Soziokulturelle Projekte

Das Westendfest

Bereits zum 9. Mal fand das Westendfest auf dem Springerplatz statt. Zum Beginn der Stadtumbaus wurden die Feste ausschließlich durch die Teams der StadtumbauBüros geplant, organisiert und durchgeführt. Mit den Jahren änderte sich dieser Prozess. Der Erfolg des Festes hatte sich nach mehrmaliger Wiederholung rumgesprochen und die Teilnehmer haben einen positiven Bezug zum Stadtteilfest aufgebaut. Damit einhergehend gab es erste Aufgabenaufteilungen unter den Teilnehmern, bei der Organisation und Durchführung. So entstand die Westendfest AG.
Im letzten Jahr der ersten Förderperiode wurde erstmalig mit der Verankerung der „Verstetigung der durch der Stadtumbau angestoßenen  Prozesse“ in die Arbeit vor Ort offensiv umgegangen.
Dadurch ist es gelungen, die Westendfest AG in den letzten beiden Jahren so zu stärken, dass Sie nun die Planung, Organisation und Durchführung des Westendfest vollständig eigenständig durchführt. Intensive Netzwerkarbeit mit den Akteuren, sowie die enge Begleitung der Westendfest AG im Rahmen der sozial integrativen Maßnahmen trugen zur Verstetigung bei. Der Stadtumbau bezuschusst lediglich die finanzielle Förderung zur Durchführung des Festes.


Internationale Kulturwochen im Westend

Die internationalen Kulturwochen im Westend stehen in der Tradition dem Westendfest in nichts nach. Die Grundidee die dahintersteckt, ist das Vernetzten der Sozialen Träger, Institutionen, Bürger und Künstler vor Ort. Jährlich wird in den stadtteilrelevanten Gremien zum Schwerpunktthema hingearbeitet und ein Aufruf zu Beginn eines Jahres gestartet.
In den vergangenen Jahren konnte dies 8 Mal wiederholt werden. Es haben insgesamt 135 Einzelprojekte stattgefunden, deren Inhalte so vielfältig sind wie das Westend selbst. Die Jährliche Teilnehmerzahl an den Projekten variiert zwischen 400-600 Personen, wobei die Generationenvielfalt, Interkultur und Genderfrage durch die unterschiedlichsten Projekte immer Berücksichtigung finden. Das intensive Auseinandersetzten mit dem Schwerpunktthema führt bei den Teilnehmern dazu, dass eine gemeinsame Identität und ein Bezug zum Stadtteil geschaffen wird. Das ganze unterstützt die Aufwertung des Quartiers auf der sozial integrativen Ebene.


Quartiershausmeister

Zur Verbesserung von Ordnung und Sauberkeit trägt das Projekt ‚Quartiershausmeister’ bei. Dieses gibt es seit 2009 und war zunächst auf zwei Jahre angelegt. Nun ist das Projekt mittlerweile im siebten Jahr. Die positive Resonanz aus der Bevölkerung und der Träger / Institutionen vor Ort sowie die Anteilsfinanzierung über Arbeitsagentur und Stadtumbau haben dies möglich gemacht.
Im Jahr 2015 fand ein Trägerwechsel statt. Der langjährige Träger Gewerkstatt gGmbH hat die Trägerschaft an die IFAK e.V. übergeben. Die Aufgaben sind ergänzt und optimiert worden.
Das Team der Quartiershausmeister läuft täglich eine festgelegte Route im Westend ab und bei Problemen wie beispielsweise unrechtmäßiger Müllentsorgung werden die zuständigen Ämter benachrichtigt. Des Weiteren unterstützen sie das Stadtumbaumanagement und die im Westend tätigen Akteure bei Aktionen und Festen. Aber auch kleinere Säuberungen wie z.B. auf Spielplätzen gehören zu ihren Aufgaben.


StadtumbauTreff

Der Stadtumbautreff ist der monatliche Austausch zwischen Bewohnern und dem Quartiersmanagement. Jeden 1. Mittwoch im Monat werden Bewohner und Interessierte in das StadtumBauBüro in der Kohlenstraße 213 eingeladen. Zu einigen Terminen kommen externe Referenten. Oft sind es Personen aus der Verwaltung, die zu aktuellen Themen und Bauvorhaben informieren und  für die Fragen der Bewohner zur Verfügung stehen.
Das Interesse der Bewohner gilt sowohl den sozialen Projekten als auch den baulichen Maßnahmen. Es werden exklusive Führungen vor Ort durchgeführt und Einblicke gewährt. Nicht nur der Austausch zwischen Verwaltung und Bürgern findet hier statt. Vielmehr dient die Zusammenkunft vor allem dem Kennenlernen von engagierten Bewohnern untereinander.


Integration

Die bundesweit geführten Integrationsdebatten veranlassen die Bewohner und Akteure des Westends dazu, sich mit dieser Thematik kritisch und konstruktiv auseinanderzusetzen.
So finden zahlreiche Gespräche mit einzelnen Bewohnern mit und ohne Zuwanderungsgeschichte statt, deren Inhalte insbesondere der Umgang miteinander und die Positionierung dazu sind.
Die Stadtverwaltung ist mit Unterstützung der Politik und der hiesigen Akteure dabei, das Integrationskonzept der Stadt Bochum Schritt für Schritt umzusetzen. Das Stadtumbaumanagement geht diesen Weg mit und nutzt gegebene Strukturen, um die Integration nicht als einseitige Förderung, sondern beidseitig zu gestalten. Dies geschieht durch die Projektförderung, durch Schaffung neuer Strukturen und durch Vernetzungsarbeit im Gebiet. Im Rahmen der Projektarbeit haben sich Migrantenselbstorganisationen dem Stadtumbauprozess geöffnet. Sowohl in der Alevitischen Gemeinde als auch in der DITIB-Moschee finden Projekte aus Stadtumbaumitteln statt.


