Denkmalliste der Stadt Bochum

Erläuterungen

Bei der Siedlung handelt es sich um 11 in roher Ziegelbauweise erstellte, geometrisch strukturierte Häuser mit Kreuzgrundriss. Die Gebäude sind zweigeschossig mit leicht geneigten vorkragenden Dächern. Einige sind an den Wetterseiten verputzt, dieser Putz stammt zum Teil aus älterer Zeit, wahrscheinlich aus der Zeit der Erbauung der Häuser, in den 1880er Jahren und zum Teil aus jüngerer Zeit. Die den Gebäuden früher zugeordneten freistehenden Stallungen wurden zum größten Teil mittlerweile entfernt.

Die Gebäude wurden durch die Bauabteilung der Zeche „Friedlicher Nachbar“ geplant und errichtet. Die Zeche „Friedlicher Nachbar“ entstand aus zwei nebeneinander liegenden, ursprünglich selbständigen Zechen. Schon in der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde in den Stollenzechen ausgedehnter Abbau betrieben, der bis in die 50er Jahre des 19. Jahrhunderts fortgeführt wurde. Die Förderung in den neuen Tiefbauschächten der Zeche „Friedlicher Nachbar“ begann 1870. Ab 1899 weitete sich diese Zeche durch Vereinigung mit anderen Zechengesellschaften immer stärker aus. Sie wurde 1961 stillgelegt.

In der ersten Entwicklungsphase zwischen 1870 und 1899 entstand die Siedlung "Am Schamberge". Die Bauabteilung der Zeche „Friedlicher Nachbar“ entwickelte einen speziell nur in Bochum gebauten Haustyp, der auch in der unter Denkmalschutz stehenden Siedlung „Am Röderschacht“, die sich ebenfalls in Bochum-Linden befindet, Verwendung fand.

Die Siedlung ist bedeutend für die Geschichte der Arbeits- und Produktionsverhältnisse, weil hier ein seltener und einprägsamer Wohnungstyp in auffallender Normung vorhanden ist. Im Zusammenhang mit der bergbaugeschichtlichen Prägung, ist die Siedlung bedeutend für die Stadt Bochum. Für die Erhaltung und Nutzung liegen wegen des seltenen Bautyps architekturgeschichtliche und sozialgeschichtliche Gründe vor. Ferner sprechen für den Denkmalwert der Siedlung städtebauliche Gründe, weil die Einheit aus 11 Wohngebäuden sich um einen kleinen Platz an der Einmündung der Straßen Am Schamberge und Am Sonnenberg gruppiert.

Auch wenn die Häuser aufgrund individueller Veränderungen sich im Detail nicht mehr im Originalzustand befinden und auch die Gärten nicht mehr vorrangig der Grundversorgung mit Gartenerträgen und der Haltung von Kleinvieh dienen, ist das Siedlungsgefüge nicht gestört und noch deutlich ablesbar. Die im Laufe der Zeit erfolgten Veränderungen spiegeln vielmehr das Bedürfnis jeder Generation, die Wohnungen und Gärten den wechselnden Bedürfnissen anzupassen, wieder. Infolgedessen ist die Tatsache, dass einzelne Häuser umgebaut und teilweise mit Außenputz versehen worden sind, nicht von entscheidender Bedeutung. Die einzelnen Gebäude sind vielmehr Teil der denkmalwerten Siedlung.