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Aktuelle Pressemeldungen

Expertinnen und Experten lassen sich Bochums Schwammstadt-Projekte zeigen

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Besichtigung des Bochumer Schwammstadt-Projekts (Quelle: Stadt Bochum/Lutz Leitmann)

Bochum ist Schwammstadt-Pionier, das hat sich auch bundesweit herumgesprochen. Um von den Bochumer Projekten zu lernen und sich bereits umgesetzte Maßnahmen demonstrieren zu lassen, waren am Dienstag, 28. April, fast 100 kommunale Entwässerungs-Fachleute aus ganz Deutschland in Bochum bei einer Tagung zu Gast. Auf dem Programm: Vorort-Termine an den großen Ausfallstraßen Alleestraße und Hattinger Straße.

Seit über einem Jahr befindet sich die Alleestraße, eine der wichtigsten Hauptstraßen in Bochum, im Umbau. Ein Ziel ist dabei die klimaresiliente Umgestaltung nach dem Prinzip der Schwammstadt, das heißt, dass Regenwasser nicht in die Kanalisation abgeleitet, sondern gespeichert oder in natürliche Gewässer abgeleitet wird. An der Alleestraße kommt dafür ein auf dem Markt einzigartiges System zum Einsatz.

Besichtigung des Schwammstadt-Projekts (Quelle: Stadt Bochum/Lutz Leitmann)

Zur Wasserspeicherung setzt die Stadt Bochum dabei in einem Pilotprojekt erstmals Steinwolle ein, die das Regenwasser aufnehmen und zeitverzögert an die umstehenden Bäume abgeben soll. Diese Bäume stehen in unterirdischen Trögen, so genannten Rigolen, in denen die Steinwolle das Wasser wie ein Schwamm aufnimmt. So wird in heißen Phasen für die Bewässerung der Pflanzen in der Umgebung gesorgt, aber auch für Abkühlung durch Verdunstung. Die Rigolen befinden sich in der Mitte der Straße, was den namensgebenden Alleecharakter noch stärker betont. Die Straßenoberfläche wird so modelliert, dass das Gefälle zur Mitte der Straße verläuft und so das Regenwasser den in Mulden liegenden Rigolen zuführt. Rund 100 Bäume sollen künftig von diesem Wasserreservoir profitieren, überschüssiges Regenwasser wird in den Marbach geleitet.  

Der Umbau der Alleestraße birgt dabei neue Herausforderungen selbst für das schwammstadterfahrene Bochum, das als eine der ersten Kommunen Deutschlands solche Maßnahmen bereits großflächig umgesetzt hat – sehen kann man das unter anderem an der Hattinger und der Castroper Straße. Hier wird das Regenwasser bereits Rigolen zugeführt und gespeichert. Aber auch das „Straßenwasser“ wird anders behandelt als in anderen Straßen: Der Boden in den Mulden übernimmt eine äußerst wichtige Rolle bei dessen Reinigung. Auf den Straßen befinden sich verschiedenste Schadstoffe, die nicht in den natürlichen Wasserkreislauf gelangen sollen. Mit der bepflanzten Bodenschicht soll die Natur imitiert werden. Denn in einer natürlichen belebten Bodenschicht finden verschiedene Prozesse statt, die schädliche Stoffe zurückhalten und zum Teil sogar abbauen. Das Regenwasser wird also quasi vorgereinigt in das unterirdische Rigolen-System eingeleitet.

Die Rigolen oder auch liebevoll „Cola-Kisten“ genannt, können wie Bausteine zusammengesetzt werden und bilden so einen beliebig großen unterirdischen Speicherraum für das anfallende Regenwasser. In der Hattinger Straße wurden vier solcher Rigolen-Speicherkörper eingebaut.

(29. April 2026)