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Stadtarchiv
Die Gebäude der Bochumer Justizbehörden - Landgericht und Amtsgericht mit Gerichtsgefängnis und Staatsanwaltschaft - lagen im Gebäudekomplex ABC-Straße, Viktoriastraße, Junggesellenstraße.

Politische Gegner

Die politischen Gegner des NS-Regimes mussten einen Teil ihrer Untersuchungshaft im Bochumer Gerichtsgefängnis verbringen. Die Prozesse gegen sie wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" oder "Wehrkraftzersetzung" fanden vor dem Oberlandesgericht in Hamm statt.

Nach Verbüßung langjähriger Zuchthausstrafen drohte den politischen Gegnern in der Regel noch die Verschleppung ins Konzentrationslager - eine Praxis, die Gestapo und SS eingeführt hatten und für die es nicht einmal den Anschein einer juristischen Rechtfertigung gab.

Maßnahmen gegen jüdische Richter und Rechtsanwälte

Die vier am Landgericht und Amtsgericht tätigen jüdischen Richter: Landgerichtsdirektor Leo Nachmann, Landgerichtsrat Dr. Siegmund Loewenstein, Landgerichtsrat Alfred Cosmann und Amtsgerichtsrat Robert Samuelsdorff, wurden im April 1933 beurlaubt. Von den 22 jüdischen Rechtsanwälten wurden zehn Anwälte sofort mit Berufsverbot belegt. Einigen jüdischen Juristen aus Bochum gelang es, zu emigrieren.

In den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten ums Leben gekommen sind: Landgerichtsdirektor Leo Nachmann, die Rechtsanwälte Dr. Hugo Freudenberg, Dr. Siegmund Loewenstein, Dr. Josef Meyersberg, Dr. Wilhelm Rosenbaum und Gerichtsreferendar Josef Rosenthal.

Erbgesundheitsgericht beim Amtsgericht Bochum

Eine einschneidende Neuerung stellte "das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" dar. Mit dem 1. Januar 1934 kam es zur Einrichtung eines Erbgesundheitsgerichtes beim Amtsgericht. Das Gericht hatte zu entscheiden, ob Personen, bei denen "angeborener Schwachsinn", "Schizophrenie", "erbliche Blindheit", "Taubheit", "schwere körperliche Missbildungen" oder "schwerer Alkoholismus" diagnostiziert worden war, der Zwangssterilisation zu unterziehen seien. Allein in den ersten beiden Jahren seines Bestehens 1934/35 bearbeitete das Gericht 1291 "Fälle" und ordnete 930 mal die Sterilisation an. Mit den Bestimmungen des Erbgesundheitsgesetzes wurden aber auch immer häufiger Menschen erfasst, denen man vorwarf, notorische Querulanten zu sein.

1947 setzten die Alliierten das Gesetz außer Kraft. Erst 1998 wurden die Urteile der Erbgesundheitsgerichte generell als NS-Unrecht anerkannt.

Gestern und heute