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Neue Kampagne „Dein Respekt für meine Grenzen! – Angst ist ein hässliches Heim!“ macht auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam

Das Bild zeigt von links nach rechts: Gleichstellungsbeauftragte Regina Czajka, Fotograf Lutz Leitmann, Maike Schachtschneider, Grafiker Bernd Zamel, Christa Skalecki und Projektkoordinatorin Corinna Leenen mit Plakaten der Kampagne.

Am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen und Mädchen am Montag, 25. November, haben die Stadt, die Polizei NRW und die BOGESTRA ihre neue Kampagne gegen Gewalt an Frauen und Mädchen vorgestellt. Zwei Plakatmotive mit den Influencerinnen @christelle und @maikelarissa und den Slogans „Angst ist ein hässliches Heim!“ und „Dein Respekt für meine Grenzen!“ machen auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam und weisen auf das Angebot für Hilfesuchende des bundesweiten Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ unter der kostenfreien Rufnummer 0800 116 016 hin.

„Wir möchten mit der Kampagne Frauen ermutigen, den Schritt zu wagen und sich Hilfe zu holen“, erklärt die städtische Gleichstellungsbeauftragte Regina Czajka. „Mich freut sehr, dass wir in diesem Jahr die jungen Bochumerinnen Maike Schachtschneider und Christa Skalecki für die Kampagne gewinnen konnten. Damit erreichen wir diesmal auch ein besonders junges Publikum über die Sozialen Medien.“ Projektkoordinatorin Corinna Leenen ergänzt: „Gemeinsam mit dem Netzwerk ,Häusliche Gewalt’ möchten wir Menschen für das Thema sensibilisieren und eine Öffentlichkeit herstellen. Mit dem Schweigenbrechen heute, bei dem zahlreiche Menschen für ein Statement gegen Gewalt und ein gemeinsames Foto zusammenkommen, setzen wir ein Zeichen der Solidarität.“   

Gewalt gegen Frauen in Deutschland ist nach wie vor ein großes Problem. In Bochum sind im Jahr 2018 614 Fälle von häuslicher Gewalt bei der Polizei gemeldet worden, die Dunkelziffer ist jedoch deutlich höher. „Auf einen gemeldeten Fall kommen rund 20 bis 25 nicht gemeldete Fälle“, so Ralph Jeske von der Polizei Bochum. Gewalt gegen Frauen und Mädchen zählt zu den am meist verbreiteten Menschenrechtsverletzungen weltweit und stellt laut Weltgesundheitsorganisation WHO das größte Gesundheitsrisiko weltweit für Frauen dar. Sie ist mit gravierenden gesundheitlichen Folgen verbunden, etwa mit Verletzungsfolgen, langfristigen psychischen und psychosomatischen Beeinträchtigungen bis hin zu Behinderungen. Häusliche Gewalt ist die häufigste Ursache von Gesundheitsschäden bei Frauen: häufiger als Verkehrsunfälle und Krebs zusammengenommen.

Jede vierte Frau hat seit dem sechzehnten Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt durch einen Partner oder Beziehungspartner erlebt. Sechs Prozent der Frauen berichteten von Mustern schwerer körperlicher, sexueller und psychischer Misshandlungen durch den aktuellen Partner. Weitere elf Prozent waren von Mustern erhöhter psychischer Gewalt in der aktuellen Paarbeziehung betroffen. Darüber hinaus berichtet fast jede siebte Frau davon, Opfer von erzwungenen sexuellen Handlungen im inner- und außerhäuslichen Kontext geworden zu sein.

(26. November 2019)