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„Unsere Heimat, unsere Liebe…“: Ausstellung thematisiert NS-Zeit und Fußball

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„Unsere Heimat, unsere Liebe“: So heißt eine Ausstellung im Stadtarchiv Bochum, Wittener Straße 47, die die NS-Vergangenheit der Stadt Bochum, die Gründung des VfL Bochum 1848 sowie die Geschichte des letzten Fußballmeisters im jüdischen Verbund, Schild Bochum, thematisiert. Zusammengestellt wurde die Schau unter Koordination des Fanprojekts Bochum von der Arbeitsgruppe „1938 nur damit es jeder weiß“.
 
„Unsere Heimat, unsere Liebe“ finanziert sich unter anderem mit Mitteln des Bundesprogramms „Farbe bekennen – Demokratie leben“. Über 20 Fans des VfL Bochum 1848 haben bei der inhaltlichen und grafischen Gestaltung der Ausstellung mitgewirkt. Sie besteht aus 20 Ausstellungstafeln, drei doppelseitig bedruckten Messewänden, Wahlplakat-Exponaten sowie zwei Videobeiträgen.
 
Ab Dienstag, 6. Oktober, wird die Ausstellung im Stadtarchiv Bochum präsentiert. Im kommenden Bochumer Jubiläumsjahr 2021 soll „Unsere Heimat, unsere Liebe“ ab dem Februar als Wanderausstellung an möglichst zahlreichen gut frequentierten Orten und Lokalitäten in Bochum präsentiert werden. Die Ausstellung richtet sich insbesondere an junge Bochumerinnen und Bochumer.
 
Das Konzept der Erinnerungsorte aufgreifend werden geschichtsträchtige Orte in Bochum unter anderem mithilfe von QR-Codes vorgestellt. Der Fußballsport wird als Aufhänger für historisch-politische Bildung genutzt. „Unsere Heimat, unsere Liebe“ erläutert, warum es sich beim Ruhrstadion um einen Erinnerungsort handelt, wann und wie der VfL gegründet wurde und wer der letzte Fußballmeister im jüdischen Verband wurde – und welches Schicksal die Mitglieder der Meistermannschaft kurz darauf bereits erleiden mussten. Es wird die Bedeutung der Gauhauptstadt Bochum für das NS-Regime skizziert sowie über den alltäglichen Antisemitismus in der Stadt von 1933 bis 1945 informiert. Das Herzstück der Ausstellung, drei in Form des VfL-Logos angeordnete Messewände, bringt das Thema in die Gegenwart und fordert zur kritischen Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Rassismus in der heutigen Gesellschaft auf. Ein Schwerpunkt ist die Verbreitung von „Hate Speech“ und „Fake News“ im Internet.
 
Die Konzeption der Ausstellung ist Teil der Erinnerungsarbeit des Fanprojekts Bochum. Die Partizipation von jungen und erwachsenen Fans des VfL Bochum 1848 ist elementarer Bestandteil der Etablierung einer aktiven Erinnerungskultur in Bochum. Diese Form der Erinnerungsarbeit soll junge Menschen zum Nachdenken anregen und dazu befähigen, Narrative der Geschichtsschreibung kritisch zu reflektieren.
 
So kann Erinnerung auch zur Verwandlung in positive Werte – aus einem negativen Ursprungsereignis heraus – genutzt werden. Der VfL Bochum 1848 wurde zwar unter Mitwirkung der NSDAP gegründet. Seine Fans setzen sich jedoch heute für demokratische Prozesse und die Vermittlung von Geschichtsbewusstsein ein.

(5. Oktober 2020)