Rund 140 Fachkräfte der Bochumer Jugendhilfe – darunter Mitarbeitende des Jugendamts der Stadt Bochum sowie zahlreicher freier Träger – haben im Veranstaltungszentrum der Ruhr-Universität Bochum am Fachtag „Teilhabe gestalten – Barrieren abbauen“ teilgenommen. Gemeinsam diskutierten sie, wie Unterstützung für behinderte Kinder, Jugendliche und Familien in komplexen Lebenslagen weiterentwickelt werden kann.
In vier verschiedenen Workshops tauschten sich die Teilnehmenden dabei über verschiedene Arbeitsfelder der Jugendhilfe aus – von stationären Angeboten über Verselbstständigung und Familienhilfen bis hin zu spezialisierten Themen wie Verfahrenslotsen oder Umgang mit Schulabsentismus. Die Workshops brachten vier zentrale Erkenntnisse, die künftig in Bochum weiterverfolgt werden sollen.
Vor allem beim Übergang von der Jugendhilfe in andere Unterstützungssysteme – etwa im jungen Erwachsenenalter – brauche es klare Absprachen, gemeinsame Verantwortung und kontinuierliche Begleitung, so die Forderung. Außerdem: eine enge Abstimmung zwischen freien Trägern und Jugendamt sei entscheidend, um Hilfen gut aufeinander abzustimmen und jungen Menschen Stabilität zu bieten. Drittens sei es wichtig, Fachkräften Raum zu geben, Situationen genau wahrzunehmen, Beziehungen aufzubauen und flexibel auf Entwicklungen zu reagieren. Die beteiligten Organisationen betonen, dass eine verstärkte Zusammenarbeit notwendig ist, um jungen Menschen verlässliche und möglichst bruchfreie Unterstützungswege anzubieten.
Zum Abschluss des Fachtags wurden die Ergebnisse in einer kurzen Podiumsrunde zusammengeführt. Die beteiligten Träger sowie das Jugendamt der Stadt Bochum werden die Erkenntnisse nun weiter beraten und in bestehende Arbeitsprozesse einfließen lassen.
Den Auftakt hatte ein Vortrag von Prof. Dr. Stefan Schache (EvH RWL) gebildet. Er machte darin deutlich, wie anspruchsvoll pädagogisches Handeln im Alltag ist: Fachkräfte bewegen sich ständig zwischen unterschiedlichen Erwartungen, organisatorischen Rahmenbedingungen und den individuellen Bedürfnissen junger Menschen. „Hilfen gelingen dort, wo wir Situationen ganzheitlich wahrnehmen, Beziehungen gestalten und die notwendige Zeit für Verständigung und Entwicklung geben“, betonte Schache.
(20. März 2026)