Kleine Inseln sind bei vielen Tierarten sehr beliebt: Nicht das von uns Menschen empfundene Idyll zieht sie an, sondern die Störungsfreiheit, insbesondere beim Nisten. So auch auf der Vogelinsel im Ümminger See.
Mutter und Kind
Seit Jahren ziehen hier Graureiher ihre Jungen groß. Hunde und Füchse kommen nur selten hinübergeschwommen, so dass Störungen kaum vorkommen und sich die Tiere recht sicher fühlen.
Graureiher
Zum Schutz der Tiere ist es nicht erlaubt, die Vogelinsel zu betreten. Graureiher reagieren nämlich empfindlich auf Störungen und verlassen ihre Brutkolonie möglicherweise auf immer.
Graureiher sind prächtige Vögel von beinahe einem Meter Höhe und einer Flügelspannweite bis zu zwei Metern. Sie stehen oft minutenlang regungslos am Ufer oder im seichten Wasser, um im blitzschnellen Schnabelstoß kleine Fische zu jagen. Das brachte ihnen auch den umgangssprachlichen Namen „Fischreiher“ ein.
Eine Liebe für immer
Das Zusammenleben der Graureiher hat nahezu etwas Romantisches an sich: Die Paare leben zumeist ein Leben lang zusammen. Das Nest aus Reisig befindet sich manchmal am Boden, meist aber einige Meter hoch gelegen in Gehölzen. Das Männchen schafft dazu die Reiser heran, das Weibchen fügt das Ganze nicht all zu filigran zueinander. Wenn es geht, werden bereits vorhandene Nester genutzt und lediglich renoviert. Graureiher suchen für das Brutgeschäft die Gesellschaft anderer Paare, Kolonien sind nicht selten.
Graureiher sind eigentlich Zugvögel, sie halten sich jedoch nicht streng daran: Zumeist ziehen sie nur einige 100 Kilometer, viele Tiere überwintern sogar hier in NRW.
Die Insel ist für alle (Tiere) da
Ungestört von Menschen und Hunden lieben auch andere Tiere die Vogelinsel. So leben oder rasten hier Kormorane, Blässrallen, Nilgänse, Kanadagänse und Stockenten.
Der besondere Stolz Bochums sind aber die Eisvögel: Die „fliegende Edelsteine“ genannten, bunt schillernden Vögel nisten an einigen Stellen Bochums, so auch im Umfeld des Ümminger Sees. Auf der neu angelegten Insel wurden Nistwände mit Brutröhren installiert, die den Tieren helfen sollen, hier am See ihre Jungen aufzuziehen.
Phantastisch ist es zu beobachten, wenn ein Eisvogel im Sturzflug ins Wasser eintaucht und die Jagd mit einem kleinen Fisch oder einer Amphibienlarve im Schnabel erfolgreich abschließt.