Dezernat für Soziales, Jugend und Gesundheit

1. Bochumer Sozialkonferenz: Armut konkret bekämpfen

Dezernat für Soziales, Jugend und Gesundheit

Die Situation von armen und armutsgefährdeten Menschen stand im Fokus der 1. Bochumer Sozialkonferenz am 4. Juli 2019. Über 200 Interessens- und Betroffenenvertretungen diskutierten in den Räumen der jüdischen Gemeinde angeregt darüber, wie die Teilhabechancen und Lebensbedingungen dieser Menschen gestärkt werden können.

Den Auftakt machte Professor Uwe Becker von der Evangelische Hochschule Bochum, der in seinem Vortrag den bundesweiten Blick auf die Themen Kinderarmut und Altersarmut richtete. Britta Anger, Sozialdezernentin der Stadt, untermauerte die Themen mit Bochumer Zahlen aus dem aktuellen Sozialbericht: Mehr als jedes 4. Kind ist derzeit auf Sozialgeld angewiesen. Gut 4 Prozent, rund 3.400 ältere Menschen, erhalten Grundsicherungsleistungen. Ziel der Konferenz sei es, so Anger, „ganz konkrete Maßnahmen zu finden, die wir zur Bekämpfung der Armut auf den Weg bringen können.“

Wahiba El-Khechen (von der Initiative „Wir Kinder von der Krachtstrasse“) bewegte in einer anschließenden Podiumsdiskussion mit Frank Böttcher (Jobcenter Bochum), Jens Fritsch (AG Wohlfahrt) und Stefan Marx (Bochumer Bündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit) über die Facetten der sozialen Lage in Bochum die Teilnehmenden besonders. Frau El-Khechen wuchs in den 90er Jahren als Flüchtlingskind in der Krachtstraße, in der damals städtische Übergangsunterkünfte standen, auf. Die promovierte Psychologin arbeitet heute im schulpsychologischen Dienst der Stadt. Da sie damals von den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern so angenommen und unterstützt wurde, möchte sie heute „etwas davon zurückgeben, was wir damals bekommen haben.“

In fünf Foren wurden im Anschluss konkrete Maßnahmen entwickelt, wie die Teilhabechancen von armen und armutsgefährdeten Kindern und Jugendlichen, Erwachsenen und ältere Menschen gestärkt werden können. Aber auch die Themen Gesundheit und Wohnen standen auf der Agenda.

Mit der Sozialkonferenz wurde eine Idee der Bochum Strategie aufgegriffen – dem Leitfaden der Stadt Bochum, der den Weg zu einer positiven sozialen, wirtschaftlichen, demografischen und ökologischen Entwicklung Bochums weisen soll. Geplant ist, die Konferenz in regelmäßigen Abständen zu wiederholen. Veranstaltet wird die Konferenz von der Stadt Bochum und dem Jobcenter Bochum in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, dem Bochumer Bündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit sowie der Arbeitsgemeinschaft § 78 Jugendförderung.