Im Zusammenhang mit einer Kreuzfahrt, die im April 2026 in Südargentinien gestartet ist, wurden bei mehreren Passagieren Infektionen mit dem sogenannten Andes-Hantavirus festgestellt. Dieser in Südamerika vorkommende Virustyp wird durch dort heimische Nagetiere, insbesondere die Reisratte, übertragen. Seitdem kommt es vermehrt zu Anfragen beim Bochumer Gesundheitsamt.
Für die Bevölkerung in Bochum besteht derzeit keine akute Gefährdung. Die zuständigen Gesundheitsbehörden beobachten die internationale Lage aufmerksam und stehen im engen Austausch mit nationalen und internationalen Institutionen.
Hantavirus-Infektionen
Hantaviren kommen weltweit vor. Ihr Auftreten ist eng an die Verbreitungsgebiete ihrer jeweiligen Wirtstiere gebunden. In Deutschland sind vor allem die Rötelmaus und die Brandmaus als Reservoir relevant. Die Viren werden von infizierten Tieren über Speichel, Urin und Kot ausgeschieden und können auch in getrocknetem Zustand mehrere Tage infektiös bleiben.
Eine Übertragung auf den Menschen erfolgt in der Regel durch das Einatmen virushaltiger Partikel zum Beispiel über aufgewirbeltem Staub, durch Kontakt mit kontaminierten Materialien bei verletzter Haut oder durch Bisse. Viele Infektionen verlaufen ohne Symptome oder mit unspezifischen Beschwerden wie Fieber, Kopf-, Rücken- oder Bauchschmerzen. Schwere Krankheitsverläufe sind in Deutschland selten.
Eine Besonderheit stellt der südamerikanische Andes-Hantavirus dar: In seltenen Fällen ist hier auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich, insbesondere bei engem Kontakt oder Kontakt mit Körperflüssigkeiten.
Nach Einschätzung der zuständigen Gesundheitsbehörden und aufgrund der bereits ergriffenen Maßnahmen – insbesondere Isolierung von Kontaktpersonen sowie deren engmaschige Überwachung – ist eine Weiterverbreitung durch die betroffenen Kreuzfahrtteilnehmer wirksam unterbunden worden. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) bewertet das Risiko für die Allgemeinbevölkerung als sehr gering.
Ebolavirus-Infektionen
Ebola ist eine seltene, aber schwerwiegende Virusinfektion aus der Gruppe der hämorrhagischen Fieber. Die Erkrankung wird hauptsächlich durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Menschen oder Tiere übertragen und kann zu schweren inneren Blutungen führen.
Aktuell treten in Teilen Zentralafrikas, insbesondere in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda, Ebola-Ausbrüche auf. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine internationale Gesundheitsnotlage ausgerufen, um zusätzliche Ressourcen zu mobilisieren, die internationale Zusammenarbeit zu stärken und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Die Stadt Bochum bittet die Bevölkerung um sachliche Einordnung der aktuellen Meldungen. Für beide Erkrankungen gilt: Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung in Deutschland ist derzeit gering. Dennoch wird empfohlen, bei Reisen in betroffene Regionen die Hinweise des Auswärtigen Amtes und der Gesundheitsbehörden zu beachten, den direkten Kontakt mit Wildtieren und deren Ausscheidungen zu vermeiden sowie bei unklaren Krankheitssymptomen nach Auslandsaufenthalten medizinischen Rat einzuholen.
Bei weiteren Fragen können sich Bürgerinnen und Bürger per E-Mail an das Gesundheitsamt der Stadt Bochum wenden: Anliegen-Gesundheitsamt@bochum.de.
(27. Mai 2026)