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Live-Beobachtung im Planetarium: Merkur zieht vor der Sonne vorbei

Merkurtransit
Am Montag (9. Mai) zieht der innerste und kleinste Planet des Sonnensystems, der Merkur, von der Erde aus gesehen direkt vor der Sonne vorbei. Dieses sehr seltene, auch Merkurtransit genannte Himmelsereignis, ist in Bochum in voller Länge gut zu beobachten. Das Planetarium, Castroper Straße 67, lädt an diesem Tag um 12 Uhr in die Kuppel zu einer Einführung ein, die anschaulich erklärt, was bei einem Transit geschieht, warum er so selten ist und worin die Bedeutung solcher Ereignisse liegt. Diese Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Nur bei gutem Wetter ist im Anschluss eine Live-Beobachtung mit Hilfe von geeigneten Teleskopen vor dem Planetarium geplant. Auch von 17 Uhr bis circa 19 Uhr wird noch einmal öffentlich beobachtet. Beide Veranstaltungen sind kostenlos; Anmeldungen sind nicht erforderlich.
 
Der Transit beginnt um 13.12 Uhr MESZ und endet um 20.40 Uhr MESZ. Der Merkur zieht in dieser Zeit als kleines schwarzes Scheibchen langsam von Osten nach Westen über die Sonnenscheibe. „Ein Merkurtransit ist zwar im Prinzip so etwas wie eine kleine Sonnenfinsternis“, erklärt Professorin Susanne Hüttemeister, die Leiterin des Bochumer Planetariums. Doch im Gegensatz zu einer Sonnenfinsternis verändere diese „Mini-Finsternis“ am 9. Mai die Helligkeit der Sonne so gut wie gar nicht. Es gelte also auch hier: „Niemals mit bloßem Auge oder durch einen Feldstecher oder ein Teleskop ohne geeignete Filter in die Sonne sehen, denn das führt unweigerlich zu schweren Augenschäden.“ Auch mit „Finsternisbrillen“ könne man den Merkur vor der Sonne am 9. Mai nicht erkennen.
 
Für die Beobachtung des Merkurtransits ist ein Teleskop inklusive Sonnenfilter erforderlich. Der Merkur misst nämlich nur 1/158 des Durchmessers der Sonne. Er deckt daher nur 0,004 Prozent der Sonnenscheibe ab. Das ist viel zu wenig, um mit dem bloßen Auge gesehen zu werden.

Merkur ist der kleinste und sonnennächste Planet im Sonnensystem. In nur 88 Tagen läuft er einmal um die Sonne. Da die Erde einmal pro Jahr um die Sonne kreist, überholt der schnellere Merkur sie auf seiner Innenbahn alle 116 Tage. Immer dann steht er zwischen Erde und Sonne. Trotzdem kommt es meist nicht zu einem Transit. Der Merkur wandert nämlich fast immer nördlich oder südlich an der Sonne vorbei, da seine Bahn um sieben Grad gegen die Erdbahn geneigt ist. Im 21. Jahrhundert stimmt die Geometrie für einen Merkurtransit insgesamt nur 14 Mal.
 
Natürlich muss die Sonne bei uns auch über dem Horizont stehen, es muss also Tag sein, damit man den Transit sehen kann. Beim letzten Durchgang, im Jahr 2006, war das nicht der Fall. Und so ist der bevorstehende Merkurtransit der erste seit 13 Jahren, seit dem 7. Mai 2003, der von Mitteleuropa aus sichtbar ist – ein wirklich seltenes Ereignis! Die nächste Chance bietet sich erst wieder am 11. November 2019.
 
(3. Mai 2016)