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Neue 'Hermann-Hußmann-Straße' erinnert an Verfolgung Homosexueller

Das Bild zeigt ein Straßenschild zusammen mit dem Stolperstein für Hermann Hußmann.

Die Stadt Bochum hat eine neue Straße hinter dem Bochumer Justizzentrum nach dem im Nationalsozialismus verfolgten homosexuellen Bochumer Bergmann Hermann Hußmann benannt. Die Würdigung Hußmanns setzt ein sichtbares Zeichen der Erinnerung an die Ächtung, Verfolgung und Ermordung homosexueller Männer im Nationalsozialismus.

Das Bild zeigt die Einweihung des Straßenschildes durch Bezirksbürgermeisterin Gabriele Spork.

Bezirksbürgermeisterin Gabriele Spork weihte am Freitag, 20. Dezember, gemeinsam mit den Projektbeteiligten die neue Straße ein. Sie ist die Verbindung zwischen der südlich verlaufenden Josef-Neuberger-Straße zur Moritz-Fiege-Straße. Die Bezirksvertretung Mitte hatte im September nach Anregung des Vereins „Rosa Strippe e.V.“ der Benennung einstimmig zugestimmt. Jürgen Wenke vom ehrenamtlichen Projekt „Stolpersteine für Homosexuelle“ gab bei der Einweihung Einblicke in seine ausführlichen, historischen Recherchen zum Leben Hußmanns.

Der in Bochum-Riemke 1908 geborene Hermann Hußmann arbeitete bis zu seiner Verhaftung als Bergmann. Kurz bevor es wegen seiner damals noch strafbaren Homosexualität zu einer Verhandlung und Verurteilung gekommen wäre, nahm er sich im Gefängnis in der ABC-Straße das Leben. Wäre es zu einer Verhandlung gekommen, wäre er mit großer Wahrscheinlichkeit in ein Konzentrationslager deportiert worden.

Die Nazifassung des Homosexuellen-Verfolgungsparagraphen 175 bestand bis 1969. Tausende Männer wurden auch nach 1945 wegen dieses Paragraphen verurteilt. 1969 wurden einvernehmliche sexuelle Beziehungen zwischen erwachseneren Männern straffrei und erst 1994 wurde der §175 des Strafgesetzbuches insgesamt abgeschafft und damit die strafrechtliche Verfolgung von Homosexuellen beendet.

(20. Dezember 2019)