BOP Freizeit & Vereine Informationen Fabrik Pinnwand Ausweis Lesen Frauen und Beruf Frauen und Bildung Reisepass Medizin Helfen Haus Callcenter Familienzuhause Großvater Erziehung Familie mit Kind Verlobung Erde Tod Bau Zertifikat Katze Auto Datum und Uhrzeit Abmachung Wegweiser Vertrag Bus Nachwuchs Bürgerecho Facebook Twitter YouTube Instagram Flickr E-Mail nachladen nach unten Panorama Service Regeln Aktuelles Wissen Marktplatz Finanzen & Gebühren Umwelt & Klima Logout Vorreiterin Talentschmiede Wissenschaft Kultur Großstadt Kompetenzen Kompass Projekte Sportehrung: Abstimmung Sportehrung: Kriterien Sportehrung: Meldeformular Sportehrung: Rückblick
Aktuelles zur Bochum Strategie

Familienzentren: Städte fordern langfristige Sicherung

Familiengrundschulzentren helfen Eltern bei Fragen zu Bildung, Betreuung und Erziehung.

Aktuelles zur Bochum Strategie

„Familienzentren an Grundschulen sind ein aufkommendes Erfolgsmodell“, so Bochums Schul- und Bildungsdezernent Dietmar Dieckmann. „Wir sind aktuell in Bochum mit vier solchen Einrichtungen gestartet. Die dort begonnene gute Arbeit möchten wir fortsetzen und auf weitere Standorte ausweiten. Dazu braucht es seitens der Landesregierung ein langfristiges Bekenntnis zu und auch die entsprechende finanzielle Ausstattung für das landesweite Vorhaben, Grundschulen zu Familienzentren auszubauen.“ Auf der Entwicklungskonferenz im Mai in Düsseldorf hat Dieckmann dafür gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern anderer Kommunen auf Landesebene geworben.

Die FGZ sind außerdem ein Projekt der Bochum Strategie, die seit August 2021 nach und nach ein solches Konzept an Grundschulen umsetzt. So sollen Eltern nun auch an Grundschulen Unterstützung und Hilfestellung bei Fragen zu Bildung, Betreuung und Erziehung erhalten, aber auch generell ein Austausch untereinander ermöglicht werden. Die ersten FGZ haben sich an der Amtmann-Kreyenfeld-Schule (Ost), der Feldsieper Schule (Mitte), der Gertrudisschule (Wattenscheid) und der Waldschule (Süd) etabliert. Für die Koordinierung ist die neue Stabsstelle Bildungsnetzwerke im Schulverwaltungsamt zuständig.  

Neben dem Austausch untereinander bieten die FGZ auch Nähkurse oder Familienfußball an. (Quelle: Stadt Bochum )

Dass das Thema auch fernab der Bochum Strategie wichtig ist, zeigt die „Initiative Familiengrundschulzentren NRW“, in denen die (Ober-)Bürgermeisterinnen und -meister, darunter auch Bochums OB Thomas Eiskirch, zusammengeschlossen sind. Parallel zur Entwicklungskonferenz forderten sie in einem Offenen Brief an die zukünftige Landesregierung die Verstetigung der FGZ in Nordrhein-Westfalen. In dem Brief heißt es: „Bei den Familiengrundschulzentren handelt es sich nicht um ein befristetes Projekt, sondern um eine dauerhafte Aufgabe, die in ihrer Struktur und in der Fläche des Landes gesichert werden muss.“ Die FGZ sollen Eltern im Alltag bedarfsorientiert und partnerschaftlich zur Seite stehen. Dazu sollen sie sich im Stadtteil entsprechend vernetzen und ein passgenaues Beratungs- und Bildungsangebot schaffen – und zwar dort, wo Eltern und Kinder täglich ein- und ausgehen: in der Grundschule. Hier ist der Zugang familiärer, der Austausch oft leichter. Erste Erfahrungen in Bochum zeigen: „Das Angebot wird gut und gerne genutzt“, schildert Dietmar Dieckmann. „Es trägt dazu bei, faire Bildungschancen zu eröffnen.“

Die Auridis Stiftung und Wübben Stiftung haben im Mai 2022 eine Entwicklungskonferenz „Familiengrundschulzentren in NRW“ veranstaltet. (Quelle: Martin Magunia/Wübben Stiftung)

2014 ist in Gelsenkirchen das erste FGZ entstanden. Es knüpft an die Idee der Familienzentren an Kitas an. Acht Jahre später haben sich bereits mehr als 50 Kommunen auf den Weg gemacht und über 130 Grundschulen in Nordrhein-Westfalen haben sich zu FGZ entwickelt. Ein großer Erfolg bis hierhin, aber die Zentren werden zu einem großen Teil als befristetes Projekt aus Fördertöpfen des Landes finanziert. Bei der Entwicklungskonferenz in Düsseldorf wurde eine aktuelle Umfrage unter den mehr als 130 FGZ in NRW vorgestellt und diskutiert. Die Umfrage zeigt, dass sich die Schulen zu 91 Prozent eine langfristige Finanzierung wünschen und Verlässlichkeit und Planungssicherheit brauchen, damit sich die neuen Angebote wie Alphabetisierungskurse und Gesundheitsangebote, die für Familien entstanden sind, fortsetzen können.

„Jetzt geht es in NRW darum, den Weg der Familiengrundschulzentren nachhaltig zu sichern. Denn Familiengrundschulzentren sind kein Projekt“, so Dr. Markus Warnke, Geschäftsführer der Wübben Stiftung. „Familiengrundschulzentren schließen eine Lücke in der Präventionskette und sollten daher in ihrer Struktur und in der Fläche des Landes gesichert werden.“

Marc von Krosigk, Geschäftsführer der Auridis Stiftung ergänzt: „Familiengrundschulzentren sind in besonderer Weise dazu geeignet, ein möglichst positives Verhältnis von Eltern und Grundschule zu etablieren sowie Eltern in ihrer Rolle als Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter ihrer Kinder zu stärken. Insofern sollten Familiengrundschulzentren ein fester Bestandteil des Grundschulsystems in NRW sein.“

In der „Initiative Familiengrundschulzentren NRW“ haben sich 2019 zehn Kommunen aus Nordrhein-Westfalen (NRW) zusammengeschlossen, um Erfahrungen und Wissen zu teilen und sich gegenseitig bei der Etablierung der FGZ zu unterstützen. Inzwischen sind 25 Kommunen Teil der Initiative. Getragen wird sie von der Auridis Stiftung und der Wübben Stiftung.