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Gestaltungsleitlinien für die Bochumer Innenstadt

Das Bild zeigt v.l.n.r.: Thomas Weckermann (Bochum Marketing), Heiner Farwick (farwick+grote), Stadtbaurat Dr. Markus Bradtke, Marc Mauer (IBO) und Lukas Rüger (IBO)

Um die besondere städtebauliche Qualität und architektonische Wertigkeit der Bochumer Innenstadt zu schützen und weiterzuentwickeln, hat die Stadtverwaltung in Kooperation mit Bochum Marketing und der Initiative Bochum e.V. (IBO) gemeinsam mit dem Architekturbüro „farwick+grote“ Gestaltungsleitlinien für das Stadtzentrum erarbeitet.

Die Gestaltungsleitlinien für die Innenstadt sollen das Stadtbild deutlich aufwerten und nachhaltig zu einer positiven Stadtidentität durch eine Qualitätssteigerung von Werbeanlagen, Fassadengestaltungen, Warenauslagen und Außengastronomie beitragen. Ziel ist es, vorhandene Defizite sukzessive zu beseitigen und damit langfristig ein positives Stadtbild mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen zu lassen. Die Leitlinien sollen, vorbehaltlich der Zustimmung der politischen Gremien, als Grundlage einer Gestaltungssatzung dienen.

Das Bild zeigt den Bongard-Boulevard mit Stadtbad-Galerie in der Innenstadt von Bochum, aufgenommen am 7.6.2013 (elektronisch zusammengesetztes Panorama)

Die Gestaltungsleitlinien umfassen unter anderem folgende Aspekte: die Dach-, Fassaden- und Schaufenstergestaltung; Vordächer, Kragplatten und Markisen; Werbeanlagen und Beklebungen; Mobile Werbeträger, Warenauslagen und Möblierung im öffentlichen Raum. Auf Grundlage der Gestaltungsleitlinien soll im nächsten Schritt ein Gestaltungshandbuch erstellt werden, das mit seinen umfangreichen Regularien und Illustrationen eine Beratungsgrundlage für Bauherrinnen und -herren, Architekturbüros und Antragstellende wird. Am 30. Januar stimmt der Rat der Stadt über die Gestaltungsleitlinien ab.

Nicht nur der öffentliche Raum, auch viele private Gebäude in der Bochumer Innenstadt sind in der Vergangenheit saniert und neugestaltet worden. Neue Fassaden-, Schaufenster- und Werbegestaltungen sind aber teilweise nicht von sonderlich hoher Qualität. So wurde durch energetische Fassadensanierung häufig die bauzeitlich gute Gebäudegestaltung beeinträchtigt. Werbeanlagen und Schaufenstergestaltungen nutzen neue Werbe- und Lichttechnik, um immer größer, bunter und schriller zu werden. Beides trägt nicht zu einem qualitätsvollen Stadtbild bei. Diese Tendenzen im Stadtbild haben auch die Initiative Bochum e.V. (IBO) und die Bochum Marketing erkannt und beklagen dies insbesondere für den Einzelhandel als negativ.  In enger Zusammenarbeit mit Schlüsselakteuren der Initiative Bochum e.V. (IBO) und der Bochum Marketing GmbH (BoMa) hat die Stadt Bochum durch das renommierte Büro „farwick+grote“ aus Ahaus gestalterische Leitlinien erarbeiten lassen. Diesen Leitlinien zugrunde liegt eine umfangreiche Stadtbildanalyse des Büros. Danach ist die Innenstadt innerhalb des Rings vorwiegend von Einzelhandel- und Dienstleistungsgewerbe in einer Bebauung der 1950er und 60er Jahre geprägt, die auf Grundlage eines Neuordnungsplans von 1948 errichtet wurde. Insbesondere sind die Gebäude aus der Großstadtwerdung aus den 1920er Jahren, die nicht im zweiten Weltkrieg zerstört oder wiederaufgebaut wurden, als architektonische Zeitzeugen bedeutend für das Stadtbild der Bochumer Innenstadt.

(14. Januar 2020)