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Statements von Oberbürgermeister Thomas Eiskirch zum Corona-Virus in Bochum

Statement vom 25. März 2020

Leider sind vier Bochumerinnen und Bochumer, die an dem Corona-Virus erkrankt waren, verstorben. Oberbürgermeister Thomas Eiskirch ist traurig und betroffen. Er betont, dass das zurzeit wirksamste Mittel gegen das Virus wir selbst sind, indem wir soziale Kontakte meiden und Abstand halten.

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Das Statement vom 25. März 2020 in Textform

Liebe Bochumerinnen und Bochumer,

leider sind mittlerweile vier Menschen in unserer Stadt, die am Corona-Virus erkrankt waren, verstorben. Diese Nachricht macht uns alle traurig und betroffen. Und leider geht die Zahl der Erkrankten noch nicht zurück. Daher ist es umso wichtiger, dass wir uns alle weiter an die Regeln halten, um die Ausbreitung zu verlangsamen.

Das zurzeit wirksamste Mittel gegen das Corona-Virus sind wir selbst – in dem wir soziale Kontakte meiden und Abstand halten. Deshalb gibt es das Ansammlungs- bzw. Kontaktverbot.

Ich hatte sehr deutlich diejenigen kritisiert, die sich nicht an die Vorgaben hielten und Einschränkungen nicht akzeptieren wollten. Doch das Verhalten Vieler hat sich geändert. Und deshalb sage ich heute: Danke!

Danke, an die, die sich von Beginn an vorbildlich verhalten und sich zum Schutz der anderen zurückgezogen haben. Aber ich danke auch denen, die sich nun nicht mehr in Gruppen versammeln oder Partys feiern.

Danke an die, die helfen und bis zur Erschöpfung arbeiten. Ob bei der Feuerwehr, in der Pflege, der Apotheke, im Krankenhaus, bei den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Ich danke auch ganz besonders denjenigen, die in den Lebensmittelgeschäften und Drogerien an der Kasse sitzen und einen echt tollen Job machen. Genau wie die Bäckerinnen und Bäcker, die Markthändler, aber auch die Kolleginnen und Kollegen bei den Stadtwerken oder der Bogestra, auch hier in der Stadtverwaltung, die die dafür Sorge tragen, dass in Bochum das öffentliche Leben nicht zum Stillstand kommt.

Und mir ist noch ein anderer Aspekt wichtig: Ich weiß, dass es vor ein paar Tagen, drastische Worte zu den Verhaltensregeln von mir waren.

Viel schöner sind aber Gespräche auf Augenhöhe, Entscheidungen über Bochums Zukunft mit großer Bürgerbeteiligung. Wir wünschen uns alle auch wieder in den Cafés zu sitzen, zum Fußball zu gehen oder einfach durch die City zu bummeln. Und damit wir unsere Stadt in großer Offenheit und gegenseitiger Wertschätzung wieder weiterentwickeln können, müssen wir leider durch diese Zeit, mit klaren Verhaltensregeln durch. Und doch müssen wir schon heute die Zeit nach Corona in den Blick nehmen.

Jedoch zur Bewältigung der jetzigen Situation habe ich in den letzten Tagen Gespräche geführt und wir haben einige Entscheidungen gefällt.

Weil sich viele um den Fortbestand ihres Arbeitsplatzes und Unternehmens sorgen, bin ich mit Wirtschafts- und Bankenvertretern zusammengekommen. Über die Situationen der sozialen Angebote in den Pflegeheimen, den Kitas, Obdachlosenunterkünften oder auch im Frauenhaus habe ich mit den Bochumern Wohlfahrtsverbänden und mit den Elternvertretern aus Bochumer Kitas gesprochen. Ich werde auch diese Woche noch mit den Krankenhausträgern reden. Wir alle befinden uns in einer gemeinsamen Verantwortung für unsere Stadt.

Da wo wir als Stadt selber helfen können, haben wir erste Entscheidungen getroffen:
Beim letzten Mal habe ich schon darüber berichtet:
Wir nehmen keine Elternbeiträge für Kitas, Kindertagespflege, Musikschule und OGS im April.
Darüber hinaus haben wir jetzt entschieden, dass wir auch keine Nutzungsentgelte für Sportvereine nehmen.
Wir haben Gas- und Stromsperren ausgesetzt.
Wir nehmen keine Pfändungen vor.
Wir erheben derzeit keine Vergnügungssteuer, das hilft den Clubs und Kinos in unserer Stadt.
Und wir werden Stundungsanträge bei der Gewerbesteuer wohlwollend prüfen, großzügig bescheiden und zinsfrei gewähren.

Was mich besonders freut: in den letzten Tagen haben mich viele E-Mails und Schreiben von Bürgerinnen und Bürger erreicht, die Mut machen. Sie organisieren Nachbarschaftshilfen, nähen Masken, wollen sich ehrenamtlich engagieren, stellen ihre Kraft denen zur Verfügung, die Hilfe im Moment nötig haben. Das zeigt: Bochum ist auch in dieser schwierigen Zeit solidarisch. Herzlichen Dank dafür! Lassen sie uns dieses solidarische Miteinander auch unbedingt mitnehmen in die Zeit danach.

Passen Sie auf sich auf!

Passen Sie auf Bochum auf!

Bleiben Sie gesund!