus einem negativen Ursprungsereignis heraus - genutzt werden. Der VfL Bochum 1848 wird zwar unter Mitwirkung der NSDAP gegründet. Seine Fans setzen sich jedoch heute für demokratische Prozesse und die Vermittlung von Geschichtsbewusstsein ein.

Bücher und Kassetten Frauenwiderstand im Hunsrück (Quelle: Frauenarchiv ausZeiten/ Studentische Frauenbibliothek Lieselle /Linda Unger)

/Die Frauenwiderstandcamps im Hunsrück und das FrauenLesbenRadio Funk 'n Flug - feministische Widerstandsformen und Gegenöffentlichkeiten in den 1980er und 1990er Jahren/

Von 1983 bis 1993 fuhren jeden Sommer Frauen aus ganz Deutschland - auch aus Bochum! - in den Hunsrück.

Im Dorf Reckershausen nahmen sie an mehrwöchigen Frauenwiderstandscamps teil. Die Frauen protestierten gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen, gegen Militarisierung und (kalten) Krieg, und benannten diese als Ausdruck patriarchaler Gewalt.

Das FrauenLesbenRadio Funk 'n Flug sendete von 1994 bis 1998 ein Mal im Monat über die Ruhrwelle. Die Themen spiegeln das Diskussions- und Aktivitätsspektrum der 1990er Jahre wider. Die Macherinnen brachten damit eine Gegenöffentlichkeit zum Medienmainstream zu ihren Hörerinnen nach Hause, bevor das Internet populär wurde.

Weitere Ausstellungen

Bochum – das fremde und das eigene. Geschichte in Bewegung

In derzeit sechs eigenständigen Abteilungen zeigt die Ausstellung, dass Migration kein Sonderfall in der Geschichte war, sondern der Normalfall ist. Damit eröffnet sie einen besonderen Zugang zur Stadtgeschichte. Doch nicht allein Migration ist das Thema, sondern das Wechselspiel von fremd und eigen im historischen Längsschnitt: von der Ur- und Frühgeschichte bis (fast) zur Gegenwart. Die Ausstellung präsentiert sie sich im „neuen Gewand“: Stadtgeschichte in Bewegung!
 

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  • Kinoveranstaltungen am Donnerstag
  • filmisches Schulprogramm
  • Ausstellungsführungen für Schulklassen
  • kostenpflichtige Gruppenführungen durch die Ausstellungen

jeweils unter Telefon: 0234 910-9510
(während der Öffnungszeiten der Ausstellungen)