Gesundheit

Hinweise für Sprayer

Sprayer mit Atemschutz

Gefahren beim Sprayen durch Inhaltsstoffe

Ein oft vernachlässigtes Thema ist der gesundheitliche Eigenschutz der Sprayer. Aus diesem Grund soll hier auf die wichtigsten Gesichtspunkte zum Thema Gesundheitsschutz eingegangen werden.

  • Durch die Gefahrstoffverordnung aus dem Jahre 2005 sind nun Personen, die Tätigkeiten mit Gefahrstoffen durchführen, den Beschäftigten gleichgestellt. Dies hat zur Konsequenz, dass die Veranstalter und Auftraggeber von Graffiti-Aktionen diese Bestimmungen zu beachten haben und für ausreichende Schutzmaßnahmen verantwortlich sind.

  • In den Materialien (Sprühlacke und -farben, Filzmarker, ...) sind gefährliche Inhaltsstoffe enthalten (Lösungsmittel, Treibgase, Glykole, Aceton, ...).
Lösungsmittel sind Stoffe, die andere Stoffe (Gase, Flüssigkeiten, Feststoffe) lösen können, ohne dass es zu einer chemischen Reaktion zwischen dem Lösungsmittel und dem gelösten Stoff kommt.

Treibgas ist eine Komponente in Sprühdosen zum Aufschäumen / zur Volumenerweiterung.

Glykole gehören zu den Alkoholen und können als Lösungsmittel in Lacken und Farben dienen.

Aceton findet als Lösungsmittel und Ausgangsstoff für chemische Prozesse Verwendung
  • Die Kennzeichnung auf den Verpackungen (Gefahrenhinweise, Gefahrensymbole, ...) sollten unbedingt beachtet werden.
     
  • Auch die Hinweise auf physikalische Gefahren (Entzündlichkeit, Behälter unter Druck, ...) und damit verbundene Angaben zum Gebrauch und zur Lagerung sollten berücksichtigt werden.

  • Die Kennzeichnung von Gefahrstoffen wird sich künftig ändern, um eine europaweite Angleichung zu erreichen. Ausführliche Informationen dazu hat das Umweltbundesamt in einer Broschüre zusammengefasst. Diese kann aufgerufen werden über www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-I/3332.pdf.

  • Reizungen der Augen- und Nasenschleimhaut, Schläfrigkeit und Benommenheit, Hautreizungen, Ausschläge, allergische Reaktionen, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel bis hin zu negativen Auswirkungen auf die Blutwerte und die inneren Organe sind beispielsweise möglich.

  • Die Einflüsse der Inhaltsstoffe auf die Gesundheit sind umso größer, je regelmäßiger und länger man mit ihnen in Kontakt kommt.

  • Das Tragen von Atemschutzmasken, Handschuhen und Kleidung, die den Großteil der Haut abdeckt, ist in jedem Fall ratsam und schützt vor dem Kontakt mit den Substanzen über die Atemwege und die Haut.

  • Beim sogenannten etching sind die verwendeten Säuren so gefährlich, dass unbedingt von einer Benutzung abzuraten ist!!! Das Risiko ist einfach zu hoch! Aus diesem Grund werden für diese Form des Graffito auch keine legalen Aktionen und Flächen angeboten.


Gefahren beim Sprayen an gefährlichen Orten

Die Gefahren illegaler, waghalsiger Aktionen

Oft werden illegale Bilder im Schutz der Dunkelheit auf Zugwaggons oder Lärmschutzwänden von viel befahrenen Straßen angebracht. Diese Aktionen bergen viele Gefahren, welche du auf jeden Fall bedenken solltest!

  • Die Dunkelheit beeinträchtigt grundsätzlich deine Wahnehmung!

  • Dunkle Kleidung sorgt dafür, dass dich keiner so schnell sieht - auch nicht, wenn der Betroffene vielleicht ausweichen muss.

  • Ein Sturz aus großen Höhen kann weitreichende Verletzungen mit sich bringen.

  • Besonders Bahnanlagen bergen viele unterschätzte Gefahren:

    • Im Schienenverkehr fahren die Züge nicht - wie auf der Straße - unbedingt rechts

    • Auf mehreren Gleisen können auch mehrere Züge in die unterschiedlichsten Richtungen fahren.

