Station 11: Bochumer Verein für Gußstahlfabrikationen AG

Der Bochumer Verein (1965 Verschmelzung mit der Friedrich Krupp Hüttenwerke AG, heute Thyssen Krupp Stahl AG) war das größte Unternehmen und zugleich der größte Arbeitgeber in Bochum.

Nach 1933 profitierte das Hüttenwerk mit nachgeschalteten Stahlwerken und Bearbeitungsbetrieben von der Rüstungskonjunktur und profilierte sich neben Krupp und Rheinmetall als führender Hersteller von Geschützen und Granaten. Der wirtschaftliche Aufschwung ging einher mit der Öffnung des Unternehmens für die NSDAP und ihre Gliederungen. Nationalsozialistische Organisationen gewannen durchgreifenden Einfluss auf die gesamte Belegschaft: Der Bochumer Verein wurde zu einem "Nationalsozialistischen Musterbetrieb".

So war es sicher kein Zufall, dass eine Einheit der SA in den Räumen des Bochumer Vereins Unterkunft fand und die gnadenlose Verfolgung von Gegnern des NS-Regimesvor den Werkstoren nicht halt machte. Im Kosthaus Stahlhausen (an der Baarestraße), einem werkseigenen Wohnheim für ledige Arbeiter, die hier auch verpflegt wurden, befand sich eines der zahlreichen SA-Wachlokale. Im Keller des Gebäudes wurden politische Gegner gefangen gehalten, misshandelt und gefoltert.

Während des Zweiten Weltkrieges beschäftigte der Bochumer Verein Tausende von Zwangsarbeitern (zivile ausländische Arbeitskräfte, Kriegsgefangene und Häftlinge aus Konzentrationslagern) aus Westeuropa und Osteuropa. Der Bochumer Verein war damit der größte von der Zwangsarbeit profitierende Einzelbetrieb in Bochum. Noch Anfang 1945 setzte das Unternehmen weit über 7.500 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter ein. Sie lebten in Lagern, größtenteils unter menschenunwürdigen Bedingungen. Dies trifft besonders für die Menschen zu, die in einem Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald auf dem Werksgelände des Bochumer Vereins (an der Brüllstraße) untergebracht waren. Eine große Zahl der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiterverstarb während der Kriegszeit infolge von Unterernährung, Auszehrung, Mangelerscheinungen oder Misshandlungen.

Gestern und heute