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Erste Bürgerkonferenz: Gemeinsam Ziele und Umsetzungsideen für Bochum entwickelt

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PfeilRechts.gif Fotos von der Bürgerkonferenz 2017
PfeilRechts.gif zum Internetauftritt der Bürgerkonferenz 2017

Tischrunde bei der Bürgerkonferenz
Bochum 2030? Wie soll die Stadt dann ausschauen? Wie soll sie sich bis dahin wandeln? Wie soll der Fahrplan in Richtung Zukunft aussehen? Darüber haben heute (11. Februar) bei der ersten Bürgerkonferenz knapp 280 Gäste im RuhrCongress mit Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch, dem Verwaltungsvorstand, 30 Ratsmitgliedern und 80 Stadtbeschäftigten diskutiert. Ihr Thema: die Bochum Strategie.

Diese soll eine verbindliche Richtschnur für die profilorientierte Entwicklung der Stadt bis 2030 werden und auf fünf Kompetenzen fußen, die Bochum bereits heute auszeichnen: Großstadt mit Lebensgefühl, Hotspot der Live-Kultur, Talentschmiede im Ruhrgebiet, Shootingstar der Wissensarbeit und Vorreiter modernen Stadtmanagements. Was sich in diesen Feldern in den nächsten Jahren tun soll, legten die städtischen Dezernenten den eingeladenen, per Zufallsstichprobe ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern anhand von Schwerpunkten und Pilotprojekten dar. Den Input nutzten die 278 Bochumerinnen und Bochumern, die trotz überraschendem Schneeeinbruchs und aktueller Grippewelle der Einladung in den RuhrCongress gefolgt waren, um sich an 53 Tischen darüber auszutauschen, wo sie – stellvertretend für die ganze Einwohnerschaft – Prioritäten setzen würden.

Diskussion an Tisch 50 bei der Bürgerkonferenz 2017
Diese erste Runde zeigte, dass den Gästen an allen Tischen vor allem die Großstadt mit Lebensgefühl besonders wichtig ist. Attraktiver, bezahlbarer Wohnraum – ob zur Miete oder als Eigentum – und lebenswerte Stadtteile waren die Stichworte. Nummer zwei: An 41 Tischen befassten sich die Bürgerinnen und Bürger mit der Stadt als moderner Dienstleisterin – das Votum: „bitte mehr digital verfügbare Angebote, aber bitte alternativ auch weiter analog“, also die Chance, von Angesicht zu Angesicht sein Anliegen vorbringen zu können. Ein klarer Fingerzeig kam von 30 Tischen zur Bochumer Schullandschaft; sie soll infrastrukturell, integrativ und innovativ stärker werden, um mehr Chancengerechtigkeit zu schaffen. Überraschend selten griffen die Gäste das Thema Kultur auf: „Nicht, weil es nicht wichtig ist, sondern weil die Bürgerinnen und Bürger hier die Stadt schon heute und auch künftig sowohl in der Hochkultur als auch in der Populärkultur gut aufgestellt sehen“, bündelte Moderator Frank Heinze die Beiträge.

In der zweiten Tischrunde, in der sich die Gäste neu zusammensetzen, um konkrete Handlungsvorschläge zu sammeln, gab es einen klaren Favoriten unter den fünf Kompetenzen: die Großstadt mit Lebensgefühl, zu der 2030 neben gepflegten, grünen und generationenübergreifenden Quartieren auch eine smarte Infrastruktur „mit Arbeitsplätzen für alle“ gehört. Ein deutlicher Arbeitsauftrag für die Stadt.

Auf der Wunschliste der Bürgerinnen und Bürger: ein Markt, der Menschen unterschiedlichen Alters zusammenführt, Kultur wie Live-Musik bietet und Raum für Begegnung schafft. Oder eine täglich geöffnete Markthalle, betrieben von der Stadt, lautete ein anderer Vorschlag. Stadtteil-Wettbewerbe als Ansporn für alle, ihr direktes Umfeld gemeinsam wohnlicher zu gestalten und so mehr Lust auf Leben und Arbeiten in Bochum zu schaffen, war eine weitere Anregung.

Vorstellung der Ergebnisse
An den Tischen gab es noch deutlich mehr Ideen. Oberbürgermeister Thomas Eiskirch und der Verwaltungsvorstand versprachen, dass keine verloren gehen, sondern alle ausgewertet werden. Ziel ist, die Anregungen in die Beratungs- und Entscheidungsprozessen von Verwaltung und Politik einzubinden. „Wir werden die Vorschläge ernst nehmen“, versicherte Thomas Eiskirch. „Und wir freuen uns, dass wir mit unseren Zielen und Schwerpunkten ganz offensichtlich auf dem richtigen Weg sind.“

Dass das neue Format zur Bürgerbeteiligung zudem den Zeitgeist trifft, zeigten die Gespräche zwischen den Tischrunden. „Eine tolle Sache“, lobte Marcos Vaquez-Diaz. Obwohl sich die Gäste an den Tischen nicht kannten, sei die Atmosphäre gar nicht anonym gewesen. „Alle haben mit gemacht und man konnte mit allen reden, auch mit den großen Entscheidungsträgern“, freut sich der spanische Jung-Unternehmer.“ Die Bürgerkonferenz? „Eine Supersache“, so der 39-Jährige. Dem stimmte Felix Martin Kannengießer zu: „Ich habe an den Tischen sehr engagierte, kreative und produktive Gespräche erlebt“, so der freie Journalist.

Diskutiert haben bei der ersten Bürgerkonferenz jedoch nicht nur die geladenen Gäste im RuhrCongress, sondern auch Bochumerinnen und Bochumer im Netz; sie brachten ihre Anregungen online über www.bochum.de/buergerkonferenz ein. „Wir waren den ganzen Tag in der Netzgemeinde live unterwegs“, so Stadtsprecher Thomas Sprenger. „Die Reaktionen sind positiv. Wir haben zahlreiche Likes zu der Veranstaltung und dem Veränderungsprozess. Wir freuen uns über die Resonanz.“

(11. Februar 2017)

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