    • Züge sind spurgebunden. Das bedeutet, der Lokführer kann einem Hindernis nicht ausweichen.

    • Oft ist ein Zug erst zu hören, wenn er sich in unmittelbarer Nähe befindet, weil die Fahrgeräusche durch Wind oder andere Faktoren abgeschwächt werden.

    • Der Bremsweg eines Zuges ist enorm lang. Ein mit 100 km / h fahrender Zug hat einen Bremsweg von bis zu 1.000 Metern. Auch wenn der Lokführer auf gerader Strecke frühzeitig und aus weiter Entfernung ein Hindernis erkennt, kann er meistens den Zug nicht mehr rechtzeitig zum Stehen bringen.

    • Die Spannung der Oberleitung der Bahn beträgt 15.000 Volt. Der Strom kann bei einer Annäherung auf wenige Meter überspringen. Auch das Berühren von Gegenständen, die Kontakt zur Oberleitung haben, kann dazu führen, dass der Strom übergeleitet wird. Unfälle dieser Art und Weise enden meist tödlich.

    • In verschiedenen Städten wird der Strom über eine Stromschiene geführt, die sich am Boden unmittelbar am Gleisbett befindet. Die Stromabnehmer am Eisenbahnwaggon befinden sich auf Kniehöhe und können bei Berührung lebensgefährliche Restspannungen übertragen.

    • Ein vorbeifahrender Zug entwickelt einen so starken Sog, dass Personen unter den Zug gerissen werden können. Diese Gefahr ist im Tunnel besonders groß.

    • Wer die Schnellbremsung eines Zuges durch unbefugtes Betreten der Bahnanlagen verursacht, muss mit privat- und strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

    • Die Weichenführung der Züge ist zum Teil sehr unübersichtlich. Der Fahrweg der Züge kann daher oft nicht vorhergesehen werden.

    • Weichen können bei der Umstellung darin befindliche Körperteile zerquetschen.

    • Auf Schienen und Eisenbahnschwellen besteht Rutschgefahr. Vor allem wenn es nass auf dem Untergrund ist, wird die Gleisanlage rutschig.

    • Ein Sturz mit dem Kopf auf die harten Schienen kann dazu führen, dass man das Bewusstsein verliert.

    • Nachts werden Waggons auf Rangierbahnhöfen ohne Licht bewegt.

    • Diese und viele weitere Gefahren ergeben sich beim Betreten der Bahnanlagen, daher ist unbefugten Personen das Betreten nicht gestattet. Das Betreten der Gleisanlagen ist je nach örtlichen Umständen strafbar oder stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.


Gefahren bei der Beseitigung

Natürlich liegt es in Ihrem Interesse als Eigentümer, unerwünschte Graffiti zu entfernen und den ursprünglichen Zustand Ihres Eigentums wiederherzustellen. Trotzdem sollten bei der Beseitigung von Graffiti bestimmte Aspekte zum Wohle Ihrer Gesundheit berücksichtigt werden.

  • Beachten Sie die Verpackungshinweise und Sicherheitsdatenblätter zu den verwendeten Reinigungsmitteln..

    Auf einem Sicherheitsdatenblatt werden Sicherheitshinweise für den Umgang mit gefährlichen Substanzen angegeben. Sie müssen vom Hersteller oder Vertrieb der gefährlichen Substanz, beziehungsweise der Zubereitung, die gefährliche Substanzen enthält, zur Verfügung gestellt werden und enthalten unter anderem Angaben zu Zusammensetzung, Gefahren, Verhaltensregeln beim Gebrauch, ökologischen und toxikologischen Eigenschaften sowie der Entsorgung.

  • Die Kennzeichnung von Gefahrenstoffen wird sich künftig ändern, um eine europaweite Angleichung zu erreichen. Ausführliche Informationen dazu hat das Umweltbundesamt in einer Broschüre zusammengefasst.

  • Bei der Arbeit mit dem Hochdruckreiniger können entstehende Aerosole die Lunge belasten.

  • Das Tragen von Atemschutzmasken, Handschuhen und Kleidung, die den Großteil der Haut abdeckt, ist in jedem Fall ratsam und schützt vor dem Kontakt mit den Substanzen über die Atemwege und die Haut.