Die Stadt Bochum baut ihr barrierefreies Angebot weiter aus: Am Mittwoch, 29. April, stellte Oberbürgermeister Jörg Lukat auf dem Konrad-Adenauer-Platz, mitten im beliebten Bermudadreieck, die so genannte „Toilette für alle“ vor. Das moderne WC-Modul schafft einen inklusiven Ort, der Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen den gleichberechtigten Zugang zum Ausgehviertel ermöglicht. Es handelt sich um ein Pilotprojekt im Zuge von „Bochums stille Örtchen“, einer Kernaktivität der Bochum Strategie.
Die neue „Toilette für alle“ bietet besondere Ausstattungsmerkmale, die speziell auf die Bedürfnisse von Personen zugeschnitten sind, die auf umfassende Unterstützung angewiesen sind. Dazu gehören unter anderem: eine große, stabile Pflege-Liege, geeignet sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene, ein Liftsystem für sicheres Umlagern, Platz für Rollstühle, Hilfsmittel und Begleitpersonen, eine automatische Zugangstür, ein unterfahrbares Waschbecken, Haltegriffe und rutschfester Boden. Die Kosten betragen rund 250.000 Euro.
Mit der „Toilette für alle“ verbessert die Stadt Bochum die Aufenthaltsqualität im Bermudadreieck für Menschen mit schweren oder mehrfachen Behinderungen. Sie schafft damit die Voraussetzung dafür, dass mehr Menschen am kulturellen Leben, an Veranstaltungen und gastronomischen Angeboten teilhaben können – ohne Barrieren und ohne Einschränkungen. „Bochum soll ein Ort sein, an dem jeder Mensch selbstbestimmt unterwegs sein kann – auch im beliebtesten Ausgehviertel der Stadt“, betont Oberbürgermeister Jörg Lukat „Diese neue Einrichtung stärkt die Inklusion und macht das Bermudadreieck für noch mehr Bürgerinnen und Bürger zugänglich.“
Die „Toilette für alle“ kann mit einem Euro-WC-Schlüssel geöffnet werden. Dieser Euroschlüssel ermöglicht Menschen mit Behinderungen einen selbstständigen und barrierefreien Zugang zu behindertengerechten Toiletten in ganz Europa.
Die Mandragora GmbH übernimmt die regelmäßige Reinigung und Pflege der „Toilette für alle“. Dies unterstreicht die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Stadt Bochum und den im Bermuda3Eck ansässigen Gastronomen. Und es zeigt, dass Verantwortung vor Ort übernommen und sich aktiv um den Erhalt und die Qualität der neuen Einrichtung gekümmert wird.
Seit 2009 ist in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft. Sie fordert die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben – unabhängig von Art und Schwere einer Behinderung. Die „Toilette für alle“ leistet hierzu einen wichtigen Beitrag, indem sie den gleichberechtigten Zugang zu sanitären Einrichtungen sicherstellt und damit gesellschaftliche Teilhabe konkret ermöglicht.
Die „Toilette für alle“ ist ein Projekt der bundesweit tätigen Stiftung „Leben pur“ und wird durch die Aktion Mensch gefördert. Die Stiftung Leben pur engagiert sich seit vielen Jahren für die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit komplexen Behinderungen.
(29. April 2026)