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„Schaufenster Stadtgeschichte“: Dienstvertrag des ersten Stadtarchivars Bernhard Kleff

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Das „Schaufenster Stadtgeschichte“ präsentiert einmal im Monat ein besonderes Dokument oder Objekt aus den Beständen des Stadtarchivs - Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte. Auf diese Weise werden nicht nur historische Ereignisse oder Persönlichkeiten vorgestellt. Das „Schaufenster Stadtgeschichte“ gewährt auch einen Einblick in die bunte Vielfalt der historischen Zeugnisse, die zum kulturellen Erbe Bochums gehören und die im Stadtarchiv - Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte verwahrt werden.

Im Juli geht es um den Dienstvertrag des ersten Stadtarchivars Bernhard Kleff:

Auszug aus der Personalakte (Quelle: Stadtarchiv - Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte -)

Bernhard Kleff war Leiter des Bochumer Heimatmuseums und Bochums erster Stadtarchivar. Die im Stadtarchiv archivierte Personalakte Kleffs belegt seinen Werdegang im Dienste der Stadt Bochum, die zur Leitung des Stadtarchivs führte.

Der am 15. Oktober 1876 in Steinkuhl (heute Bochum-Querenburg) geborene Kleff, war eigentlich Lehrer an der katholischen Schule in Wiemelhausen, später Schulrektor an der Weilenbrinkschule, interessierte sich jedoch schon früh für Heimatgeschichte und begann damit verbundene Gegenstände zu sammeln. Die Idee für ein Museum unterbreitete er 1912 dem Bürgermeister Heinrich Sahm. Nach entsprechend erteilter Erlaubnis konnte er seine Sammlung in den Räumen seiner Schule ausstellen und begründete so das Heimatmuseum der Stadt Bochum. 1919 zog die Sammlung in die ehemalige Ritterburg „Haus Rechen“. Kleff erweiterte die Sammlung stetig und führte eigene Ausstellungen durch. Stadtrat Stumpf übertrug ihm schließlich 1922 mit dem hier abgebildeten Privatdienstvertrag die Ordnung eines Stadtarchivs in einer leitenden Funktion.

Weitere Tätigkeiten erfolgten nebenamtlich. Kleff entwickelte unter anderem ein Katalogisierungssystem, in welchem Sammlungsstücke erfasst und in Gruppen eingeordnet wurden. Am 20. April 1940 wurde ihm die Dienstbezeichnung „Städtischer Archivar“ verliehen. 

Da Kleff die Sammlung ausweitete, kam es im Lauf der Jahre immer wieder zu Platzproblemen. Mit Beginn des 2. Weltkriegs setzte Kleff alles daran, das Archiv- und Museumsgut vor Bombenfall in Luftschutzkellern und Bergbau-Schachtanlagen, auch außerhalb Bochums, zu sichern. 1944 zog er schließlich zu seinem Sohn nach Lippstadt und half von dort aus, ausgelagerte Bestände nach Bochum zurückzuführen. Er starb am 26. August 1948.

Auch heute ist Bernhard Kleff als „Erster seiner Zunft“ noch im Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte präsent. Als Büste des Künstlers Erich Schmidtbochum begrüßt er Besucherinnen und Besucher im Foyer. Zahlreiche Akten spiegeln sein Leben und seine Verdienste als Archivar der Stadt Bochum wider, und auch das von Kleff eingeführte Katalogsystem begegnet Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Stadtarchivs, deutlich moderner und fortgeschrittener, als archivarische Klassifikation zur Einordnung von Beständen in der EDV.

(30. Juni 2021)