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Internationale Gartenausstellung 2027

Bochumer Parkrunde

Umwelt- und Grünflächenamt

In der Rubrik „Unsere Gärten“ nimmt die Stadt Bochum mit der “Bochumer Parkrunde“ teil. Bereits 2016 hat Bochum das Projekt bei der IGA-Bewerbung als eines der ersten von rund 130 Projekten im Verbandsgebiet gemeldet. Das Ziel: Vorhandenes aufwerten und Neues schaffen. Immer im Blick ist die nachhaltige Entwicklung und Verbindung von biodiversen Freiräumen, Erholungs- und Freizeitangeboten für alle.

Im weiteren Verlauf wurden aus diesem Ideenpool 38 landschaftsgestalterische, städtebauliche und touristische Projekte als IGA-fähig ausgewählt. Die Bochumer “Bochumer Parkrunde“ war eine davon. Gemeinsam mit dem OSTPARK erhielten beide Projekte am 28. August 2025 den 3. Stern, das heißt sie werden mit Unterstützung der IGA- GmbH beworben und in den Zukunftsgärten als dezentrale Highlights präsentiert.

Was meint die Bochumer Parkrunde?

Die Bochumer Parkroute verbindet gleich vier der bedeutendsten Parkanlagen der Stadt: den Bochumer Stadtpark, den Schlosspark Weitmar, den Westpark und den Botanischen Garten der Ruhr-Universität Bochum.

Es sind vier unterschiedliche Parktypen, die das jeweilige gesellschaftliche Bild ihrer Zeit widerspiegeln und in die Zukunft tragen.

Der ursprünglich im Privatbesitz befindliche Park wurde 1972 an die Stadt Bochum verpachtet und somit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Er beherbergt Jahrhunderte alte heimische Bäume wie Esskastanien, Eiben, Eichen und Buchen sowie einen Bestand an einzelnen außereuropäischen Gehölzen.

Der Park, einst als Lehns-, später Gutshof im 11. Jahrhundert gegründet, ist heute im landschaftlichen, malerischen Stil gestaltet. Vorbild war der englische Landschaftsgarten, der seinen Höhepunkt im 18. Jahrhundert erlebte und der u.a. Ausdruck eines politischen Statements des liberalen Landadels war. Dieser Liberalismus einer von Zwängen befreiten Gesellschaft sollte sich in Parkanlagen im Stil des Englischen Landschaftsgartens wiederfinden, in dem man die scheinbar unberührte Natur als Ausdruck freien Denkens in den Vordergrund stellte.

Der Park wurde zum Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 unter dieser Prämisse generalsaniert und erweitert. Die im Park vorhandenen Ruinen wurden bautechnisch gesichert. Die im englischen Landschaftsgarten häufig künstlich errichteten Ruinen sind in Weitmar allerdings echt. Sie erfüllen keinen dekorativen Zweck. Sie sind Ergebnis des Zweiten Weltkriegs und des anschließenden zeitbedingten Verfalls. Gleichwohl erinnern sie an die Vergänglichkeit und prägen das für Landschaftsgärten stilechte, etwas verklärte Naturgefühl.

Der Landschaftspark von Haus Weitmar bietet vor allem der zeitgenössischen Plastik einen passenden Raum. Entlang des gewundenen Pfades haben Werke bedeutender zeitgenössischer Vertreter der Neuen Konkreten Kunst Platz gefunden. Zu nennen sind hier Erich Reusch, Guiseppe Spagnulo, Lee Ufan, Francois Morellet, Richard Serra, Ulrich Rückriem und David Rabinowitch. Gemäß den Vorstellungen der Planung können und sollen individuelle Wege gefunden werden, um die Ausstellungsfläche im Freien zu erkunden.

Mit dem Kubus, dem MUT und der Situation Kunst ist ein künstlerisches Zentrum und ein Erholungsschwerpunkt nicht nur für musisch Interessierte geschaffen worden. Die CafeRösterei Baristoteles versorgt alle mit dem die Sinne weckenden “Feinkoks“.

Der Stadtpark Bochum präsentiert sich als lebendiger Park im Stile des englischen Landschaftsgartens, der einschließlich dem angrenzenden Gründerzeitviertel über eine Denkmalverordnung unter Schutz gestellt wurde. Verschiedene Parkräume wie das Rosenparterre, der Heidegarten, die Rhododendren- und Staudenpartien, der alte vielfältige in das abwechslungsreiche Geländerelief eingebettete Baumbestand und der Teich mit Wasserfall und Hochfontäne machen ihn zu einem beeindruckenden Erlebnis von historischer Gartenkunstgeschichte.

