Die Bochum Strategie

Was ist die Bochum Strategie?

Der Kompass auf dem Weg ins Jahr 2030

Die Bochum Strategie

Die Bochum Strategie ist – um es fachsprachlich auszudrücken – ein gesamtstädtischer Handlungsrahmen. Quasi der Kompass, der den Weg zu einer positiven sozialen, wirtschaftlichen, demografischen und ökologischen Entwicklung Bochums weisen soll. Ziel ist es, die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger zu sichern und weiter zu verbessern.

Die Bochum Strategie hat die Stadt im Jahr 2030 im Blick. Bochum soll dann dank der Projekte der Bochum Strategie noch lebens- und liebenswerter sein, mit hervorragenden Lern- und Lehrstätten, herausragendem Freizeit- und Kulturangebot, hoher bürgerschaftlicher Identifikation, mit innovativen Unternehmen genauso wie mit viel Grün im Stadtbild.

Damit das gelingt, werden im Zuge der Bochum Strategie Projekte angepackt und umgesetzt, die besonders geeignet sind, diese Ziele zu erreichen.

Bochum blickt in die Zukunft und entwickelt dafür eine eigene Strategie: die Bochum Strategie. Bis 2030 soll sich auf der Basis der Geschichte als Arbeiterstadt ein neuer Standort für Technologie, Dienstleistungen und Hochschulen entwickelt haben. Die Bochum Formel »Wissen« »Wandel« »Wir-Gefühl« bildet den Wesenskern im System der Bochum Strategie. Die drei Begriffe – sie sind auch bewährter Kern der 2015 eingeführten neuen Marke Bochum – spiegeln die alten und neuen Stärken genauso wie den unverwechselbaren Charakter der Stadt wider.

Wissen gilt als Rohstoff der Zukunft und steht damit am Hochschulstandort Bochum synonym für Bochumer Rohstoff. Aus der Rolle als Talentschmiede im Ruhrgebiet entwickelt sich Bochum auch zum Shootingstar der Wissensarbeit, weil Wissen und Arbeit hier ineinandergreifen. Wissensarbeit generiert in der Stadt neue Arbeitsplätze. Das stärkt überdies Produktion, Handwerk, Handel und Dienstleistungen.

Der Begriff Wandel beschreibt den Lösungspfad für die anstehenden Herausforderungen auf dem Weg in die Zukunft und gilt aus der langjährigen Erfahrung mit erfolgreichen Veränderungsprozessen heraus als der Bochumer Weg. Die Stadt Bochum und ihre Tochtergesellschaften selber nehmen dabei eine zentrale Rolle ein als Vorreiterin modernen Stadtmanagements. Diese findet ihren Ausdruck in einer hohen Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger sowie von Akteurinnen und Akteuren der Stadtgesellschaft, zum Beispiel Unternehmen und Hochschulen, gegenüber der Art und Weise, wie ihre Anliegen angenommen und behandelt werden.

Das Wir-Gefühl ist die tragende Basis der Stadtgesellschaft. Die hohe Identifikation mit Bochum ist praktisch ein Teil des Gen-Codes der Stadt – im Zentrum wie in den Stadtteilen. Sie animiert die Menschen zu einem wichtigen Engagement im Sinne der eigenen Stadt, in der sie sich zuhause fühlen. Bochum ist eine weltoffene, tolerante und solidarische Stadt. Dies gilt auch für innovative kreative Milieus, denn Bochum ist ein Hotspot der Live-Kultur im Revier und hat darüber hinaus den Ruf, eine Großstadt mit Lebensgefühl zu sein.

Die Städte in Deutschland sind mit großen Herausforderungen konfrontiert. Der Veränderungsdruck ist erheblich. Die zunehmende Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft, der Klimawandel, die anhaltende Schwäche kommunaler Haushalte, der demografische Wandel, das zunehmende Auseinanderdriften der Gesellschaft in Verbindung mit einem schwindenden sozialen Zusammenhalt, der Zuzug Schutzsuchender und nicht zuletzt ein weit verbreitetes Bedürfnis nach Orientierung und Sicherheit; dies sind Themen, die sich unmittelbar vor Ort auswirken und entsprechender kommunaler Lösungen bedürfen. Auch Bochum ist hier gefordert, und die Stadt unternimmt vielfältige Anstrengungen, diesem Änderungs- und Anpassungsdruck angemessen zu begegnen. Dabei spielen Aspekte wie die Ansiedlung und Gründung von innovativen Unternehmen, eine noch bessere Vernetzung von Hochschulen, Verwaltung und Stadtgesellschaft sowie die Schaffung von attraktiven Standortfaktoren, bei einem gleichzeitigen Ausgleich von wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Interessen, eine große Rolle. Verbesserungen sollen dazu beitragen, das Leben in Bochum noch lebenswerter zu machen. Die Menschen und Unternehmen sollen sich hier wohlfühlen, sie sollen mit Überzeugung hier bleiben oder neu in die Stadt kommen.

