Aktuelle Pressemeldungen

Sommerserie „Verborgene Orte“

In den Sommerwochen präsentieren die Stadt und ihre Gesellschaften einige stille Stars, die sonst eher nicht im Rampenlicht stehen: ihre verborgenen Orte. Manche schwer zu finden, manche nur schwer zugänglich – und doch spielen alle eine wichtige Rolle im vielfältigen Leben der Stadt.

Im ersten Teil geht es um einen Wasserbehälter der Stadtwerke in luftiger Höhe.

Ein verborgener Ort wird modernisiert:
Der Wasserbehälter in Stiepel

Foto: Gerüste im Trinkwasserbehälter
Foto: Stadtwerke Bochum

Ein für die Öffentlichkeit aus gutem Grund verborgener Ort befindet sich auf Bochums höchstem Punkt in der Ministerstraße in Bochum-Stiepel, 196 Meter über Normalhöhennull: Der Wasserbehälter der Stadtwerke Bochum, aus dem die Bochumer Haushalte rund um die Uhr mit frischem Trinkwasser versorgt werden. Auf dem Dach des Behälters eröffnet sich das komplette Bochum-Panorama mit vielen Perspektiven über die Stadtgrenzen hinaus.

Wo sonst tausende Kubikmeter frisches Trinkwasser in unberührter Umgebung lagern, stehen zurzeit Gerüste für die Wand- und Deckensanierung. Im März dieses Jahres starteten die Stadtwerke Bochum mit den Arbeiten zur Modernisierung der beiden Wasserbehälter in Stiepel. Die Sanierung der in den Jahren 1961/62 erbauten Wasserbehälter samt Schieberhaus, neuer Anlagentechnik und Errichtung einer neuen Hygieneschleuse wird bis Herbst 2020 dauern. Um die Versorgungssicherheit der Bochumer Bürgerinnen und Bürger aufrecht zu erhalten, können die beiden Kammern nur nacheinander saniert werden. Zurzeit wird die oberste Schicht der Innenflächen eines Behälters im Sandstrahlverfahren abgetragen. Das sind je Behälterkammer rund 5.000 Quadratmeter. Im Anschluss werden die Flächen neu beschichtet, die Be- und Entlüftungsanlage erneuert sowie eine neue Treppenanlage errichtet.

Der Zugang bleibt der Öffentlichkeit aus mehreren Gründen verwehrt. Zum einen gehört die Trinkwasseranlage zur sogenannten „kritischen Infrastruktur“ und muss ausreichend vor Dritten geschützt werden. Zum anderen gelten für das Trinkwasser, als Lebensmittel Nummer eins, die höchsten Hygienevorschriften.

Der Wasserbehälter an der Ministerstraße umfasst zwei Kammern, beide haben ein Fassungsvermögen von je 7.500 Kubikmetern. Um eine Vorstellung von der Wassermenge zu bekommen, hilft ein Vergleich: Würde man einen Wasserbehälter mit einem 5-Liter-Eimer befüllen wollen, müsste man ganze 1,5 Millionen Eimer darin ausleeren, um auf das maximale Fassungsvermögen von 7,5 Millionen Liter Wasser pro Behälter zu kommen.

In der Realität geht das um einiges einfacher und schneller. Eine flexible Zuflussregelung kann bis zu 2,5 Millionen Liter Wasser pro Stunde in die Behälter pumpen, so dass der Behälter in nur drei Stunden randvoll gefüllt wäre. Das Wasser strömt von dort aus in das weit verzweigte Bochumer Leitungsnetz, das in Summe 1.162 Kilometer misst. Dies entspricht der Fahrtstrecke von Bochum nach Budapest. Über das Versorgungsnetz beliefern die Stadtwerke Bochum jeden Bochumer Haushalt mit frischem Trinkwasser – und das 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Der Wasserbehälter übernimmt noch weitere Aufgaben: Er dient der Druckhaltung im Netz, sorgt für die Bereitstellung von Löschwasser und die gleichmäßige Auslastung der Wasserwerke.

Die Gesamtkosten der Sanierung liegen bei rund 4,5 Mio. Euro. Eine Investition in die kommenden 60 Jahre. So lange sollen die modernisierten Behälter dann, bis auf turnusmäßige Reinigungsintervalle, die Trinkwasserversorgung für Bochum sicherstellen.

(19. Juli 2019)


 

Nächste Folge der Serie „Verborgene Orte“ am 26. Juli 2019, Bochumer Veranstaltungs GmbH.