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„Schaufenster Stadtgeschichte“: Speisekarte aus dem „Parkhotel Haus Rechen“

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Speisekarte aus dem Parkhotel Haus Rechen (1939) (Quelle: Stadt Bochum)

Das „Schaufenster Stadtgeschichte“ präsentiert einmal im Monat ein besonderes Dokument oder Objekt aus den Beständen des Stadtarchivs – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte. Auf diese Weise werden nicht nur historische Ereignisse oder Persönlichkeiten vorgestellt. Das „Schaufenster Stadtgeschichte“ gewährt auch einen Einblick in die bunte Vielfalt der historischen Zeugnisse, die zum kulturellen Erbe Bochums gehören und die im Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte verwahrt werden.

Im März geht es um die Speisekarte aus dem „Parkhotel Haus Rechen“ vom 20. August 1939 (Interessierte können sie auch im Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte, Wittener Straße 47, zu den Öffnungszeiten besichtigen: dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr.)

Mit der „umfangreichsten Stadtküche im Industriegebiet“ warb 1939 das Parkhotel Haus Rechen um zahlungskräftige Kundschaft. Das erst zehn Jahre zuvor in der Nähe des heutigen Schauspielhauses eröffnete Luxushotel zählte von Anfang an zu den besten Adressen des Ruhrgebiets und musste sich mit seiner hochmodernen Architektur und mondänen Ausstattung auch vor der internationalen Konkurrenz nicht verstecken. Neben Festsaal und Tanzdiele standen den Gästen unter anderem ein Weinrestaurant mit Frühstückszimmer, ein Café- und Bierrestaurant sowie ein Teeraum zur Verfügung.

Die hier präsentierte Speisekarte bietet einen schönen Einblick in die gehobene Hotelküche der 1930er-Jahre. Angeboten werden einerseits noch heute beliebte „Evergreens“ wie Wiener Schnitzel (1,30 Reichsmark – RM), Seezunge Müllerin-Art (2,50 RM) oder Crêpes Suzette (1,25 RM), andererseits auch aus heutiger Sicht Kurioses: Geflügelgalantine mit Cumberlandtunke, Schinkentüten gefüllt mit Gänselebermus oder Kalbskopf Schildkröten-Art (je 1,75 RM).
Mittig eingelegt ist die Tageskarte für den 20. August 1939. Keine zwei Wochen später begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg, den auch das Parkhotel Haus Rechen nicht überstehen sollte. Am 4. November 1944 wurde das Hotel beim verheerendsten Luftangriff auf Bochum schwer beschädigt und 1946 endgültig abgerissen. Das Grundstück an der Königsallee 21 wurde 1955 bis 1957 neu bebaut. Seit 1982 hat dort das Finanzamt Bochum-Süd seinen Sitz.

(3. März 2022)