Verfügungsfonds

Zur Durchführung von kleineren sozial integrativen Maßnahmen gibt es ein jährliches Budget. Die Förderung erfolgt durch das Einreichen von Projektanträgen. Über die Förderung entscheidet der StadtumbauBeirat, ein Gremium das bereits seit acht Jahren den Stadtumbauprozess aktiv begleitet und mit qualitativen Beiträgen unterstütz. In quartalsweisen Abständen werden die eingereichten Projektanträge dem Stadtumbaubeirat vorgestellt. 6 Wochen vor der Zusammenkunft des StadtumbauBeirats müssen die Projektanträge (Vordruck kann per Mail angefordert werden) dem Quartiersmanagement eingereicht werden. Dabei gilt es Projektideen mit einer maximalen Fördersumme von 1000€ zu konzipieren. In den Vergangenen Jahren haben mehr als 280 Einzelprojekte stattgefunden.


Ehrenamtliches Engagement im Westend

Ein wesentliches Thema der Beteiligung von Bürgern des Westends ist das Erzielen bürgerschaftlichen Engagements. Jedes Jahr gelingt es durch Gesprächsrunden und in Kooperation mit dem Kinderbüro der Stadt Bochum Spielplatzpaten für die Spielplätze im Westend zu finden die dann Spielplatzfeste organisieren. Viele Bürger suchen das StadtumbauBüro persönlich auf, um sich über die aktuellen Themen zu informieren, Fragen zu stellen und Rückmeldungen über Ereignisse im Stadtteil zu geben. In vielen dieser Gespräche wird deutlich, dass das StadtumbauBüro für die Bürger eine Anlaufstelle ist, welche sich vertrauensvoll und verbindlich um die Anliegen der Bewohner kümmert. Sie fühlen sich ernst genommen und wirken durch eine „Rückmelde-Kultur’ aktiv am Stadtumbauprozess mit.


Verstetigung

Ziel des Städtebauförderprogramms Stadtumbau West ist die möglichst zügige Durchführung der im Handlungskonzept festgeschriebenen Maßnahmen und nicht die Dauerförderung des Gebietes. Dabei geht es darum dauerhaft tragfähige Strukturen im Westend aufzubauen und die wichtigen Projektansätze des Stadtumbaus zu verstetigen. Der Verstetigungsansatz des Stadtumbaus Bochum Westend besteht aus zwei Säulen. In den Quartieren Stahlhausen / Griesenbruch und in Goldhamme wurden im Rahmen des Stadtumbaus zwei sozialintegrative Stadtteilzentren, das Q1 und die Alte Post errichtet. In diesen Stadtteilzentren arbeiten Gemeinwesenträger und betreiben von dort aus eine sozialraumbezogene, langfristig gesicherte Arbeit für den Ortsteil. Die Stadtteilzentren und die dort arbeitenden Institutionen bilden den ersten Pfeiler der Verstetigung. Den zweiten Pfeiler bilden die aus der intensiven Netzwerkarbeit abgeleitete Übernahme von quartiersrelevanten ‚Einzelprojekten’ durch die Stadtteilakteure. Beispielhaft sei hier die Stadtteilzeitung ‚DreiViertel’ oder das große, jährliche Stadtteilfest’ genannt.


Die Stadtteilzeitung DreiViertel

Die Quartierszeitung „WestendGazette“ hat sieben Jahre lang mit rund 30 Ausgaben den Stadtumbauprozess im Westend begleitet, erstellt vom Quartiersmanagement und den Bürgern. Nun lebt die Quartierszeitung seit Ende 2015 als gelungenes Beispiel für eine Verstetigung des Engagements im Stadtteil als Stadtteilzeitung „DreiViertel“ weiter.
DreiViertel berichtet über das Alltägliche und das Besondere im Bochumer Westend, über die Menschen in Goldhamme, Stahlhausen und im Griesenbruch und auch über die Prozesse und Projekte des Stadtumbaus. Die Stadtteilzeitung erscheint vier Mal im Jahr und wird von den Quartiershausmeistern an die Haushalte im Westend verteilt und an frequentierten Orten im Quartier ausgelegt.
Die DreiViertel ist sowohl als Print wie auch als Webversion (www.dreiviertel-bochum.de) verfügbar, wobei die Webversion darüber hinaus auch weiterführende und aktuelle Artikel in kürzeren Abständen veröffentlicht.
Unterstützt wird das Projekt durch das Stadterneuerungsprogramm „Soziale Stadt“ und die Stadt Bochum. Die Herausgeberin Dorte Huneke-Nollmann hat darüber hinaus ein Schwesterprojekt mit einer Anschubförderung der „Sozialen Stadt“ ins Leben gerufen. Sie gibt seit Februar 2016 die Zeitschrift „Neu in Deutschland. Zeitung über Flucht, Liebe und das Leben“ heraus, die von geflüchteten Frau- en und Männern erstellt wird. Die vierteljährlich er- scheinende Zeitung wurde im November 2016 mit dem Deutschen Lesepreis der Stiftung Lesen und der Commerzbank Stiftung ausgezeichnet und im bundesweiten Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ des Bündnisses für Demokratie und Toleranz (BfDT) wurde die Zeitung als „vorbildlich“ ausgezeichnet.
Unterstützt wird das Projekt durch das Stadterneuerungsprogramm „Soziale Stadt“ und die Stadt Bochum.

Die aktuelle sowie die älteren Ausgaben finden Sie auf der Homepage der DreiViertel: http://dreiviertel-bochum.de


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