In Bochum zu wohnen, soll bedeuten, auf gute Lebensbedingungen für alle zu treffen. Familiäre und nachbarschaftliche Beziehungen sowie die Fürsorge der Generationen untereinander stärken den sozialen Zusammenhalt und lassen das friedliche Zusammenleben gelingen. Unser gemeinsames Ziel ist es, dass alle Menschen in Bochum unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft, ihrer Religion oder Weltanschauung, ihrem Alter, einer Behinderung, ihrer sexuellen Orientierung und ihrer finanziellen Möglichkeiten gleichberechtigt und ohne Diskriminierung leben. Diese umfassende Betrachtung der gesellschaftlichen Vielfalt soll dazu beitragen, das Angebot unserer Kommune sowie die Beteiligungsstrukturen für hier lebenden Menschen den gesellschaftlichen Herausforderungen entsprechend weiterzuentwickeln.

Bochum versteht sich seit jeher als Stadt, die Strukturwandel als Chance versteht. Viele Menschen, Initiativen, Organisationen und Unternehmen bringen sich in die Veränderungen ein, sind motiviert, packen an und möchten ihre Stadt gestalten. Diese Überlegungen haben die Stadt Bochum im Jahr 2017 dazu veranlasst, die Bochum Strategie auf den Weg zu bringen. Seitdem wurde sie mit viel Herzblut und Energie mit Leben gefüllt und weiterentwickelt. Die Bochum Strategie basiert in ihrer inhaltlichen Grundausrichtung auf den Ergebnissen der Marke Bochum und gibt neue Antworten auf Fragen der Zukunftsgestaltung unserer Stadt.

Im Mittelpunkt der Bochum Strategie steht eine profilorientierte Stadtentwicklung, die auf gewachsene Potenziale und ausbaufähige Stärken von Bochum setzt. Sie dient mit ihrer inhaltlichen Ausrichtung und Fokussierung der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und garantiert damit auch den Imagewandel über die Grenzen Bochums hinaus. Eine erfolgreiche Umsetzung der Bochum Strategie trägt mit dazu bei, die Lebensqualität aller hier lebenden Menschen in ihrer Vielfalt zu sichern und zu verbessern. Bochum positioniert sich als Ort, der aktiven Wandel ermöglicht. Hier kann Neues ausprobiert und verwirklicht werden. Bochum wird die Ermöglichungsstadt im Ruhrgebiet. Klar ist dabei auch: Bochum grenzt sich nicht ab, sondern ist regional und überregional vernetzt und will mit seinen Aktivitäten und seiner positiven Entwicklung zu einer Stärkung des Ruhrgebiets beitragen.

Die Bochum Strategie soll als gesamtstädtischer Handlungsrahmen zu einer positiven sozialen, wirtschaftlichen, demografischen und ökologischen Entwicklung der Stadt wesentlich beitragen. Damit wird das Ziel einer soliden Haushaltsführung, die die Investitionsfähigkeit der Kommune sichert, aktiv unterstützt. Die Umsetzung zielt auf eine wirkungsorientierte Steuerung und ist der rote Faden künftiger Stadtentwicklung. Die Bochum Strategie ist rahmensetzend und handlungsleitend. Sie erhebt dabei nicht den Anspruch, alle Themen, die die Entwicklung Bochums betreffen, umfassend zu behandeln. Dasselbe gilt für die Aufgaben und Angebote der Stadt Bochum und ihrer Tochtergesellschaften: Auch diese können im Rahmen der Bochum Strategie nicht umfassend behandelt werden.
Die Stadt Bochum lädt alle hier lebenden Menschen ein, an der Zukunft Bochums mitzuwirken. Auch dafür leistet die Bochum Strategie Rahmen und Orientierung. Das »Wir«, das sich als Absender durch die nachfolgenden Zielbilder, strategischen Ziele und Schwerpunkte zieht, hat also explizit einladenden Charakter. Gemeinsam, mit den Kenntnissen und Erfahrungen vieler, für die Zukunft Bochums! Oder: Wissen – Wandel – Wir-Gefühl.

