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Aktuelles zur Bochum Strategie

Fit für die berufliche Zukunft

Symbolbild Metallverarbeitung
In der Werkstatt des quaz.ruhr lernen die Teilnehmenden den Arbeitsalltag kennen. (Quelle: Stadt Bochum )

Aktuelles zur Bochum Strategie

2017 gegründet, eröffnet das quaz.ruhr neue Berufsperspektiven für Geflüchtete. Sprachkurse, individuelle Beratung und praktische Berufserprobung machen die Teilnehmenden fit für den deutschen Arbeitsmarkt. Das Besondere: Alle Maßnahmen erfolgen koordiniert aus einer Hand. 

Mit Metall kennt Ehab Mahmoud sich sehr gut aus. Seit er 18 war, arbeitete der heute 31-Jährige mit dem Werkstoff, lernte Schweißen und sammelte viel Berufserfahrung. In der Metallverarbeitung zu arbeiten – das ist sein Traumberuf. Nach seiner Flucht aus Syrien 2015 nach Deutschland war damit jedoch zunächst Schluss. Denn: Syrien kennt kein normiertes Ausbildungssystem mit Theorie, Abschluss und „Schweißerschein“, wie es in der Bundesrepublik üblich ist. Und ohne abgeschlossene Ausbildung sowie ausreichende Sprachkenntnisse eine Arbeit zu finden, ist nahezu unmöglich. Arbeiten und in Deutschland „ankommen“ wollte Mahmoud aber auf jeden Fall. Ein Mitarbeiter der Agentur für Arbeit vermittelte ihn zum quaz.ruhr, dem Qualifizierungszentrum für Zugewanderte in der ehemaligen Lehrlingswerkstatt des Opelstandorts in Bochum Langendreer. Dort besuchte er zunächst einen Sprachkurs, lernte die deutsche Arbeitswelt kennen und sammelte neue Berufserfahrung. Und das entspricht genau dem System des quaz.ruhr. 

Ehab Mahmoud
In der Metallverarbeitung zu arbeiten ist Ehab Mahmouds Traumberuf. (Quelle: Stadt Bochum)

„Zunächst stellen wir fest, welchen beruflichen Background unsere Teilnehmenden haben und wie gut sie deutsch sprechen. Dann erhalten sie den passenden Sprachkurs und erproben sich ganz praktisch in verschiedenen Berufsfeldern“, erläutert Peter Lübbert, Betriebsleiter des quaz.ruhr das Konzept. Sprachkurse – inklusive der für die Arbeit nötigen Fachsprache – sind dabei eine der Schlüsselqualifikationen, um den Einstieg in den deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu schaffen. Ebenso wichtig ist das Kennenlernen des deutschen Arbeitsalltags. Das erfolgt ganz praktisch vor Ort in der großzügigen Werkstatt des quaz.ruhr. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wählen zwischen den Feldern Metall, Elektro, Logistik, Pflege, Gastronomie, Gesundheit, und Raumgestaltung, je nach Interesse und Vorerfahrung. Sie lernen Arbeitstechniken, machen Praktika und werden von den Mitarbeitenden des quaz.ruhr individuell gecoacht. Hierzu unterstützt ein breites Bündnis gesellschaftlicher Akteure das Projekt, darunter die Stadt Bochum, die Agentur für Arbeit, Hochschulen, Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften, Religionsgemeinschaften sowie weitere Städte. Das Ziel: die Geflüchteten über die Arbeit schnell und nachhaltig in Deutschland zu integrieren. 


„Unser Ziel ist, die Teilnehmenden schnell fit für den deutschen Arbeits- oder Ausbildungsmarkt zu machen", sagt Peter Lübbert, Betriebsleiter quaz.ruhr.

Die Verbindung von individueller Förderung, beruflicher und sprachlicher Qualifikation an einem Ort macht das quaz.ruhr einzigartig – und erfolgreich. „Wir betrachten den Menschen ganzheitlich und haben den Anspruch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in eine reguläre Berufsausbildung oder in ein normales Arbeitsverhältnis zu vermitteln. Dank unseres großen Netzwerks klappt das auch gut“, fasst Lübbert seine Arbeit zusammen. 

Das dieses Konzept gut funktioniert, findet auch Mahmoud. „Die Leute waren supernett, hilfsbereit und haben mich richtig gut unterstützt. Durch sie habe ich wieder mit Metall arbeiten können“, erzählt er von seiner Zeit im quaz.ruhr. Durch ein organisiertes Praktikum lernte er seinen jetzigen Arbeitgeber kennen. Bei der Bloedorn Container GmbH in Dortmund repariert er die Transportboxen, ist Mann für alle Fälle und hat gute Aussichten mehr Verantwortung zu übernehmen. Den deutschen „Schweißerschein“ hat er vor kurzem in einer weiteren Fortbildung im ersten Anlauf bestanden. Auch sein Arbeitgeber ist zufrieden. „In den heutigen Zeiten des Fachkräftemangels sind wir froh Ehab Mahmoud mit seiner langen Berufserfahrung gefunden zu haben“, sagt Björn Henkel, Geschäftsführer von Bloedorn Container. Für ihn war das Jobangebot kein Almosen, sondern eine gezielte Investition in die Zukunft. Und in die diese blickt Mahmoud auch sehr zuversichtlich. Schließlich arbeitet er jetzt wieder in seinem Traumberuf.