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Aktuelle Pressemeldungen

Klarer Kurs für Bochums Wärmeversorgung

Wärmewende nimmt Fahrt auf

Oberbürgermeister Jörg Lukat und Stadtwerke-Geschäftsführerin Elke Temme stellen am 22.10.2026 in Bochum die kommunale Wärmeplanung vor

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Mit der kommunalen Wärmeplanung hat Bochum die strategischen Weichen für eine klimafreundliche, sichere und bezahlbare Wärmeversorgung gestellt. Nach der Verabschiedung durch den Rat geht es nun darum, die aufgezeigten Perspektiven Schritt für Schritt umzusetzen. Bei einem gemeinsamen Pressetermin an einer Fernwärme-Baumaßnahme in Altenbochum informierten Oberbürgermeister Jörg Lukat und Elke Temme, Geschäftsführerin Transformation der Stadtwerke Bochum, über die nächsten Schritte.

Für den Umbau der Wärmeversorgung haben Stadt, Stadtwerke und Wohnungswirtschaft gemeinsam einen auf die örtlichen Gegebenheiten zugeschnittenen Fahrplan entwickelt. Dieser partnerschaftliche Ansatz, der „Bochumer Weg“, verbindet wirksamen Klimaschutz mit Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und sozialer Verantwortung.

„Die Umstellung unserer Wärmeversorgung ist ein entscheidender Baustein für wirksamen Klimaschutz. Zugleich betrifft sie einen ganz konkreten Teil unseres Alltags: die Frage, wie wir Wohnungen und Häuser, Schulen, Betriebe und öffentliche Einrichtungen künftig zuverlässig, klimafreundlich und bezahlbar mit Wärme versorgen. Der kommunale Wärmeplan schafft Klarheit über die Richtung. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit“, erklärt Oberbürgermeister Jörg Lukat. „Die Wärmewende ist eine Gemeinschaftsaufgabe für unsere gesamte Stadt. Stadt, Stadtwerke, Wohnungswirtschaft, Verbraucherzentrale und lokales Handwerk stehen bereit, um die Menschen dabei verlässlich zu begleiten.“

Der kommunale Wärmeplan ist eine strategische Orientierungshilfe. Er schreibt keine bestimmte Heiztechnologie für einzelne Gebäude vor – vielmehr zeigt er, welche klimafreundlichen Lösungen in den unterschiedlichen Teilen Bochums technisch und wirtschaftlich besonders sinnvoll sein können. Damit erhalten Eigentümerinnen und Eigentümer eine bessere Grundlage für langfristige Investitionsentscheidungen, um Fehlinvestitionen vorzubeugen.

Vereinfacht unterscheidet der Wärmeplan zwei gleichwertige Versorgungsbereiche: Fernwärme-Versorgungsgebiete sowie dezentrale Gebiete. In den Fernwärme-Versorgungsgebieten ist der Anschluss an das Wärmenetz eine attraktive Perspektive. In den dezentralen Gebieten stehen individuelle Lösungen im Mittelpunkt – für viele Gebäude insbesondere Wärmepumpen.

„Fernwärme und Wärmepumpen sind keine konkurrierenden Lösungen. Beide haben unterschiedliche Stärken und sollen dort eingesetzt werden, wo sie ihre Vorteile am besten ausspielen können“, betont Elke Temme. „Unser Ziel ist nicht, überall dieselbe Technik einzusetzen. Wir wollen für möglichst viele Gebäude eine verlässliche, wirtschaftlich tragfähige und klimafreundliche Perspektive schaffen. Dafür bauen wir die erforderlichen Netze aus und begleiten die Menschen von der ersten Anfrage bis zur Umsetzung.“

Fernwärmenetz wird ausgebaut – Stadtwerke legen Förderprogramm auf

Innerhalb des Fernwärme-Versorgungsgebietes unterscheidet der Wärmeplan zwischen Bestands-, Eignungs- und Prüfgebieten. In Bestandsgebieten gehen die Stadtwerke grundsätzlich davon aus, dass interessierte Kundinnen und Kunden nach einer individuellen Prüfung kurzfristig an die Fernwärme angeschlossen werden können. In Eignungsgebieten soll der Ausbau vorangetrieben werden, wenn ausreichend Nachfrage besteht. In Prüfgebieten hängt eine mögliche Erschließung unter anderem von der verfügbaren Leistung, geeigneten Leitungstrassen und dem Anschlussinteresse größerer Wärmeabnehmer ab.

