Radfahren in Bochum - Aktuelles

Fahrradzählstelle
Herner Straße / Poststraße / Vierhausstraße

Auswertung Januar bis Dezember 2017

Als Grundlage für Verkehrsplanungen, für Diskussionen, Argumentationen, im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit, zur Evaluation und für vieles mehr sind Daten erforderlich.

An der Kreuzung Herner Straße / Poststraße / Vierhausstraße wurde Ende 2015 die erste fest installierte Bochumer Zählstelle für Fahrräder installiert. Gezählt werden die auf den Radfahrstreifen fahrenden Fahrräder stadtauswärts in Richtung Herne und in Richtung Bochumer Innenstadt. An den Auslegern der Lichtsignalanlagen befinden sich dafür spezielle Wärmebildkameras.
 

Die Zählstelle liegt etwa 2 km vom Bochumer Stadtzentrum entfernt, die Entfernung zum Herner Zentrum beträgt etwa 4 km. Das Zentrum des Stadtteils Riemke befindet sich einen Kilometer nach Norden entfernt. Der Standort liegt damit an einem Punkt zwischen unterschiedlichen Orten mit Quell- und Zielverkehr. Parallel zur Herner Straße gibt es keine Route mit derselben Geradlinigkeit, alle Alternativen verlaufen entweder auf längeren Strecken oder aber auf aus Sicht der Radfahrenden schlechterem Untergrund.

Gleichzeitig verkehrt auf derselben Strecke auch die Straßenbahnlinie U35 im Fünfminutentakt beziehungsweise in den Semesterferien im Zehnminutentakt.
 

Beim indirekten Linksabbiegen werden die Fahrräder mitgezählt. Wird zum Beispiel von der Bochumer Innenstadt kommend indirekt links in die Poststraße abgebogen, so zählt das Fahrrad für die Fahrtrichtung Herne. Nicht erfasst werden Radfahrende, die direkt links abbiegen beziehungsweise sich auf den Fahrspuren des Kfz-Verkehrs bewegen.

Im Jahr 2016 wurden im April keine Daten erfasst. Auch im Jahr 2017 sind die Daten leider und vermutlich durch einen Bedienfehler unvollständig. In Richtung Bochumer Innenstadt wurden zwischen dem 20. April etwa ab 15 Uhr und dem 27. Juli keine Fahrräder gezählt. Der Fehler fiel erst bei einer halbjährlichen Auswertung auf und wurde anschließend behoben. Die kumulierten Daten insbesondere der Summen der Jahre 2016 und 2017 sind daher nicht direkt miteinander vergleichbar, in ihrer Gesamtheit ergeben die Verteilungen der Fahrten auf Wochentage und Tageszeiten aber ein aussagekräftiges Bild.

Die Auswertung des Jahres 2016 finden Sie hier.

Verteilung Wochentage und -enden mit gewichteten Werten


Im Vergleich zwischen den Fahrten an Wochentagen (Montags bis Freitags) und an Wochenenden (Sams- und Sonntage) wird auch im Jahr 2017 ersichtlich, dass die Herner Straße insbesondere im Alltagsverkehr von Radfahrenden genutzt wird. Daraus lässt sich allerdings keine Aussage über die Fahrradnutzung in der gesamten Stadt an Wochentagen und Wochenenden ableiten: Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass bei Alltagsfahrten die kürzeste, direkteste und/oder am zügigsten zu befahrende Strecke bevorzugt wird, so lange sie grundsätzlich sicher zu befahren ist.

Bei Freizeitfahrten hingegen wird die Route eher danach ausgewählt, ob dort (gefühlt) sicherer, ruhig und insgesamt angenehm in möglichst ansprechender Umgebung gefahren werden kann. Dies führt im Freizeitverkehr zu einer verstärkten Nutzung von Straßen und Wegen abseits der Hauptverkehrsadern. Insofern sind die erfassten Fahrten mustergültig und bestätigen die Grundannahmen. Die Herner Straße ist auch für den Radverkehr eine wichtige Verbindung für Alltagsfahrten.

 

Fahrräder pro Monat insgesamt - je Fahrtrichtung

Die Auswertung aller Fahrten im gesamten Jahr zeigt, dass das Fahrrad auf der Herner Straße in den Sommermonaten deutlich häufiger genutzt wurde als in den kälteren Jahreszeiten.

Wegen des Parallelangebotes der U35 kann davon ausgegangen werden, dass die auf gleicher Strecke verkehrende Straßenbahnlinie bei Kälte/Nässe bevorzugt wird.

Es ist auffällig, dass häufiger mit dem Rad in Richtung Bochumer Innenstadt gefahren wird als in Richtung Herne. Eine Erklärung dafür ist, dass die Fahrt zum Bochumer Zentrum häufiger dem Weg zur Arbeitsstätte hin und der Weg zurück häufiger dem Heimweg entspricht. Da bei der Fahrt zurück und in den Feierabend hinein auch weniger direkte Routen häufiger gewählt werden, fehlen die Rückfahrten in der Zählung.

 


Insgesamt unterscheiden sich die Tagesverläufe der Fahrten in den jeweiligen Fahrtrichtungen nur geringfügig voneinander. Dass die Kurve der Fahrtrichtung zur Bochumer Innenstadt hin unterhalb der in Gegenrichtung liegt, ist in den fehlenden Daten begründet. Im Vergleich zu den Werten des Jahres 2016 zeigt sich, dass die Verkehrsströme insgesamt gleich geblieben sind.

Bereinigt man die Daten der Jahre 2016 und 2017 und zieht nur noch die Zeiten in Betracht, für die in beiden Jahren vollständige Werte vorliegen, ergibt sich eine Verringerung um 11.333 Fahrten (Bereinigter Wert 2016 = 63.406; bereinigter Wert 2017 = 52.073). Die nicht bereinigten Werte (2016 = 78.532; 2017 = 58.700) besitzen aufgrund der Datenverluste nur eine geringe Aussagekraft.

Ausschlaggebend für die festgestellte Verringerung können diverse Faktoren sein, die nicht ohne weiteres bestimmt werden können. So haben beispielsweise sowohl das tatsächliche Wetter aber vermutlich auch die Wetterprognosen einen wesentlichen Einfluss auf die Wahl des Verkehrsmittels. Aktuell wird in den Wetterprognosen häufiger von „Unwetterwarnung“, „Wettervorwarnung“ und Ähnlichem gesprochen. Hier muss davon ausgegangen werden, dass diese Wortwahl und eine wenig detaillierte Darstellung von Niederschlagswahrscheinlichkeiten dazu führt, dass häufiger andere Verkehrsmittel als Fahrräder genutzt werden – selbst wenn die tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort durchaus fahrradfreundlich sind.

Alle zugrundeliegenden Daten können auch unter https://www.bochum.de/opendata/datensaetze/transport-verkehr heruntergeladen und für eigene Auswertungen weiterverwendet werden.