Querschnittsthemen umschreiben ökologische, gesellschaftliche und ökonomische Anforderungen mit Relevanz für die Bochum Strategie und damit für die weitere Entwicklung Bochums. Als solche entfalten sie vielschichtige inhaltliche Bezüge zum Zielsystem der Bochum Strategie und seinen Komponenten. Folgende Querschnittsthemen werden im Rahmen der Bochum Strategie berücksichtigt.

Gesellschaftliche Vielfalt

Die Bedürfnisse der Menschen an ihre Stadt sind unterschiedlich und hängen von ihrer jeweiligen Lebensphase und -situation ab. Geschlechtergerechtigkeit ist die Basis für eine differenzierte Betrachtung der Bedürfnisse der Menschen, unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder Weltanschauung, Alter, Behinderung sowie sexueller Orientierung oder Identität. Ein bewusster, respektvoller und wertschätzender Umgang mit Verschiedenheit und Individualität wird gefördert. In allen Kompetenzfeldern der Bochum Strategie ist daher der gesellschaftlichen Vielfalt gerecht zu werden, um die Potenziale der unterschiedlichen Menschen zu aktivieren und strukturelle Ungleichheiten abzubauen.

Soziale Lage

Die soziale Lage der hier lebenden Menschen wird u.a. durch ihren Familienstand, ihre Gesundheit, ihren Bildungsstand, ihre Wohnsituation, ihre Erwerbstätigkeit und ihr Einkommen sowie ihr Vermögen geprägt. In der Umsetzung der Bochum Strategie ist daher konsequent zu berücksichtigen, welche Hemmnisse einem selbstbestimmten Leben entgegenstehen und wie die Teilhabe sowie Chancengerechtigkeit verbessert werden können.

Sicherheit

Der Wunsch der hier lebenden Menschen nach Sicherheit entspricht einem Grundbedürfnis. Er umfasst Sicherheit im Wohnumfeld und öffentlichen Raum (inklusive Ordnung und Sauberkeit), Sicherheit im Straßenverkehr, sichere Infrastruktur sowie ökonomische und soziale Sicherheit. Diese Dimensionen der Sicherheit sind innerhalb der Bochum Strategie durch kommunales Handeln bestmöglich zu gewährleisten.

Klima

Aktiver Klimaschutz als zentrale Aufgabe des Umweltschutzes und die rechtzeitige Anpassung an die Folgen des Klimawandels sichern die natürlichen Lebensgrundlagen für alle. Sie sind als Anforderungen damit für die Fortentwicklung Bochums maßgeblich. Entsprechend sind sie in allen Kompetenzbereichen der Bochum Strategie zu berücksichtigen. Das kommunale Handeln zielt darauf, der durch den Menschen verursachten globalen Erwärmung entgegenzuwirken (Klimaschutz) und negative Folgen des bereits gegebenen Klimawandels zu verhindern bzw. abzumildern (Klimafolgenanpassung).

Digitalisierung

Die Digitalisierung verändert alle Bereiche unseres Lebens und wird unsere Stadt auch in Zukunft weiter prägen. Die Bochum Strategie begreift Digitalisierung als Chance für die Menschen in unserer Stadt und für Bochum als Standort. Durch unser kommunales Handeln wollen wir diese Chancen aktiv nutzen und gleichzeitig verantwortungsbewusst mit den Herausforderungen der digitalen Transformation umgehen. Gelungene Digitalisierung macht allen Menschen digitale Dienstleistungen verfügbar, ist barrierefrei und legt Wert auf den Schutz persönlicher Daten und eine hohe Sicherheit im digitalen Raum. Sie wirkt als eine Triebfeder für die positive Entwicklung aller Kompetenzen und Ziele der Bochum Strategie und leistet Vorschub für den Fortschritt der übrigen Querschnittsthemen.

Die Bochum Strategie einfach erklärt

Bochums Kompetenzen

Man muss bekanntlich das Rad nicht jeden Tag neu erfinden: Die Bochum Strategie baut daher auf die Stärken der Stadt, auf ihre Kompetenzen. Diese wollen wir einsetzen und weiterentwickeln, um das Leben in unserer Stadt stetig und dauerhaft zu verbessern.