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Kommission votet einstimmig für Bochum als fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt

Nach einer Bewerbungstour der Arbeitsgemeinschaft der fußgänger- und fahrradfreundlichen Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (AGFS) am 23.05.2016 zur Aufnahme in die Gemeinschaft kürt die Auswahlkommission die Stadt Bochum zur fahrrad- und fußgängerfreundlichen Stadt. Von links: Kommissionsvorsitzender Dieter Hilser, Oberbürgermeister Thomas Eiskirch, Stadtbaurat Dr. Markus Bradtke, Sebastian Pewny von den Grünen, Christoph Matten von der Stadtverwaltung und Tim Ehlhardt von den Stadtgestaltern. +++ Foto: Lutz Leitmann / Stadt Bochum, Referat für Kommunikation
Einstimmig hat sich die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. heute (23. Mai) dafür ausgesprochen, Bochum als neues Mitglied aufzunehmen. Die Stadt hatte sich dafür offiziell beworben. Oberbürgermeister Thomas Eiskirch und Stadtbaurat Dr. Markus Bradtke begleiteten die Mitglieder des Gremiums, das heute das Stadtgebiet bereiste und dafür – auch trotz regnerischen Wetters – als Fortbewegungsmittel selbstverständlich das Fahrrad wählte.

Auf Zweirädern von metropolradruhr prüfte die Auswahlkommission der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS) das städtische Engagement für mehr Nahmobilität. Von der Ruhr-Universität Bochum (RUB) radelten die Mitglieder durch die Hustadt, Wiemelhausen und das Ehrenfeld in die Innenstadt und schauten sich bauliche Beispiele an. Dazu zählte unter anderem die Mobilitätsstrategie der RUB, die Führung für Radfahrer im Kreisverkehr auf der Max-Imdahl-Straße, die Neugestaltung des Springerplatzes und das indirekte Links-Abbiegen an der Kreuzung Oskar-Hoffmann- und Universitätsstraße. „Wir haben die offene und ehrliche Präsentation sehr geschätzt und sehr begrüßt, dass der Oberbürgermeister und der Stadtbaurat sich die Zeit genommen haben, uns zu begleiten – das ist für eine Großstadt selten und daher nicht selbstverständlich“, fasste Dieter Hilser, Mitglied im Landtags NRW und Vorsitzender der Auswahlkommission, nach einer abschließenden Diskussion mit Vertretern der Stadtverwaltung und Beratung des Gremiums.

Punkten konnte Bochum bei der Bereisung mit vielen Aspekten. So wertete die Auswahlkommission als dickes „Plus“, dass die Stadt
  • bei neuen Radwegen sehr auf ehemalige Bahntrassen setzt, die ein nahezu konfliktfreies Fortbewegen mit motorisierten Verkehrsteilnehmern  ermöglichen,
  • Umleitungen für Radfahrer sehr gut ausschildert,
  • bereits viele barrierefreie bauliche Lösungen, zum Beispiel an Ampeln, geschaffen hat,
  • alle „auf der Klaviatur vorhandenen Möglichkeiten“ nutzt, um Radfahren sicher zu ermöglichen (zum Beispiel durch Radwege, Angebotsstreifen etc.)
  • mit den höchsten Ausleihzahlen beim metropolradruhr ganz klar Vorreiter im Ruhrgebiet ist,
  • sich in der Mobilitätsstrategie gut und eng mit der Ruhr-Universität Bochum vernetzt,
  • als verkehrssichere Stadt sehr niedrige Unfallzahlen vorweisen kann,
  • sich im engen zweiwöchigen Rhythmus intensiv mit anderen Initiativen und Institutionen wie der Polizei über die Verkehrssicherheit in  Bochum austauscht,
  • in puncto „Multimobilität“ einen Blick für die verschiedenen Fortbewegungswünsche ihrer Bürger und Besucher hat.
  • einen eigenen Radverkehrsbeauftragten berufen hat und
  • eine Verwaltungsspitze hat, die sich engagiert für Nahmobilität einsetzt.
Nach einer Bewerbungstour der Arbeitsgemeinschaft der fußgänger- und fahrradfreundlichen Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (AGFS) am 23.05.2016 zur Aufnahme in die Gemeinschaft kürt die Auswahlkommission die Stadt Bochum zur fahrrad- und fußgängerfreundlichen Stadt. Kommissionsvorsitzender Dieter Hilser gratuliert Oberbürgermeister Thomas Eiskirch. +++ Foto: Lutz Leitmann / Stadt Bochum, Referat für Kommunikation
„Alles, was die Stadt neu angefasst hat, ist prima“, lobte Peter London, der im Landesministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr Ansprechpartner für die Radwegeplanung ist. Vor allem der umgestaltete Springerplatz mit seiner neuen hohen Aufenthaltsqualität habe beeindruckt, nannte er ein Beispiel. „Nach diesem Vorbild darf es gerne noch mehr sein.“

