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Stadtarchiv

Schaufenster Stadtgeschichte

Monatliche Reihe des Stadtarchivs - Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte

Stadtarchiv

Das „Schaufenster Stadtgeschichte“ präsentiert einmal im Monat ein besonderes Dokument oder Objekt aus den Beständen des Stadtarchivs - Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte.

Auf diese Weise werden nicht nur historische Ereignisse oder Persönlichkeiten vorgestellt. Das „Schaufenster Stadtgeschichte“ gewährt auch einen Einblick in die bunte Vielfalt der historischen Zeugnisse, die zum kulturellen Erbe Bochums gehören und die im Stadtarchiv - Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte verwahrt werden.

Archivale des Monats

“Eck bliev bie Wattsche“ – Die Entstehung der kreisfreien Stadt Wattenscheid am 1. April 1926

Denkschrift
Archivale April 2026 (Quelle: Stadt Bochum)

Der explosionsartige Anstieg der Bevölkerung im heutigen Ruhrgebiet erforderte Anfang des 20. Jahrhunderts Anpassungen an den Gebietszuschnitten und Stadtgrenzen. Aus kleinen Dörfern oder Städten waren binnen weniger Jahrzehnte ansehnliche (Groß-) Städte geworden, die teils noch in Ämtern und Landkreisen zusammengefasst waren. Wattenscheid etwa gehörte seit 1885 als Amt mit den Gemeinden Eppendorf, Günnigfeld, Höntrop, Leithe, Munscheid, Sevinghausen und Westenfeld zum Landkreis Gelsenkirchen. Dieser wurde durch das „Gesetz über die Neuregelung der kommunalen Grenzen im rheinisch-westfälischen Industriebezirke“ zum 1. April 1926 aufgelöst. Der nun kreisfreien Stadt Wattenscheid wurden mit demselben Gesetz die oben genannten Gemeinden zugeordnet. 

Im Vorfeld dieser Eingemeindungen in die Stadt Wattenscheid wurden dort wie überall im westfälischen Teil des Ruhrgebiets Denkschriften und dergleichen in Richtung der Entscheidungsträger in Berlin verfasst. Neben handfesten Wirtschaftsinteressen war es auch der Wille der Bevölkerung, mit dem für die Schaffung der neuen Mittelstadt Wattenscheid geworben wurde. In einer Denkschrift heißt es dazu: „Die erdrückende Mehrheit in Volksabstimmung und bei den Gemeindevertretern für die Wiedervereinigung ergibt sich aus folgender Zeichnung: 25.000 Wahlberechtigte in Stadt und Amt haben sich durch Urabstimmung oder Billigung der Gemeindebeschlüsse für die Wiedereinführung von Stadt und Amt erklärt. Nur 1.400 Wähler wollen nach Bochum. Nur 16 Wähler wollen nach Gelsenkirchen“. Die in dieser Denkschrift enthaltene, comicartige Zeichnung verdeutlicht klar den Wunsch der Wattenscheider, künftig in einer unabhängigen und freien Stadt zu leben. Von dieser selbstbewussten Forderung nach Unabhängigkeit von den Nachbarstädten zeugt vor allem auch die im Wattenscheider Platt ausgesprochene Losung „Ich bleibe bei Wattenscheid“!