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Päpste und Präsidenten: Stadtarchiv zeigt Porträts von Slomi

1937 in Bochum geboren, lebt, arbeitet und publiziert Josef Albert Slominski, genannt Slomi, seit über sechzig Jahren als Fotograf in Berlin, Bonn und dem Ruhrgebiet. Bekannt gemacht haben ihn vor allem seine Porträts von Bundeskanzlern, Päpsten und anderen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Seine Schwarz-Weiß-Arbeiten zeigt Slomi nun ab Sonntag, 28. April, in seiner Heimatstadt: im Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte. Unter dem Titel „Menschen meiner Zeit, die etwas bewegten“ reihen sich dort vertraute Gesichter und bekannte Namen aneinander. Die meisten Porträtierten stammen aus Politik und Kirche, doch auch Prominenz aus Sport, Kultur und Wirtschaft sind vertreten. „Es sind alles Menschen, die in ihrem Job etwas geleistet haben und die eine ganze Menge für die Allgemeinheit gemacht haben, ohne es an die große Glocke zu hängen“, sagt Josef Albert Slominski. Zu diesen zählt Giovanni di Lorenzo, aber nicht in seiner Rolle als Journalist und Herausgeber, sondern „als Erfinder der Lichterketten“. „Eine solche Demonstration hat noch nie mit einer Schlägerei geendet“, erläutert Josef Albert Slominski seine Wahl. Auch das Porträt von Harald Jäger, „dem Maueröffner von der Bornholmer Straße“, findet sich in der Ausstellung: „Er hat es 1989 auf sich genommen, die Mauer zu öffnen und die Menschen den Grenzübergang in Ost-Berlin passieren zu lassen – entgegen seiner Befehle“, begründet Slomi. „Ein Bundesverdienstkreuz hat er dafür nicht erhalten, stattdessen hat er fünf Jahre lang von Hartz IV gelebt.“

Nicht fehlen darf in der Ausstellung das Bildnis von Konrad Adenauer, mit dem Josef Albert Slominskis Arbeit begann. 1954 fotografierte er den Bundeskanzler beim Bonifatius-Jubiläum in Fulda das erste Mal. Von seinem ersten Lehrgeld als Schriftsetzer hatte er sich kurz zuvor eine Kleinbildkamera gekauft. „Und die Bilder wurden gedruckt“, beschreibt Slomi den Beginn seiner journalistischen Laufbahn. Als selbstständiger Fotograf habe er alle Termine und Projekte selbst organisiert und auch finanziert. Etliche Dankesschreiben von Päpsten wie Präsidenten, darunter Johannes Paul II. und Ronald Reagan, hat er erhalten und natürlich aufgehoben, viele Anekdoten kann Slomi von seinen Begegnungen erzählen.

Mit wem er seine Porträt-Reihe fortsetzen möchte? „Mit Trump nicht“, sagt Slomi spontan und entschieden. Annegret Kramp-Karrenbauer ist die nächste, die er fotografieren möchte, denn die „Ahnengalerie“ im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin stammt ausnahmslos von ihm. „Als Vorsitzende der CDU, nicht als Kanzlerin“ will er sie dort verewigen. „Das ist noch offen“, erklärt Slomi, „da ich alle in diesem Amt begleitet habe.“ Einen Termin für die Aufnahmen hat der über Achtzigjährige bereits.

Das Stadtarchiv Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte hat dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es auf www.bochum.de/stadtarchiv.

(26. April 2019)