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Frauenbilder - Porträts zeitgenössischer Bochumer Frauen

Porträt von Erika Stahl

Frauenbilder - Porträts zeitgenössischer Bochumer Frauen

 

50 Jahre in der Politik

Porträtbild von Erika Stahl
Erika Stahl, 50 Jahre in der Politik (Quelle: Stadt Bochum)

Die Zahl 16 verbindet Erika Stahl und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Angela Merkel beendet ihre Zeit als Kanzlerin nach 16 Jahren. Und Erika Stahl war 16 Jahre Bürgermeisterin der Stadt Bochum. 

Ende 2020 ist die Christdemokratin aus dem Rat ausgeschieden – nach 31 Jahren. Aktiv in der Politik ist die 72-Jährige jedoch schon seit einem halben Jahrhundert. Auf die Frage hin, was sie als junge Frau bewogen hat, sich politisch zu engagieren, antwortet sie: „Ich wollte nie nur auf der Couch sitzen und meckern. Ich wollte nicht nur zugucken, sondern mitmischen.“ 

Dass die CDU ihr politisches Zuhause geworden ist, lag zum einen an ihrem kirchlichen Engagement in der katholischen Gemeinde St. Johannes. „Da kam mir die CDU entgegen“, sagt Erika Stahl. Zum anderen gab eine Fernsehdiskussion zwischen Helmut Kohl und Rainer Barzel den Ausschlag: „Ich dachte, wenn eine Partei so unterschiedliche Menschen vereint, bin ich da richtig.“

Gelebte Demokratieerziehung

Während ihrer Zeit im Bochumer Rat hat sie sich mit vielen unterschiedlichen Themen beschäftigt: So war sie zum Beispiel im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales und im Ausschuss für Kultur und Tourismus. Besonders am Herzen liegen ihr die Städtepartnerschaften und die Zusammenarbeit mit Schulen. „Ich finde es wichtig, dass Menschen ihr Rathaus kennen und dass sie wissen, wie Kommunalpolitik funktioniert.“ Das hat sie oft an sehr praktischen Beispielen gezeigt: So hat sie die Schülerinnen und Schülern einer Grundschule ermuntert, sich für die Errichtung einer 30er-Zone vor der Schule stark zu machen – mit ihrer Hilfe. Gelebte Demokratieerziehung also.

Wenn man Erika Stahl zuhört, merkt man ihr ihre Bürgernähe an, ihr Interesse an den Menschen, die in Bochum leben. „Die Stadt ordentlich zu vertreten, das war immer mein Ziel“, sagt sie, die als Zehnjährige aus Bayern nach Bochum gekommen ist, weil ihr Vater eine Stelle im Bergbau, auf der Zeche Prinzregent, angenommen hatte. In ihren jungen Jahren war sie damals schon oft umgezogen – in Wiemelhausen fand sie ihre Heimat. Sie mag die Verbindung von leicht dörflichem Charakter und der Innenstadtnähe.

Frauenquote weiter wichtig

Bis zur Geburt ihrer Tochter und ihres Sohnes arbeitete sie Vollzeit im Fernmeldeamt Technik, wo alle, wie sie erzählt, „eher SPD-nah waren“. Nach einer zehnjährigen Kinderpause stieg sie halbtags wieder in den Beruf ein. Das Dreigespann „Arbeit, politisches Mandat und Engagement und Familie“ müsse man gut organisieren, da ist sich Erika Stahl sicher. Ihr Tipp für junge Frauen, die in der Politik mitwirken wollen: Standfest sein, sich nicht unterkriegen lassen und vor allem Netzwerke knüpfen. „So lange Überstunden im Beruf eher als Entschuldigung zählen, an einer Ratssitzung nicht teilnehmen zu können, als die Kinderbetreuung, brauchen wir eine Frauenquote.“ Und die Frauenunion ebenfalls, der sie auch angehört.

In ihrer politischen Laufbahn hatte Erika Stahl nahezu alle Ämter in der Kommunalpolitik inne: Vorstandsmitglied der CDU, Stadtbezirksvorsitzende der CDU-Süd, Ratsmitglied, Bürgermeisterin … Da liegt es auf der Hand, dass sie sich auch nach Ende ihrer Zeit im Rat der Stadt politisch nicht zur Ruhe setzt. Sie vertritt die Fraktion ihrer Partei weiterhin als sogenannte „Sachkundige Bürgerin“ in zwei Ausschüssen. Zudem hat sie einen Sitz in der Landschaftsversammlung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. 

Vielleicht bleibt dennoch ein bisschen mehr Zeit für ihre Hobbys, die in den letzten Jahren manchmal zu kurz gekommen sind: fürs Lesen und für den Sport. Außerdem würde sie nach Corona gerne wieder reisen. Vor allem in Bochums Partnerstädte.

Andrea Behnke