Die Untere Denkmalbehörde der Stadt Bochum hat die postmoderne Wohnanlage „KoWoBo“ in Bochum-Wiemelhausen in die Denkmalliste der Stadt Bochum eingetragen. Damit wird die besondere architektonische, städtebauliche und sozialgeschichtliche Bedeutung des Ensembles Auf der Papenburg gewürdigt, das von 1976 bis 1981 von einem Baukollektiv geplant und zwischen 1981 und 1984 vom Bochumer Architekten Reiner Nüsslein verwirklicht wurde.
Die Wohnanlage besteht aus zwei Hauptbaukörpern. Sie ist ein einzigartiges Beispiel für „kommunikatives Wohnen“ der 1980er und Ausdruck eines alternativen Lebens- und Gemeinschaftskonzepts der so genannten „68er“- Generation. Besonders ist die Gestaltung mit individuellen Wohnungsgrundrissen und den gemeinschaftsorientierten Bauformen. Der Garten ist ebenfalls Teil des Denkmals und dient als gemeinschaftlich genutzte, ökologische Fläche.
Die Gesamtgestaltung dokumentiert beispielhaft den Geist der 1960er- und 1980er-Jahre, in denen Architektur und Bildungswesen eng verbunden waren. Das Ensemble steht zugleich für die Idee des gemeinschaftlichen und interkulturellen Zusammenlebens.
Die Stadt Bochum hat die Wohnanlage „KoWoBo“ im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit dem Kunstgeschichtlichen Institut der Ruhr-Universität zur Erfassung der jungen Bochumer Bauten mit Studierenden untersucht. Auf dieser Grundlage hat die Untere Denkmalbehörde gemeinsam mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe die weiteren Untersuchungen und schließlich in diesem Frühjahr die Unterschutzstellung zum Denkmal vornehmen können.
Heike Möller vom Amt für Stadtplanung und Wohnen übergab den Eigentümerinnen und Eigentümern der „KoWoBo“ am Montag, 22. Juni, offiziell die Denkmalplakette. Mit der Übergabe der Denkmalplakette wird dieser Ort der Begegnung und des gemeinsamen Wohnens nun auch sichtbar als Teil des baukulturellen Erbes Bochums ausgezeichnet.
(24. Juni 2026)