In Bochum startet ein neues Projekt: „BO:StarQ: Startchancen im Quartier". Es unterstützt armutsgefährdete und -betroffene Bochumer Familien dabei, ihre Situation nachhaltig zu verbessern und bietet ihnen individuelle, ganzheitliche und niederschwellige Beratung und Begleitung vor Ort in den Bochumer Quartieren. Hilfe gibt es zu Themen wie Finanz- und Familienplanung, zu rechtlichen Pflichten und Möglichkeiten, oder einfach beim Ausfüllen von Anträgen und dem Austausch mit den Nachbarn, um ein gesundes Nachbarschaftsnetzwerk aufzubauen. Familien, die durch soziale Leistungen vom Staat unterstützt werden (also in Form von Bürgergeld, Arbeitslosengeld, Kinderzuschlag, usw.), können zudem längerfristige und ganzheitliche Begleitung erhalten. Alle Eltern, Erziehungsberechtigten und ihre Kinder sind stets beim „StarQMach-Mobil“, einem umgebauten Bauwagen, willkommen. Der Bauwagen, Baujahr 1978, ist sechs Meter lang, bemalt im schicken Bochum-Blau. Die Via Ruhr hat den Bauwagen umgebaut. Er ist Blickfang und Anlaufpunkt zugleich und wird an verschiedenen Standorten in Bochum unterwegs sein und bei kostenlosem Kaffee und Tee eine erste niederschwellige und aufsuchende Beratung anbieten.
Am 28. April kam das „StarQMach-Mobil“ zum ersten Mal zum Einsatz und stand vor dem Q1 im Bochumer Westend. Es zeigte sich, dass das Konzept funktioniert: Kinder und Eltern der nahegelegenen Kindervilla Pfiffikus, Familien aus der Umgebung, aber auch einfach neugierige Passanten aus dem Quartier, lernten sich in regem Austausch besser kennen. Auch Oberbürgermeister Jörg Lukat traf das BO-StarQ-Team vor Ort: „Armuts- und Einsamkeitsprävention gehen Hand in Hand“, betonte er. „Wenn Begegnungsstätten mobil in jede Nachbarschaft kommen können, entstehen ganz neue Zugänge zum gemeinsamen Miteinander.“
Die Stadt Bochum und die Bochumer Beschäftigungsförderungsgesellschaft arbeiten eng mit vier Trägern eng zusammen, die in ihren Quartieren bereits in verschiedenen Begegnungszentren das Vertrauen vieler Bürgerinnen und Bürger verdient haben: Dem Via Ruhr e.V. mit der IniQ in Querenburg, der bobeq GmbH in Wattenscheid-Mitte, dem IFAK e.V. mit dem Q1 im Bochumer Westend und der QBS Gewerkstatt gGmbH mit der Kastanie am Rosenberg. Das StarQMach-Mobil wird aber auch jenseits dieser Quartiere in Bochum zu verschiedenen Veranstaltungen und Festen in ganz Bochum im Einsatz sein.
Laut Sozialbericht 2024 ist in Bochum jedes fünfte Kind von Armut betroffen. „Die Zahlen sind in den vergangenen Jahren rückläufig“, betont Sozialdezernent Jens Vieting, „unsere Anstrengungen zeigen also Wirkung. Aber wir dürfen nicht nachlassen: Familienarmut ist gegenüber Kindern besonders ungerecht – Sie haben kaum Möglichkeiten, aus eigener Kraft etwas zu ändern“. Die Gründe für die Armut sind dabei vielfältig, Eltern können in den verschiedensten Bereichen unterstützt werden.
Das Projekt wird im Rahmen des Programms Aktiv(F) Plus durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds gefördert. Der Europäische Sozialfonds (ESF) ist Europas wichtigstes Instrument zur Förderung von Beschäftigung und sozialer Integration in Europa. Deutschland erhält in der ESF-Förderperiode 2021-2027 rund 6,56 Mrd. Euro. Davon fließen rund 2,22 Mrd. Euro in das ESF Plus- Bundesprogramm und rund 4,34 Mrd. Euro in die ESF-Aktivitäten der Bundesländer. Weitere Informationen zum ESF finden Sie unter: www.esf.de.
(29. April 2026)