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Corona-Virus - Alle wichtigen Infos auf einen Blick

„Wir kennen die Maßnahmen, die funktionieren“ – Interview mit Prof. Dr. Eike Steinmann zur aktuellen Corona-Lage

Corona-Virus - Alle wichtigen Infos auf einen Blick

Eike Steinmann
Eike Steinmann (Quelle: Ruhruniversität Bochum/Katja Marquard)

Das Infektionsgeschehen nimmt wieder Fahrt auf, doch die Situation ist nicht mit dem letzten Jahr vergleichbar. Prof. Dr. Eike Steinmann, Leiter der Abteilung für Molekulare und Medizinische Virologie der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, erklärt im Interview wie das mit neuen Virusvarianten zusammenhängt – und worauf es in diesem Corona-Herbst besonders ankommt.
 

1. Die Inzidenzen sind anhaltend hoch, aktuell wieder steigend – welche Varianten herrschen derzeit vor? Was macht diese aus?

Momentan herrscht weiterhin die Omikron-Variante vor, genauer gesagt der Subtyp BA.5. Diese Variante ist ansteckender und leichter übertragbar als bisherige Varianten und Subtypen. Das liegt vor allem an einer Mutation im S-Protein. Dieses Protein benötigt das Virus, um in menschliche Zellen einzudringen. Zusätzlich hat die Subvariante eine stärkere Immunflucht. Das bedeutet, dass sich Geimpfte und Genesene daher leichter infizieren und sogar reinfizieren können. Deshalb ist das Infektionsgeschehen derzeit sehr dynamisch und auf einem recht hohen Niveau.

2. Gibt es bereits einen angepassten Impfstoff, der gegen diese Variante und diesen Subtyp hilft?

Leider hinken wir damit noch etwas hinterher. Ein angepasster Impfstoff ist jedoch bereits im Zulassungsverfahren. Ich hoffe, dass es im September soweit ist. Allerdings ist der angepasste Impfstoff auf die Omikron Variante mit Subtyp BA.1 ausgelegt und nicht auf den aktuell zirkulierenden Subtyp BA.5. Die ersten vorab von den Firmen veröffentlichten Daten zeigen aber, dass man mit dem neuen Impfstoff eine bessere Immunantwort gegen die erste Omikron-Variante BA.1 hat und auch einen leicht besseren Schutz gegen andere Varianten wie BA.4 und BA.5. Genauere Daten müssen wir aber noch abwarten.

3. Warum ist es nach wie vor so wichtig, sich impfen beziehungsweise nachimpfen zu lassen?

Die vorhandenen Impfstoffe verhindern nicht zwangsläufig eine symptomatische Infektion, aber sie können uns gut vor einem schweren Verlauf und wie man sieht, vor allem vor Krankenhausaufenthalten schützen. Entscheidend ist vor allem die Boosterimpfung. Nur zweifach geimpft zu sein, reicht im Moment nicht aus. Daher sollte man sich an die Empfehlung der Ständigen Impfkommission halten und seinen Impfschutz erneuern.

4. Wie sollten wir uns aktuell verhalten? Was raten Sie?

Wir kennen die Maßnahmen, die funktionieren, bereits gut. Zum einen sollten wir das Impfangebot nutzen. Darüber hinaus sollte man sich testen oder testen lassen, Abstand halten und sich isolieren, wenn man Symptome hat. Wir wissen auch, dass die Maske eine gute Maßnahme in schlecht belüfteten Innenräumen und bei großen Menschenansammlungen ist. Und Risikogruppen sollten noch verstärkter auf die AHA+L Regeln (Abstand halten, Hände waschen, regelmäßig gut Lüften) achten. 

5. Wie blicken Sie auf den nahenden Herbst und kommenden Winter? Was empfehlen Sie?

Das ist natürlich die große Frage, die wir uns alle stellen. Konkret ist das schwer vorhersehbar. Aber klar ist, dass das Corona-Virus ein saisonales Virus ist. Das heißt, zum Winter hin und im Winter werden die Infektionszahlen steigen und das Virus überträgt sich dann leichter. Ich hoffe, dass die erhöhte Immunität in der Bevölkerung dazu beiträgt, trotz steigender Zahlen, eine Überlastung des Gesundheitssystems und anderer wichtiger Bereiche zu verhindern. Wir müssen das Infektionsgeschehen also gut im Blick behalten. Das machen wir am besten, indem wir weiterhin auf regelmäßige Tests zurückgreifen und weiterhin positive Proben sequenzieren, um den Virustyp und gegebenenfalls neue Varianten zu ermitteln. Wichtig ist, dass wir bei steigenden Zahlen die AHA+L Regeln als wirksame Maßnahmen weiterhin befolgen, damit wir die Ansteckungen reduzieren und das Infektionsgeschehen mildern.

6. Wie hat sich die Situation für uns alle im Vergleich zum vergangenen Jahr verändert?

Ein Unterschied ist sicherlich, dass die Grundimmunität in der Bevölkerung zugenommen hat. Und damit besteht auch die Chance, weniger schwere Verläufe zu haben. Aber gleichzeitig haben wir die neue Subvariante, die ansteckender ist. Im Vergleich zum letzten Jahr sind diese beiden Faktoren sozusagen im Wechselspiel.