Seit inzwischen 150 Jahren ist er die grüne gute Stube der Stadt: Der Stadtpark Bochum ist der älteste Landschaftspark im Ruhrgebiet. Mit dem romantischen Gondelteich und seinen markanten Wasserfontänen, dem 1909 errichteten Bismarckturm sowie den vielfältigen Themengärten zählt der rund 31 Hektar große Park zu den schönsten Anlagen seiner Art in Nordrhein-Westfalen. In einem Jahr soll er bei der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 im Ruhrgebiet glänzen und wird deshalb gerade umfassend saniert. Zeit, sich einen Überblick zu verschaffen: Was ist fertig, was kommt noch?
Am Donnerstag, 23. April, auf den Tag genau ein Jahr vor dem Start der IGA, führte Bochums Oberbürgermeister Jörg Lukat eine Gruppe Bürgerinnen und Bürger bei einer Baustellenbegehung und zeigte den Fortschritt der Arbeiten. „Den Stadtpark kennt jede Bochumerin und jeder Bochumer. Jeder war schon mal hier, um sich zurückzuziehen, zu entspannen oder andere zu treffen, jeder verbindet etwas mit diesem Ort. Da ist es selbstverständlich, dass wir uns intensiv um seine Pflege und Attraktivität kümmern“, so Lukat.
Die Sanierung gliedert sich in drei Bauabschnitte. Der erste Bauabschnitt im nördlichen Parkbereich einschließlich des Spiel- und Wasserspielplatzes begann im November 2024 und war Ende 2025 weitestgehend abgeschlossen. Die Baukosten dieses Abschnitts belaufen sich auf rund 5,6 Millionen Euro, davon etwa 1,7 Millionen Euro für die Neugestaltung des Spiel- und Wasserspielplatzes und rund 412.000 Euro für den Neubau der WC-Anlage.
Wichtige Meilensteine waren die Freigabe der Minigolfanlage und des Außenbereichs des Milchhäuschens zu Ostern 2025, die Eröffnung des Spiel- und Wasserspielplatzes einschließlich neuer WC-Anlage am 14. Juli sowie die Inbetriebnahme der Hochfontäne im Gondelteich am 29. September. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Baustellenbegehung gab es eine Premiere am Gondelteich: Oberbürgermeister Jörg Lukat nahm den neugestalteten Wasserfall in Betrieb.
Der zweite Bauabschnitt im mittleren Parkbereich ist seit September 2025 in Arbeit. Auch hier geht es besonders um die barrierearme Sanierung der Wege, die Erneuerung von Mobiliar und Beleuchtung und umfangreiche Neupflanzungen. Außerdem werden die beliebten Themengärten Rosengarten, Dahliengarten und Heidegarten denkmalgerecht verschönert. Im Rosengarten liegt der Fokus auf der Verbesserung der Barrierefreiheit und dem Erhalt der historischen Substanz. Die historischen Treppenanlagen und Mauern wurden behutsam gereinigt und instandgesetzt. Die Wege haben nun einen hochwertigen Belag aus Ruhrsandstein, eine umfassende Neubepflanzung mit Stauden und Rosen sowie die historische Baumreihe runden die Neugestaltung ab.
Im Dahliengarten werden die Plattenwege und die Terrassenfläche instandgesetzt. Für den Sitzplatz an der Maiwiese werden neue Platten aus Ruhrsandstein geliefert und verlegt. Staudengewächse säumen die Anlage, wobei die historische Pflanzstruktur als Maßstab gilt. Die historische Holzpergola wird durch eine neue, höhere Stahlpergola ersetzt, die den Raum fasst und zugleich modernisiert. Ein künstlerisch gestaltetes Graffiti mit Dahlienmotiv an der Wand soll einen zusätzlichen gestalterischen Akzent setzen und illegale Graffitis verhindern. Die Baukosten des zweiten Bauabschnitts belaufen sich auf rund 3,9 Millionen Euro.
Der dritte Bauabschnitt, der seit November 2025 umgesetzt wird, umfasst unter anderem die Neugestaltung des Zugangsbereichs am Kunstmuseum, die Sanierung des Alten Weihers einschließlich historischer Mauern und moderner Fontänentechnik, den barrierefreien Umbau des Verbindungswegs an der Lutherwiese sowie die Umgestaltung des Vorplatzes am Bismarckturm. Die Baukosten dieses Abschnitts betragen rund 4,8 Millionen Euro.
Die beiden aktuell laufenden Bauabschnitte werden Ende August 2026 fertiggestellt. In den kommenden Monaten stehen weitere Wegebauarbeiten, die Montage von Mobiliar und Beleuchtung, ergänzende Pflanzarbeiten sowie die Befüllung des Alten Weihers und die Inbetriebnahme der neuen Fontänenanlage an. Auch bekannte Parkfiguren wie „Fridolin“ auf der Froschbrücke und der Schwan im Dahliengarten kehren an ihre angestammten Plätze zurück. Die Umgestaltung des Vorplatzes am Bismarckturm bildet einen weiteren sichtbaren Meilenstein auf dem Weg zu einem zukunftsfähigen, denkmalgerechten Stadtpark Bochum.
(24. April 2026)