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6. September 2018 - Blaulicht-Training: Feuerwehr übt Einsatz am Steuer – unfallfrei am Ziel ankommen

Blaulicht-Training: Feuerwehr übt Einsatz am Steuer – unfallfrei am Ziel ankommen

6. September 2018 - Blaulicht-Training: Feuerwehr übt Einsatz am Steuer – unfallfrei am Ziel ankommen

Unfallfrei am Ziel anzukommen, ist nicht selbstverständlich – schon gar nicht, wenn man einen Rettungswagen oder ein Feuerwehrauto im Einsatz fährt. Wilfried Peters weiß das. Der 52-Jährige arbeitet als Trainer im ADAC-Fahrsicherheitszentrum Grevenbroich. Auf dem 120.000 Quadratmeter großen Gelände – das entspricht etwa 17 Fußballfeldern – üben Fahrer und Fahrerinnen von Motorrädern, Pkw, Lkw, Bussen. Und heute der Feuerwehr Bochum. Mit fünf Löschfahrzeugen und einem Rettungswagen. Blaulicht-Training.

Acht Brandmeisteranwärter mit ihrem Ausbilder, eine Notfallsanitäterin und ein Rettungssanitäter haben sich auf den Weg zum Gelände nahe Neuss gemacht, laut ADAC „das größte und modernste Fahrsicherheitszentrum in Nordrhein-Westfalen“. Wenn ein Einsatz es erfordert, fährt die Feuerwehr mit Blaulicht und Martinshorn. Auch schnell, vor allem aber sicher. Denn oft warten Menschen in höchster Not. Sie sind darauf angewiesen, dass die Feuerwehrleute unfallfrei bei ihnen ankommen. Brandmeisteranwärter Christian Schiller, 39: „Ich freue mich, heute die Grenzen der großen Fahrzeuge kennenzulernen. Und ich möchte gesund nach Hause kommen.“

Im Schulungsraum. Auf dem Bildschirm steht: „Nicht reden, machen“. In der Tat verbringt die Gruppe dort nur wenige Minuten; der Tag ist zum Üben da. Das Trainingsgelände bietet Berg- und Kurvenstrecken, eine Kreisbahn und viele Wasserhindernisse. Los geht’s mit Schlangenlinien – es gilt, um orangefarbene Plastik-Hütchen zu fahren –, ohne sie umzufahren. Einmal, nochmal, nochmal und nochmal. „Hände auf drei und neun Uhr“, weist Trainer Peters per Funkgerät an. Der 52-Jährige sieht ruhig und scheinbar entspannt zu, wie die Fahrzeuge immer wieder ihre Runden ziehen. Doch seine Augen scheinen überall gleichzeitig zu sein. Zack! Erwischt ein Hinterrad eines der Plastik-Hütchen. „Ihr seid zu schnell!“ Und dieses „zu schnell“ können bei schwieriger Strecke schon 30 Kilometer pro Stunde sein.

Apropos schwierige Strecke: Nach einer ganzen Reihe von normalen Bremsübungen folgt Vollbremsung auf nasser Fahrbahn. Zahlreiche Wasserfontänen sorgen für große, breite Pfützen. Brandmeisteranwärter Philip Telöken, 26: „Sehr rutschig, das ist schwierig.“ Da hilft nur üben, üben, üben. Trainer Peters: „Wenn Wasser im Tank ist, dann verzeiht Ihnen das Fahrzeug keinen Fehler.“ Und Löschfahrzeuge haben oft viel Wasser im Tank.

Es wird noch schwieriger: Auf nasser Fahrbahn Hindernissen ausweichen, lautet die nächste Aufgabe. Wieder gibt es Wasserfontänen, doch diese tauchen plötzlich auf. Mal hier, mal dort, unvorhersehbar. „Sah gut aus“, lobt der Trainer. „Nur die Lenkung war zu schnell nach links gedreht, deswegen brach das Fahrzeug leicht nach rechts aus.“ Und wieder: üben, üben, üben. Bis Trainer Peters zufrieden ist: „Sehr gut gearbeitet, klasse!“

Zum Abschluss folgt Fahren in nasser Kurve, in der Kreisbahn. Wieder drehen die Löschfahrzeuge und der Rettungswagen Runde um Runde. „Wenn man ein Janken hört, kommen die Räder ins Rutschen. Dann ist’s schon zu spät.“

Bei der Feuerwehr Bochum hebt keiner ab. Isabella Faller, die 31-jährige Notfallsanitäterin, hat den Rettungswagen und ihr Fahrkönnen ausgiebig getestet. Ihr Fazit: „Anstrengend, aber gut.“ Ob es beim Training Unterschiede bei der Leistung von Männern und Frauen gibt? Trainer Peters: „Beim Ausweichen sind die Frauen besser – weil sie zuhören.“

(6. September 2018)