Dem Zeitgeist entsprechend wurde der Stadtpark 1876 von Anton Strauss im “gemischten Stil“ gebaut und von Ernst Finken von 1903 bis 1908 auf rund 31 Hektar erweitert. Malerische, landschaftliche Gartenräume wechseln mit geometrischen Gestaltungselementen in Verbindung mit Eingangs- und Erschließungsachsen und Schmuckbauten. Dem Repräsentationsbedürfnis folgend, pflanzte man gut 700 verschiedene, zum Teil fremdländische Gehölze. Ihr bizarrer Wuchs, ihre auffallende Belaubung und ihre kontrastreiche, leuchtende Herbstfärbung erzeugen besonders reizvolle Landschaftsbilder im bewegten Gelände.
In den Jahren 1933 bis 1939 wurde der Stadtpark um einen Tierpark erweitert, der später aus dem öffentlichen Park herausgenommen wurde, sich etablierte und heute Jung und Alt anlockt. Der 1910 errichtete Bismarckturm ist noch heute ein Aussichtsturm mit einer Ausstellung im Inneren des Turms. Das alte Parkhaus beheimatet die Stadtparkgastronomie mit großem Biergarten und einer Konzertmuschel. Ein Wasserspielplatz ergänzt das historische Ensemble. Das am Minigolfplatz befindliche Milchhäuschen ist als Eiscafe und Bistro sehr beliebt. Für Kunstinteressierte bietet der Park moderne Plastiken von Ales Veselly und Giuseppe Spagnulo.

Der gesamte Stadtpark erhielt von 2024 bis 2026 unter gartendenkmalpflegerischer Begleitung eine große Sanierung und wurde fit für die IGA 2027 gemacht. Dabei wurde besonders auf die heutigen Anforderungen an Freizeit und Spiel sowie klimatische und ökologische Aspekte Wert gelegt. Neben den Gehölzen finden sich nun viele Stauden in Form von Beeten und Blumenwiesen.

Die 1961 gegründete und 1965 eröffnete Ruhr-Universität ist als die erste Neugründung einer Volluniversität in der Bundesrepublik und die erste Universität des Ruhrgebietes bedeutend für Bochum. Das von Kaiser Wilhelm verhängte Verbot der Universitätsgründung in der von der Arbeiterschaft dominierten Region war damit überwunden.

Der Botanische Garten spannt den Bogen zu internationaler Lehre und Forschung. Gleichzeitig soll der Botanische Garten den Übergang in die freie Landschaft garantieren. Ziel war es, Universität und Stausee in Beziehung zueinander zu setzen und beide in die vorhandene, als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesene Umgebung zu integrieren. So breitet sich heute der Botanische Garten auf einer Fläche von 13 Hektar harmonisch in die Umgebung aus. Heute gehört er zu den zehn renommiertesten Gärten in Deutschland.

Die Universität mit Botanischem Garten wurde 2019 unter Denkmalschutz gestellt.
Das Besondere:

  • die geografische Gliederung (Gliederung der Vegetation nach Erdteilen)
  • die besondere Wegeführung mit Treppen, Terrassen, Stützmauern, Plätzen
  • die Geländemodellierung
  • die Gewässer
  • die raumwirksamen Gehölzstrukturen und Freiflächen

Ein besonderer Schatz ist der 1990 erbaute Chinesische Garten, ein klassischer Gelehrtengarten im südchinesischen Stil. Der mitten im Botanischen Garten gelegene historische Beckmanns Hof bietet montags bis freitags ein gastronomisches Angebot an.

In direkter Nähe zur Bochumer Innenstadt ist auf einem rund 35 Hektar großen Areal mit hervorragender Verkehrserschließung – durch PKW, Bus, U-Bahn, Fahrrad oder zu Fuß – ein öffentlicher Stadtpark neuen Typs entstanden, in den sich noch langfristig bauliche Strukturen für Wohnen, Dienstleistung und Gewerbe einbetten sollen. Die städtebauliche Planung und der darin enthaltene Freiraum bauen auf den historischen Strukturen auf. Sie formen diese Strukturen durch zeitgemäße Architektur und Gestaltung weiter und sogar noch etwas markanter heraus.

Der Westpark steht aber auch für eine hundertfünfzigjährige Industriegeschichte. So lange ist in unmittelbarer Stadtnähe Eisen und Stahl verhüttet worden. 1986 wurden die Produktionsanlagen stillgelegt und bis auf wenige die Gebäude abgerissen.

Der Westpark formt die historischen Zeugnisse der stahlindustriellen Vergangenheit, die künstliche Topographie und die auf den Extremstandorten spontan aufgekommene Vegetation, zusammen mit neuen Gestaltungselementen zu einer ihm eigenen Parkästhetik.

Die Idee entstand während der Internationalen Bauausstellung Emscher Park 1989/1999. Das Gesamtareal wurde von 1999 bis 2007 in mehreren Bauabschnitten mit städtebaulichen Fördermitteln zum endgültigen Westpark. Die ehemals "verbotene Stadt" wurde zum beliebten Ausflugsziel auf den Spuren von Industrienatur und Industriekultur sowie vielseitiger Veranstaltungsort. Nach vergnüglichen Stunden im Park kann man es sich bei einem Mittagessen oder Stückchen Kuchen in der Künstlerkantine mit ihrem Industriecharme im ehemaligen Pumpenhaus gemütlich machen.

Der Stadtteilpark ist durch seine Nähe zum Zentrum in ein innovatives Gestaltungskonzept integriert. Als Erlebnislandschaft sowie Naherholungsgebiet für die umliegenden Wohnquartiere ist der Westpark auch Teil eines stadtübergreifenden Radwegenetzes.

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