Um die Verkehrssicherheit und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität entlang der Hattinger Straße in Linden zu erhöhen, führt die Stadt Bochum dort einen Verkehrsversuch durch. Getestet werden soll dabei, wie sich die Verringerung der Höchstgeschwindigkeit, die Verlagerung der Radwege und der Wegfall von Parkplätzen entlang der Versuchsstrecke auf die Verkehrsströme, das Sicherheitsgefühl und die Nutzung des öffentlichen Raums auswirkt. Der Aufbau des Versuchs findet statt am Montag, 27. und Dienstag, 28. April.
Der Test findet im Stadtteilzentrum zwischen Hasenwinkeler Straße und Dr.-C.-Otto-Straße statt. Statt der geltenden 30 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung lautet das Tempolimit dann 20 km/h. Der Radverkehr wird dann auf der Fahrbahn geführt, der bisherige Radweg dem Gehweg zugeschlagen. Die Änderungen werden ausgeschildert oder durch Markierungen deutlich gemacht. Ergänzt werden Fahrradbügel, eine Ladezone, zwei Taxistände, ein zusätzlicher Behindertenstellplatz sowie zwei neue Mietrad-Verleihstationen. Von Juni bis August sollen Parkplätze auf der nördlichen Straßenseite zwischen Nehringskamp und Keilstraße einer vorübergehenden Begrünung und Nutzung als Aufenthaltsfläche weichen. Diese Maßnahmen sollen ein verkehrsberuhigtes und sichereres Miteinander der Verkehrsteilnehmenden ermöglichen und insbesondere mehr Platz zum Zufußgehen, Bummeln und Verweilen schaffen. Die Kosten liegen bei rund 8.000 Euro.
Der Praxistest wird durch ein Monitoring begleitet, das unter anderem von der Hochschule Bochum als Teil des Forschungsprojekts THALESruhr unterstützt wird. Untersucht wird dabei, wie sich Maßnahmen zur Neuverteilung des Straßenraums auf das Mobilitätsverhalten und die Aufenthaltsqualität auswirken. Durch systematische Vorher-Während-Erhebungen mit Verkehrszählungen und -beobachtungen sollen belastbare Erkenntnisse gewonnen werden. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse über das Verkehrsverhalten verschiedener Verkehrsmittel, Verlagerungseffekte und die Nutzung der Flächen im öffentlichen Raum zu gewinnen. Hierzu wird auch die Öffentlichkeit einbezogen, unter anderem durch eine Befragung.
(15. April 2026)