Wasserqualität
Der Ümminger See als innerstädtisches Stillgewässer besitzt nur eine eingeschränkte Wasserqualität. Und das, obwohl die Siedlungsabwässer seit 1961 geklärt werden.
Zum einen fließt das Grubenwasser in den See, was zum Erhalt der Wassermenge des Sees auch erforderlich ist. Dieses Tiefengrundwasser ist chemisch anders zusammengesetzt als Oberflächen-Grundwasser: Vor allem ist es salzhaltiger.
Bei Starkregen gelangt mit der neuen Wasserweiche der Überlauf des Harpener Bachs in den See.
Nach dem Umbau 2023/2024 verläuft der Harpener Bach um den See herum und führt ausschließlich Bachwasser.
Nährstoffe für den See?
Der Ümminger See leidet - wie die meisten innerstädtischen Stillgewässer - unter Überdüngung. Diese so genannte Eutrophierung hat zum Teil natürliche Ursachen: Umstehende Bäume bringen über das Laub Nährstoffe ein, und sogar der Regen und Staubpartikel enthalten Stickstoff- und Schwefelverbindungen. Der Zulauf eines Baches kann abgespülten Oberboden mit eintragen.
Die Nährstoffe lassen Mikroorganismen und Algen wachsen. Wenn sie später absterben und zu Boden sinken, bilden sie dort eine „Zehrschicht“. Bei der Zersetzung wird Sauerstoff verbraucht und Faulgas (Methan) produziert. Gerade an warmen Sommertagen gedeihen und zersetzen sich die Pflanzen und Bakterien bestens. Erschwerend kommt hinzu, dass sommerwarmes Wasser ohnehin weniger Sauerstoff halten kann als kaltes Wasser. So fehlt den Tieren am Grund des Sees die Luft zum Atmen: Fische schnappen dann an der Oberfläche nach Luft, vor allem wenn der See flach ist.
Wenn ein Gewässer „umkippt“
Kommt dann noch die (aus gutem Grund verbotene) Fütterung der Enten hinzu, wird es „eng“. Die vielen Nährstoffe führen zur sommerlichen Explosion des Algen- und Bakterienbestandes. Dadurch wird das Wasser so getrübt, dass der Seegrund nicht mehr erkennbar ist.
In extremen Fällen kommt es zum “Umkippen” des Sees: Es wird mehr Sauerstoff verbraucht als neu eingetragen wird. Fast alle Tiere des Gewässers, auch Fische, sterben an Sauerstoffmangel und Methanvergiftung.
Die Fontäne bringt Sauerstoff
Ein kräftiger Regen bringt in solchen Notsituationen des Sauerstoffmangels Linderung: Mit den Wassertropfen wird Luft ins Wasser geführt und Methan kann entweichen.
Die Wasserfontäne ist also nicht nur schön anzusehen, sondern sie führt dem Ümminger See Sauerstoff zu. An heißen Sommertagen kann das die Rettung für Fische und viele andere im Wasser lebenden Tiere sein.
Erfreulicher Nebeneffekt: das angenehme Rauschen der Fontäne übertönt den Lärm der nahe gelegenen Autobahn.