Um in sieben Jahren noch besser da stehen zu können, empfahl die Auswahlkommission der Stadt unter anderem,
  • eine gemeinsame Gehwegnutzung von Fußgängern und Radfahrern, wo immer möglich, voneinander zu entkoppeln,
  • noch mehr Einbahnstraßen in Gegenrichtung zum Radfahren freizugeben,
  • neben den schon vorhandenen Abstellflächen für Räder an zentralen Knotenpunkten wie dem Rathaus zusätzlich welche an großen Wohnkomplexen einzurichten, und
  • ungeliebte „Umlaufsperren“ – versetzte Gitter, die aus Sicherheitsgründen am Ende von Wegen gesetzt werden – wenn möglich durch andere bauliche Lösungen wie Bodendrempel zu ersetzen.
„Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, bekräftigte Christine Fuchs vom Vorstand der AGFS. Und Oberbürgermeister Thomas Eiskirch erklärte: „Die Aufnahme ist für uns Ansporn. Wir wollen uns als klassische Autostadt den veränderten Mobilitätsanforderungen der Gegenwart und Zukunft stellen, denn wir sehen den Wandel – gerade im Fuß-, Rad- und öffentlichen Nahverkehr. Wir haben uns auf den Weg gemacht und wollen ihn weiter gehen. Dazu geben wir jetzt beim Planen weiter Gas.“

Zur Bewerbung:
Der Rat der Stadt hatte die Verwaltung im April 2014 beauftragt, sich um die Aufnahme in die AGFS zu bewerben. Die Auswahlkommission hat sich heute nach einer Rundfahrt, Präsentation und Diskussion zum Rad- und Fußverkehr in Bochum ihr abschließendes Urteil gebildet und ihr Votum einstimmig abgeben. Grundlage dafür war auch das Bewerbungsschreiben der Stadt. Bochum möchte sich durch die Aufnahme bei der AGFS stärker mit im Bereich Nahmobilität engagierten Akteuren und anderen Kommunen vernetzen und intensiver über Erfahrungen austauschen. Die Aufnahme ist zudem ein Zeichen dafür, dass Bochum sich bereits auf dem richtigen Weg befindet. Gleichzeitig ist die Mitgliedschaft eine Selbstverpflichtung für Stadtverwaltung und Rat: Der AGFS können nur Städte angehören, die dauerhaft in gute Fuß- und Radverkehrsinfrastruktur investieren und die ehrlich bestrebt sind, den Verkehrsmix hin zu mehr Fuß- und Radverkehr zu verschieben.

Die Auswahlkommission:
Die die fast 40-köpfige Auswahlkommission der AGFS setzte sich aus Mitgliedern des Landtages NRW und Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Ministerien, Institutionen und Vereinigungen aus NRW zusammen. Dazu zählen das Landesministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr (MBWSV), das Landesministerium für Inneres und Kommunales (MIK), das Landesministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport (MFKJKS), der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) NRW, der Städte- und Gemeindebund, der Landesbetrieb Straßenbau NRW, die Bezirksregierung Detmold, der Verein Münsterland, der Landessportbund NRW, die Stadt Wesel und die Ingenieurgruppe IVV-Aachen.

(24. Mai 2016)