26. September 2018 - Bochumer Eisenhütte wandelt sich zur „KoFabrik“

Bochumer Eisenhütte wandelt sich zur „KoFabrik“

26. September 2018 - Bochumer Eisenhütte wandelt sich zur „KoFabrik“

Markant und vom Westring gut sichtbar steht das historische Verwaltungsgebäude der Bochumer Eisenhütte Heinzmann an der Stühmeyerstraße. „Pionierhaus“ prangt an der alten Backsteinfassade, denn dahinter hat die Montag Stiftung Urbane Räume ihre Arbeit in Bochum aufgenommen: Sie gestaltet die frühere Industriestätte um zur „KoFabrik“. Als solche soll sie für das Viertel zu einem Haus für nachbarschaftliche Begegnung, kooperatives Arbeiten und urbane Produktion werden.

Das heißt, sie will Sitz für Gründerinnen und Gründer werden, die sich als Pioniere nicht nur für ihre unternehmerische Ideen, sondern mit ihren fachlichen Stärken auch ehrenamtlich für das Quartier engagieren. Sie möchte mit Werkhalle und Café einen – bisher fehlenden – Treffpunkt und Veranstaltungsraum für Anwohnerinnen und Anwohner und weitere Nutzerinnen und Nutzer anbieten. Damit zielt das Projekt in Kooperation mit der Stadt Bochum darauf, der bisherigen Eigentümerin des Gebäudes das Viertel chancengerecht zu entwickeln. Die Montag Stiftung Urbane Räume hat dafür die gemeinnützige Projektgesellschaft  „Urbane Nachbarschaft Imbuschplatz gGmbH (UNI)“ gegründet.„Das ist ein unglaublich wertvoller Ansatz, den es so in Bochum bisher nicht gegeben hat“, sagt Stadtbaurat Dr. Markus Bradtke. Dieser ergänze bestehende Arbeitsweisen wie den Stadtumbau durch Integierte Stadtentwicklungskonzepte (ISEK). Und: „Wir hätten als Eigentümer alternativ das Gebäude für schickes Wohnen im Loft veräußern können, aber das wäre nicht die richtige Antwort auf die Frage gewesen, was aus diesem Haus wird“, findet Dr. Markus Bradtke. „Eine Immobilie wie diese kann mehr – sie kann einen gesellschaftlichen Mehrwert leisten.“

Und dies soll sie künftig als „KoFabrik“ tun. „Soziale Quartiersentwicklung“ nennt Henry Beierlorzer, Geschäftsführer der Urbanen Nachbarschaft Imbuschplatz das. „Uns geht es nicht um dieses Haus, sondern die Immobilie soll sich für gutes Zusammenleben nützlich machen: Sie soll Menschen dabei unterstützen, selbst Dinge zu tun, sich zu kümmern. Sie soll eine soziale Rendite bringen“, macht er deutlich.

Dazu verfolgt die Montag Stiftung Urbane Räume durchaus einen unternehmerischen Ansatz: Alle Überschüsse, die die „KoFabrik“ durch die Vermietung von Büros und Ateliers an Pionierinnen und Pioniere erzielt, fließen voll in soziale und kulturelle Projekte im und für das Viertel, das sich vom Kortländer bis über den Imbuschplatz erstreckt und in dem rund 4.000 Menschen leben. Dies soll auch in 20, 30 Jahren noch so sein. „Wir nennen das im Sinne des Stifters Carl Richard Montag ,Handeln und Gestalten in sozialer Verantwortung‘“, so Stiftungsvorstand Stefan Anspach.

Dennoch wird sich auch baulich Einiges tun: Die „KoFabrik“ erhält denkmalgetreu neue Fenster, ihre Backsteinfassade eine Reinigung. Die ehemalige Schreiner- und Schlosserwerkstatt bekommt ihre alte Deckenhöhe von sieben Metern wieder und wird zu einem Veranstaltungsraum. An der Stelle des einstigen Werkstatttores, derzeit mit Glasbausteinen, Ziegeln und Fenster zugebaut, soll sich ein neues öffnen. Das geplante „KoCafé“ wird ergänzt durch eine Terrasse mit Freisitzen an der Ecke von Stühmeyer- und Windmühlenstraße. Die Wiese vor der „KoFabrik“ könnte sich in einen Nachbarschaftsgarten verwandeln und der Imbuschplatz soll wieder zu einem Quartiersplatz – zu einer Mitte für das Viertel – werden.

„Das Interesse an der ,KoFarbik‘ ist groß – spätestens seit der ersten Projektwerkstatt dazu im November 2017“, weiß Dr. Markus Bradtke. „Wir glauben daher gemeinsam mit der Wirtschaftsentwicklung Bochum, die das Vorhaben engagiert unterstützen will, an den Erfolg.

“In den kommenden Wochen stellt das Team der Projektgesellschaft sich und die Idee der „KoFabrik“ den Nachbarinnen und Nachbarn vor: mit einem Kaffee-Mobil „on Tour“ an verschiedenen Standorten im Quartier und am 3. Oktober mit einem Kennenlernfest.


(26. September 2018)

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