Rund 30 Institutionen aus unterschiedlichen Bereichen der Bochumer Stadtgesellschaft haben am 9. Juli im Moxy Hotel Bochum gemeinsam die Bochumer Verabredung erarbeitet und unterzeichnet. Auf Einladung von Vereint Bochum e. V. haben sie sich dazu verpflichtet, Einsamkeit als gemeinsame Aufgabe anzugehen und sich mit konkreten Beiträgen einzubringen. Entstanden ist ein zivilgesellschaftlich getragener Zusammenschluss für ein Bochum, in dem auffällt, wenn jemand fehlt.
Unterstützt wird die zivilgesellschaftlich getragene Initiative auch von der Stadt Bochum. Oberbürgermeister Jörg Lukat eröffnete das Treffen mit einem Grußwort: „Die Bochumer Verabredung bringt auf den Punkt, worum es uns gehen muss: Bochum soll eine Stadt sein, in der auffällt, wenn jemand fehlt. Das ist mehr als ein Satz. Das ist ein Anspruch an unser gemeinsames Handeln.“
Beteiligt waren rund 30 Institutionen aus unterschiedlichen Bereichen der Bochumer Stadtgesellschaft:
- Stadt & Verwaltung: Stadt Bochum
- Wohlfahrt: AWO, Caritas, Diakonie, Der Paritätische, Plan B, GEMI, ASB
- Gesundheit: Katholisches Klinikum Bochum, Knappschaft-Bahn-See
- Wissenschaft & Bildung: Ruhr-Universität Bochum, AKAFÖ, AStA der RUB, Alice-
- Salomon-Berufskolleg,Bezirksschüler*innenvertretung,Annette-von-Droste-
- Hülshoff-Realschule, StuPa der Ruhr-Universität
- Wirtschaft: Stadtwerke Bochum, VBW, G DATA, Privatbrauerei Moritz Fiege, GLS Bank, Bonamic
- Stadtmarketing: Bochum Marketing
- Sport: VfL Bochum 1848, Sportjugend Bochum
- Kultur: Prinz-Regent-Theater, Museum unter Tage
- Freizeit & Begegnung: WasserWelten Bochum
Am Ende des Treffens wurde die Bochumer Verabredung von den beteiligten Institutionen gemeinsam unterzeichnet. Gleichzeitig wurden erste konkrete Ideen gesammelt und ein weiteres Zusammenkommen vereinbart. Damit ist sie mehr als ein gemeinsames Bekenntnis: Sie wird bereits mit ersten Beiträgen und nächsten Schritten gefüllt.
Eingeflossen sind Erkenntnisse aus unserer stadtweiten Umfrage, der Ideenwerkstatt sowie aus zahlreichen Aktionen und Gesprächen der vergangenen Monate. Fachlich begleitet wurde der Prozess von Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis, unter ihnen Dr. Anja Langness (Bertelsmann Stiftung), Axel Weber (Kompetenznetz Einsamkeit) und Melanie Weiser (Progressives Zentrum).
Dr. Marie-Kristin Döbler vom ISF München hat mit einem Impuls den Rahmen gesetzt: was Einsamkeit eigentlich für eine Stadt bedeutet. Prof. Dr. Maike Luhmann von der Ruhr-Universität Bochum, eine der führenden Einsamkeitsforscherinnen im deutschsprachigen Raum und Vorstandsmitglied bei uns im Verein, hat die Bochumer Verabredung von Anfang an mitgeprägt.
Gemeinsam mit allen Beteiligten wurde anschließend erarbeitet, welchen konkreten Beitrag jede Institution aus ihrem eigenen Wirkungsbereich leisten kann, vom Begegnungsformat in der Kantine über die Bereitstellung von Räumen bis zu offenen Gesprächsrunden. „Einsamkeit ist kein persönliches Versagen. Sie kann jede und jeden treffen und sie wird dort besonders gefährlich, wo niemand hinsieht. Mit der Bochumer Verabredung sagen wir als Stadtgesellschaft: Wir übernehmen Verantwortung dafür, dass Menschen in Bochum einander wieder wahrnehmen. Jede Organisation bringt das ein, was sie kann – Räume, Wissen, Kontakte, Angebote, Zeit oder Aufmerksamkeit,“ so Prof. Dr. Maike Luhmann, Ruhr-Universität Bochum und Vorstandsmitglied von Vereint Bochum.
Einsamkeit ist längst keine reine Privatsache, sie betrifft nicht nur einzelne Menschen, sondern die ganze Stadtgesellschaft. Deshalb haben wir uns auf drei Versprechen verabredet: Wir sehen hin und hören zu. Wir nehmen Einsamkeit ernst und reden nicht nur über Menschen, sondern mit ihnen.
Wir handeln und übernehmen Verantwortung. Jede und jeder bringt ein, was zur eigenen Rolle passt: Räume, Angebote, Kontakte, Wissen oder Zeit. Wir bleiben dran und halten den Kreis offen. Die Verabredung ist ein Anfang. Wir kommen wieder zusammen, entwickeln gemeinsame Handlungsfelder und klären, wer was übernimmt.
(14. Juli 2026)