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Bauwerke

Historisches Rathaus

Bauwerke

Vormaliges Rathaus im umgebauten Hotel „Kaiserlicher Hof“.
Vormaliges Rathaus im umgebauten Hotel „Kaiserlicher Hof“. (Quelle: Stadt Bochum)

Durch die Industrialisierung verwandelte sich Bochum um 1900 von einer kleinen Ackerbürgerstadt in eine Großstadt. Zuzug und Eingemeindungen ließen die Einwohnerzahl rapide ansteigen. Das Rathaus, welches sich ab 1886 auf dem heutigen Willy-Brandt-Platz befand, genügte recht bald nicht mehr den wachsenden Anforderungen. 1926 wurde der Architekt Karl Roth aus Darmstadt mit dem Entwurf eines Neubaus beauftragt. Das monumentale und damals hochmoderne Verwaltungsgebäude konnte bereits 1931 eingeweiht werden. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Rathaus starke Schäden.

Die Errichtung des jetzigen Rathauses kostete – nicht zuletzt wegen der Weltwirtschaftskrise – größere Summen als ursprünglich geplant. Die angebliche Geldverschwendung bei der künstlerischen Ausgestaltung des Gebäudes nutzten die Nationalsozialisten bereits in den 20er Jahren, um gegen den amtierenden, jüdischstämmigen Bürgermeister Dr. Otto Ruer eine Hetzkampagne zu führen. Nach der Machtübernahme Adolf Hitlers durch die Reichstagswahl am 5. März 1933 wurde Otto Ruer aus dem Amt gejagt. Aus Verzweiflung angesichts seiner Anklage wegen Verschwendung öffentlicher Gelder nahm er sich Ende Juli 1933 das Leben.

Eingang Innenhof Rathaus Bochum
Am 17. April 1940 wurden die Skulpturen im Innenhof des Rathauses entfernt und wie reichsweit viele Metallkunstwerke Rüstungszwecken zugeführt. (Quelle: Stadt Bochum)

Bei der Kommunalwahl vom 12. März 1933 konnte die NSDAP ihre Stellung mit über 39 % der Stimmen ausbauen und festigen. Links orientierte Wähler wurden im Vorfeld eingeschüchtert und von der Wahl abgehalten. Oberbürgermeister wurde der erst 34-jährige Chefredakteur der nationalsozialistischen Zeitung „Rote Erde“, Dr. Otto Leopold Piclum. Nach dem reichsweiten Erlass des Ermächtigungsgesetzes vom 24. März 1933 war das Ende der parlamentarisch-demokratischen Verhältnisse auch in Bochum praktisch besiegelt. Die Verwaltung wurde infolgedessen „gleichgeschaltet“ und von unliebsamen Beamten „gesäubert“.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges erfolgte eine Besinnung zu freiheitlichem Denken und Handeln. Nach anfänglich stärkerer Kontrolle durch die Alliierten, markiert die erste freie Wahl der Stadtverordneten am 30. Oktober 1946 einen besonderen Punkt bei der Rückkehr zu parlamentarisch-demokratischen Prinzipien