Mit tiefer Trauer nimmt die Stadt Bochum Abschied von Monika Grawe, die am Donnerstag, 13. November 2025, im Alter von 74 Jahren plötzlich und unerwartet verstorben ist. Monika Grawe war eine herausragende Persönlichkeit, die sich mit Herzblut und Leidenschaft für hilfsbedürftige Mitmenschen eingesetzt und durch ihr Wirken das Leben vieler bereichert hat.
Seit 2000 war sie Mitglied, seit 2007 stellvertretende Vorsitzende der „Gesellschaft Bochum – Donezk e.V.“, die sich anfangs um städtepartnerschaftliche Kontakte und gegenseitige Besuchsprogramme kümmerte. Durch ihre offene Art und ihre außergewöhnliche Fähigkeit, Menschen miteinander zu verbinden, gelang es Monika Grawe dabei, ein breites Netzwerk von Unterstützenden, Sponsorinnen und Sponsoren zu gewinnen. So konnten zahlreiche humanitäre Projekte initiiert werden – unter anderem die „Hilfe für leukämiekranke Kinder in Donezk“, die nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ins Leben gerufen wurde und betroffenen Kindern eine neue Lebensperspektive bot. Ebenso das Projekt „Essen auf Rädern“, bei dem mehrmals wöchentlich warme Mahlzeiten an bedürftige ältere Menschen in den Randgebieten Donezks verteilt wurden. Und auch für die Unterstützung ehemaliger Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie Kriegsgefangener machte sich Monika Grawe immer wieder stark.
Mit dem Beginn des russischen Angriffskriegs im Jahr 2022 nahm ihr Engagement eine neue Dimension an. Dieser Krieg, der schreckliches Leid über die Menschen in der Ukraine gebracht hat, veranlasste die Gesellschaft Bochum-Donezk, ihre humanitären Aktivitäten auf die gesamte Ukraine auszudehnen. Monika Grawe machte sich dies zur Lebensaufgabe: Sie leitete beispiellose Spendenaktionen, die nicht nur unzählige Hilfsgüter in die Ukraine brachten, sondern auch vor Ort in Bochum den Menschen zugutekamen, die auf der Flucht vor den Bomben ihre Heimat verlassen mussten. Mit großer Hingabe und Tatkraft koordinierte Monika Grawe in der Sammelstelle an der Herner Straße die Spendenabwicklung und den Transport von Hilfsgütern. Ihre Fähigkeit, Menschen zu motivieren und zu inspirieren, machte sie zur treibenden Kraft hinter dieser groß angelegten Hilfe.
Die Stadt Bochum würdigte ihre außergewöhnlichen Leistungen 2020 im Rahmen der Ehrung der Ehrenamtlichen. 2024 wurde ihr von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen – eine Auszeichnung, die sie stellvertretend für ihr gesamtes Team entgegennahm.
Monika Grawe war weit mehr als eine Organisatorin. Sie war eine Mutmacherin, die mit ihrer Leidenschaft, ihrer Energie und ihrer Menschlichkeit unzählige Leben berührt hat. Ihr Engagement hat Bochum reicher und menschlicher gemacht, und ihr Tod hinterlässt eine große Lücke.
Die Stadt Bochum ist Monika Grawe zu großem Dank verpflichtet und wird ihr ein ehrendes Gedenken bewahren.
(19. November 2025)