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Jubiläum 40 Jahre „Bochumer Modell“ – Musik und Inklusion

Das Bild zeigt die Großformation Just fun.

Das „Bochumer Modell“ der Musikschule nahm vor 40 Jahren die Idee der Inklusion vorweg. Mit einem großen Fest am Samstag und Sonntag, 9. und 10. November, wird nun im Anneliese Brost Musikforum Ruhr der runde Geburtstag des einstigen Modellprojekts gefeiert, das heute fester Bestandteil der Arbeit der Musikschule ist.

1967 folgte Bochum mit der Gründung der Musikschule einer bundesweiten Bewegung. Als zwölf Jahre später Prof. Werner Probst, der erste Musikschulleiter in Bochum, gemeinsam mit der Universität Dortmund den Modellversuch „Bochumer Modell“ – Musik für Menschen mit Behinderung und von Behinderung bedroht – ins Leben rief, gab es keine Vorläufer. Unter dem Motto „Musikschule für alle“ wurden Menschen in den Fokus genommen, die sich bisher nur am Rand der Gesellschaft befanden. 1979 war dies ein visionärer Akt. Nach vier Jahren als Modellversuch mit vielen Studierenden der Uni Dortmund wurde die Arbeit mit Menschen mit Behinderung in Bochum fest verankert, indem die Gründung einer eigenen Abteilung erfolgte. Als erste Leiterin wurde Karin Hedderich berufen, ihr folgten Angelika Neuse, Renate Möllemann und Marei Rascher. Seit 2011 leitet Rainer Buschmann die Abteilung.

Während des Modellversuchs erhielten 85 Schülerinnen und Schüler von 26 Lehrerinnen und Lehrern Unterricht – heute sind es 320 Schülerinnen und Schüler sowie 32 Lehrkräfte. Der Unterricht findet nicht nur in der Musikschule, sondern in vielen Förderschulen, Kindertagesstätten, Stadtteilzentren und Wohnstätten statt. Daneben gibt es im „Bochumer Modell“ auch zahlreiche Möglichkeiten des Zusammenspiels: In zehn inklusiven Ensembles fördert die Musikschule Bochum das gemeinsame musikalische Erlebnis. Sie treten darüber hinaus auch bei vielen Veranstaltungen wie den Bochumer Musiksommer oder Rock für Inklusion der Lebenshilfe Bochum auf. Die wohl bundesweit bekannteste Band ist „Just fun“, die auf vielen Bürgerfesten der Bundespräsidenten und auf zahlreichen Festivals aufgetreten ist.

Das „Bochumer Modell“ reagiert auch heute auf neue gesellschaftliche Entwicklungen, wie zum Beispiel 2015 mit vielfältigen Angeboten zu neuen Integrationsherausforderungen. Zu den heutigen Aufgaben des „Bochumer Modells“ zählen auch weitere Bereiche, die in der Potsdamer Erklärung des Verbandes deutscher Musikschulen erläutert sind: kulturelle Vielfalt, Menschen in prekären Lagen und Angebote für Senioren.

Programm Jubiläumsfest:

Die Musikschule feiert im Anneliese Brost Musikforum Ruhr, Marienplatz 1, 40 Jahre Inklusion mit dem „Bochumer Modell“. Am Samstag, 9. November, eröffnet die Großformation „Just fun“ unter der Leitung von Claudia Schmidt um 17 Uhr im kleinen Saal die Veranstaltung. Sie feierte im letzten Jahr ihr 20-jähriges Bestehen und hat in ganz Deutschland die inklusive Arbeit der Musikschule Bochum bekannt gemacht.

Der Festakt findet am Sonntag, 10. November, um 12 Uhr im großen Saal des Musikforums statt. Ein buntes musikalisches Programm präsentiert dabei die unterschiedlichen Bereiche des „Bochumer Modells“, dessen Ziel es ist, möglichst allen Zugang zur Musik zu ermöglichen. Darüber hinaus werden die zahlreichen Kooperationspartner gewürdigt. Als Festredner sind Irmgard Merkt, emeritierte Professorin der TU Dortmund und Mitarbeiterin der ersten Stunde des Bochumer Modells, und Robert Wagner, der Vorsitzende des Fachausschusses Inklusion des Verbandes deutscher Musikschulen, eingeladen. Es treten aus dem „Bochumer Modell“ auf: „Piano plus“ mit den Streichern des Jugendsinfonieorchesters, „Rampenlicht“, Kinder der Brüder Grimm Schule, die „Hustadtkids“ und als Gast der internationale Frauenchor „WOW“ aus Wuppertal. Außerdem gibt es einige Einzelbeiträge.

Zum Abschluss präsentieren sich von 14 bis 17 Uhr in einem Wandelkonzert Ensembles des „Bochumer Modells“ in Kombination mit anderen Gruppen. Dabei treten unter anderem die „Topfits“ mit „Grenzen.Los“, die „Chaosband“, das „Studio 13“, „Edelmetall“ und die Schülerband „Robert Mangel“ auf. Außerdem ist die inklusive Band „Take more“ der Musikschule Essen zu Gast. Bei allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei. Freikarten für den Festakt am 10. November können Interessierte ab sofort per E-Mail an Rainerbuschmann@bochum.de oder unter der Rufnummer 0234 910-3074 bestellen.

(29. Oktober 2019)