„Der Wärmeplan zeigt uns, wo ein Ausbau sinnvoll sein kann. Ob und wann wir eine Trasse tatsächlich realisieren können, hängt jedoch auch vom Interesse vor Ort ab“, erläutert Temme. „Deshalb ist es wichtig, dass Eigentümerinnen und Eigentümer frühzeitig auf uns zukommen. Je besser wir die Nachfrage kennen, desto belastbarer und verbindlicher können wir planen.“

Auf der Website der Stadtwerke können Interessierte über eine interaktive Karte und eine Adresssuche prüfen, in welchem Versorgungsgebiet ihre Immobilie liegt. Wer sich für Fernwärme interessiert, kann online eine entsprechende Anfrage an die Stadtwerke richten. Jede Anfrage und jedes Gebäude werden individuell geprüft; die Anfragen dann kurzfristig beantwortet.

Fernwärme bietet insbesondere in dicht bebauten Gebieten Vorteile: Im Gebäude wird eine kompakte Fernwärmeheizung installiert. Das reduziert den Platzbedarf und den Wartungsaufwand. Da die Wärme in Bochum beziehungsweise im Ruhrgebiet erzeugt wird, ist die Versorgung zudem weniger unmittelbar von internationalen Lieferketten, geopolitischen Krisen und starken Preisschwankungen auf den Weltmärkten abhängig. Die Stadtwerke übernehmen zugleich die Verantwortung dafür, den Anteil erneuerbarer Energien kontinuierlich zu steigern.

Fernwärme ist ein wichtiger Baustein der kommunalen Wärmeplanung und soll einen wesentlichen Beitrag zur zukünftigen Wärmeversorgung leisten. Um die Umsetzung der Wärmeplanung aktiv zu unterstützen und den Umstieg auf eine klimafreundliche Wärmeversorgung zu erleichtern, gewähren die Stadtwerke Bochum mit einem Frühstarter-Bonus zeitlich befristet 5.000 Euro Rabatt auf einen Fernwärmeanschluss. Die Aktion gilt bis zum 31. Januar 2027 und richtet sich insbesondere an Eigentümerinnen und Eigentümer in bestehenden Fernwärmeversorgungsgebieten, deren Gebäude zeitnah an das Fernwärmenetz angeschlossen werden können. Interessierte können sich bei den Stadtwerken Bochum über ihre individuellen Anschlussmöglichkeiten, die Voraussetzungen für den Frühstarter-Bonus und weitere Fördermöglichkeiten informieren.

Stromnetz für mehr Wärmepumpen vorbereiten

In den dezentralen Versorgungsgebieten wäre ein Fernwärmeausbau aufgrund langer Leitungstrassen, einer geringeren Wärmebedarfsdichte oder fehlender Möglichkeiten für eine lokale Wärmeerzeugung häufig nicht wirtschaftlich und damit für Kunden nicht attraktiv. Dort wird, so die kommunale Wärmeplanung, für die meisten Gebäude die Wärmepumpe langfristig die sinnvollste Lösung sein.

Die Stadtwerke bereiten das Bochumer Stromnetz deshalb gezielt auf den zunehmenden Einsatz von Wärmepumpen vor. Außerdem bieten die Stadtwerke gemeinsam mit dem lokalen Handwerk Wärmepumpen zum Kauf oder zur Pacht an. 

Stadt Bochum startet Informationsangebot

Die Stadt Bochum wird alle Eigentümerinnen und Eigentümer postalisch über die kommunale Wärmeplanung informieren. Ergänzend sind ab November Informationsveranstaltungen in allen sechs Bochumer Stadtbezirken vorgesehen. Dort sollen Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit erhalten, Fragen zu stellen, sich beraten zu lassen und die nächsten Schritte für ihr Gebäude vorzubereiten.

Oberbürgermeister Lukat appelliert an die Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer, sich frühzeitig mit ihrer künftigen Wärmeversorgung zu beschäftigen: „Niemand muss eine funktionierende Heizung vorschnell austauschen. Es ist aber sinnvoll, rechtzeitig zu prüfen, welche Möglichkeiten am eigenen Standort bestehen und welche Investitionen in den kommenden Jahren notwendig werden könnten. Wer vorbereitet ist, kann überlegt entscheiden und gerät bei einem unerwarteten Heizungsausfall nicht unter Zeitdruck.“

Elke Temme ergänzt: „Wir wollen für beide Wege ein verlässlicher Partner sein: beim Ausbau der Fernwärme ebenso wie beim Hochlauf dezentraler Lösungen. Die Wärmewende gelingt nicht mit einer einzigen Technologie. Sie gelingt, wenn für jedes Gebäude eine langfristig tragfähige Lösung gefunden und rechtzeitig umgesetzt wird.“

Weitere Informationen:

(Stadtwerke Bochum, 22. Oktober 2026)