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Aktuelle Pressemeldungen

Stadtarchiv präsentiert Vortrag zu jüdischem Sport in Bochum

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Das Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte, Wittener Straße 47, lädt am Mittwoch, 28. Oktober, um 19 Uhr zum kostenlosen Vortrag „Die (fast) vergessenen Meister: Erich Gottschalk und der jüdische Sport in Bochum“ von Dr. Henry Wahlig ein.

Es gelten die aktuellen Abstands- und Hygieneregeln. Die erforderlichen Anmeldungen können bis zwei Tage vor der Veranstaltung per E-Mail an stadtarchiv@bochum.de oder unter der Rufnummer 0234 910-9510 erfolgen.

Die Spieler von Schild Bochum errangen am 26. Juni 1938 die deutsche Fußball-Meisterschaft. Ausrichter war jedoch nicht der DFB, sondern der jüdische Schild-Verband. Der Vortrag beleuchtet Leben und Schicksal der fast vergessenen Fußballmeister aus Bochum. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Lebensgeschichte von Mannschaftskapitän Erich Gottschalk. Er wurde 1906 in Herne-Wanne geboren und spielte als Jugendlicher zunächst im TuS Bochum, einem Vorgängerverein des heutigen VfL. Im Jahr 1925 zählte Gottschalk zu den Gründern von Hakoah Bochum, dem ersten jüdischen Sportverein der Stadt. Nach der NS-Machtübernahme durfte dieser Klub nur noch streng abgeschirmt vom „arischen“ Sport gegen andere jüdische Vereine spielen. Im Schatten der bereits aufziehenden Katastrophe errang die Elf ihre größten Erfolge und wurde letzter Titelträger der bis 1938 ausgespielten deutsch-jüdischen Fußballmeisterschaft. Nur wenige Wochen später, nach den Pogromen des 9. November 1938, wurde die verschworene Fußball-Gemeinschaft für immer auseinandergerissen. Erich Gottschalk verlor seine Eltern, seine Frau und seine Tochter im KZ Auschwitz. Er selbst überlebte einen der sogenannten „Todesmärsche“ und baute sich als gebrochener Mann nach dem Krieg in den Niederlanden eine neue Existenz auf. In Bochum begann man sich erst lange nach dem Tod Erich Gottschalks 1996 wieder an die vergessenen Fußballmeister zu erinnern.

Der Vortrag stellt dieses immer noch weitgehend unbekannte Kapitel der Bochumer Sport- und NS-Geschichte auf Basis neuester Forschungen vor und zeigt auf, welche Initiativen mittlerweile in der Stadt getätigt wurden, um das Andenken an Erich Gottschalk und Hakoah Bochum dauerhaft in der lokalen Erinnerungskultur zu verankern.

Der Historiker Dr. Henry Wahlig publizierte 2006 einen ersten Aufsatz über Hakoah Bochum und promovierte 2011 mit einer Arbeit über die jüdische Sportbewegung in NS-Deutschland. Er ist seit 2015 Leiter des Kultur- und Veranstaltungsprogrammes im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund.

(21. Oktober 2020)