Pflegende Angehörige leisten einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung und Begleitung pflegebedürftiger Menschen. Die Übernahme von Pflegeverantwortung kann zugleich mit erheblichen körperlichen, psychischen, zeitlichen und finanziellen Belastungen verbunden sein. Um diese besser bewältigen zu können, arbeitet die Stadt gemeinsam mit pflegenden Angehörigen sowie Partnern aus Wissenschaft und Praxis daran, Unterstützungsstrukturen zu verbessern.
Dazu erhält die Stadt Bochum nun 90.000 Euro für das Projekt „Stark für pflegende Angehörige in Bochum: Kommunale Strukturentwicklung und Aktionsplanung für Gesundheit und Teilhabe“. Das insgesamt dreijährige Vorhaben läuft seit dem 1. November und wird im Rahmen des Kommunalen Förderprogramms des GKV-Bündnisses für Gesundheit zur Gesundheitsförderung und Prävention für vulnerable Zielgruppen gefördert.
Das Projekt zielt darauf ab, die Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe pflegender Angehöriger zu stärken und die kommunalen Unterstützungsstrukturen bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Zu Beginn werden die bestehenden Beratungs-, Unterstützungs- und Entlastungsangebote in Bochum systematisch erfasst und analysiert. Pflegende Angehörige bringen ihre Erfahrungen und Bedarfe in Interviews, Workshops und weiteren Beteiligungsformaten ein. Ergänzend werden Akteurinnen und Akteure aus Pflege, Gesundheit, Wissenschaft, Kommunalpolitik, Selbsthilfe und Ehrenamt beteiligt. Auf dieser Grundlage werden konkrete Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, Entlastung und Teilhabe entwickelt. Dazu gehören unter anderem niedrigschwellige Informations- und Kontaktangebote, Maßnahmen zur Förderung der Selbstfürsorge sowie Qualifizierungsangebote für ehrenamtlich Engagierte. Eine zentrale Maßnahme soll bereits während der Projektlaufzeit umgesetzt werden.
Die Erkenntnisse und entwickelten Maßnahmen fließen in einen kommunalen Aktionsplan für pflegende Angehörige ein. Dieser soll als Grundlage für die langfristige Weiterentwicklung der Bochumer Unterstützungsstrukturen und die Verankerung des Themas in kommunalen Planungsprozessen dienen. Das Projekt wird in Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum und „wir-pflegen e. V.“ umgesetzt. Eine Steuerungsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der Bochumer Pflege-, Gesundheits- und Unterstützungslandschaft begleitet den Projektverlauf.
Weitere Informationen hat die Stabsstelle Leben im Alter, Dr. Janina Kandt, E-Mail: JKandt@bochum.de
(4. November 2026)